Wie Wirtz/Grimaldo 2.0: Warum Martinez vielleicht umdenken muss 

Beim 4:0-Erfolg gegen Union Berlin beeindruckt Bayer 04 spielerisch – auch weil das von Carles Martinez neu formierte Duo Ibrahim Maza/Miguel an sein prominentes Vorgänger-Pärchen erinnert. Dies stellt den Trainer vor eine luxuriöse wie kniffelige Entscheidung.

Maza und Miguel als Bayers neues linkes Traum-Duo

Es lag nicht nur am Ergebnis, dass Simon Rolfes nach dem 4:0-Erfolg gegen Union, der leicht noch drei Tore höher hätte ausfallen können, in der Mixed Zone ein zufriedenes Fazit zog. Vielmehr war es die Art und Weise, wie seine Mannschaft auftrat. Konnte der Geschäftsführer doch mit Genuss beobachten, wie das von Trainer Carles Martinez neu zusammengefügte Duo Ibrahim Maza und Miguel dem Leverkusener Spiel eine neue, altbekannte Dimension eröffnete.

Spielmacher Maza, beim 2:3 in Elversberg als einrückender Rechtsaußen nominiert, durfte diesmal halblinks ran und bildete mit dem als Ersatz für den zu Atletico Madrid abgewanderten Top-Star Alejandro Grimaldo geholten spanischen Linksverteidiger Miguel ein kongeniales Duo. Ein Pärchen, das in seiner Spielart an seine prominenten Vorgänger erinnerte.

„Starker linker Fuß, super Flanken, er kann ins Kombinationsspiel gehen. Also nichts Neues.“ (Patrik Schick über Miguel)

Miguel rückt wie bis zur Vorsaison Grimaldo oft auf die Halbschiene, schaltet sich überdurchschnittlich viel im Zentrum in die Kombinationen ein und flankt mit bemerkenswerter Schärfe wie Präzision. Nicht umsonst schwärmte Torjäger Patrik Schick vom Grimaldo-Ersatz. „Miguel ist ein ähnlicher Spieler wie Grima. Diese Flankenqualität ist wirklich unfassbar“, urteilte der Mittelstürmer.

Aus seiner Sicht hat der 25-Jährige dessen Landsmann schon jetzt nahtlos ersetzt, wenn er sagt: „Starker linker Fuß, super Flanken, er kann ins Kombinationsspiel gehen. Also nichts Neues.“ Nichts Neues? Ein größeres Kompliment konnte Schick dem Spanier kaum machen, der im Duett mit Maza wie eine Version 2.0 des Traum-Duos Grimaldo/Florian Wirtz aus der Double-Saison wirkte.

Maza und Miguel können zu Bayers neuem Schlüsselelement werden

Deren Wechselspiel aus Kreativität und ausgeprägten Fähigkeiten in Sachen Torvorbereitung und Abschluss war 2023/24 wie auch 2024/25 ein Schlüsselelement, das Bayer in der vergangenen Spielzeit nach Wirtz‘ Wechsel zum Liverpool abging. Jetzt deuteten Miguel, der zwei Treffer vorbereitete, und Maza mehr als nur an, dass sie nicht nur auf lange Sicht gemeinsam eine ähnlich tragende Rolle einnehmen können. Erst recht, da Maza nach der Partie („Ab und zu könnten meine Pässe ein bisschen präziser sein oder im richtigen Timing“) selbstkritische Worte zu seinem starken Auftritt fand, bei dem er als Initiator, Ideengeber, Vorbereiter und Torschütze in Erscheinung getreten war.

Natürlich lobte auch Rolfes das Duo. „Miguel und Ibo sind sehr stark in der Kombination“, urteilte der Manager, „auch Miguel hat nach vorn ein sehr gutes Spiel gemacht, weil er sehr clever Räume findet, nicht nur fußballerisch gut ist und ballsicher, sondern auch das Spiel gut versteht.“

Schick plädiert für Maza auf der halblinken Position

Martinez‘ Schachzug spielte Bayer genauso in die Karten wie Maza selbst. „So wie bei meinem Tor immer reinzuziehen und zu schießen, ist immer ein bisschen besser“, erklärte der 20-Jährige, „der Trainer wollte, dass ich mehr links bleibe und mit Miguel immer so rotiere, weil er ein offensiver Außenverteidiger ist, der auch nach innen geht. Das haben wir zusammen gut gemacht.“ Sehr gut sogar.

Sodass sich zwingend die Frage stellt, ob dies nicht die Dauerlösung links sein muss. „Ich glaube, ihm passt diese Position auf links besser“, analysierte Vize-Kapitän Schick, der ein Plädoyer dafür abgab, dass Bayers neues linkes Ding mit Miguel und Maza eine Fortsetzung findet. Selbstverständlich ist dies nämlich trotz der Gala des Duos nicht. Doch mit Blick darauf, dass der diesmal als Rechtsaußen eingesetzte Afonso Moreira links ideal positioniert ist, und Rückkehrer und Rechtsaußen Moussa Diaby nur eingewechselt wurde, befürwortet Schick die Fortsetzung mit dem linken Duo. „Gucken wir, wo Ibo im nächsten Spiel spielt“, sagte Schick mit einem breiten Grinsen, um noch mal zu betonen: „Aber ich glaube, diese Position passt ihm besser.“

Martinez muss seine Idee mit zwei schnellen Flügeln zumindest überdenken

Martinez lobte Maza gar mit fast entschuldigenden Worten. „Ibo muss ich gratulieren. Denn ich weiß, dass er eigentlich vorhatte, eher als Zehner zu agieren“, erklärte der Spanier, „aber er war nah an Miguel, er hat verstanden, dass sie miteinander verbunden sein müssen, sie haben im Angriff gute Räume geschaffen.“

Martinez hat eigentlich die Idee, beide Flügel mit schnellen Außenstürmern wie Moreira und Diaby zu besetzen und Maza zentral zu positionieren. Doch die Eindrücke vom Union-Spiel sollten den Katalanen darüber nachdenken lassen, von diesem Ansatz zugunsten der Version 2.0 von Leverkusens einstigem Traum-Duo abzuweichen.

 Beim 4:0-Erfolg gegen Union Berlin beeindruckt Bayer 04 spielerisch – auch weil das von Carles Martinez neu formierte Duo Ibrahim Maza/Miguel an sein prominentes Vorgänger-Pärchen erinnert. Dies stellt den Trainer vor eine luxuriöse wie kniffelige Entscheidung. 

 

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