Viel zu weit weg, oft zu spät: Uduokhai erlebt eine Union-Premiere zum Vergessen 

Der Felix Uduokhai (28) ist nach mehr als zwei Jahren Abstinenz zurück in der Bundesliga. Aber sein Debüt für Union Berlin will der Verteidiger wohl so schnell wie möglich zu den Akten legen.

An allen Gegentoren beteiligt

Dass Stammtorhüter Frederik Rönnow in Leverkusen wieder zwischen den Pfosten stand, war keine allzu große Überraschung. Der Däne konnte mit seinem persönlichen Comeback nach rund viereinhalb Monaten verletzungsbedingter Auszeit durchaus zufrieden sein, denn ohne ihn hätte Union Berlin mit großer Wahrscheinlichkeit bei Bayer deutlich höher als 0:4 verloren.

Der 34-Jährige war allerdings auch der einzige Akteur, der am Samstag seine Normalform erlangt hatte. Durch die Bank weg enttäuschten alle anderen Berliner, sie waren meilenweit davon entfernt, ihre Leistungsgrenze zu erreichen. Einen mehr als rabenschwarzen Tag erwischte Neuzugang Felix Uduokhai, der nach mehr als zwei Jahren Abstinenz in der Bundesliga seine Rückkehr feierte und zudem für Union sein Debüt gab. Eine Premiere, die er wohl gerne schnell vergessen würde.

Uduokhai fast immer einen Schritt zu spät

Denn an allen vier Treffern war Uduokhai direkt beteiligt, gleich dreimal hatte sein direkter Gegenspieler getroffen, weil der Innenverteidiger ein katastrophales Stellungsspiel an den Tag legte (kicker-Note 6). Entweder er war zu spät in den direkten Duellen oder viel zu weit weg. „Wir haben es nicht so geschafft, in die Zweikämpfe zu kommen, die Lücken zu schließen, um ein kompaktes Gefühl zu haben. Und dann sieht jeder irgendwo schlecht aus“, sagte der 28-Jährige, der überraschenderweise den Vorzug vor Leopold Querfeld bekommen hatte.

„Ich möchte nicht über Einzelne reden. Ich suche erst bei mir die Verantwortung.“ (Mauro Lustrinelli)

Der Österreicher hatte zwar beim Auftakt gegen Frankfurt (3:3) ein Gegentor mit einer miserablen Ballannahme verschuldet, danach aber Mentalität gezeigt, sich aufgerafft und mit einem Tor sowie einer Vorlage maßgeblich dazu beigetragen, dass die Köpenicker noch einen Zähler in Berlin behalten konnten. Auf die Frage, warum er diesen Wechsel vorgenommen hatte, sagte Trainer Mauro Lustrinelli etwas trotzig: „Weil ich mich für eine andere Elf entschieden habe.“

Lustrinelli sucht die Verantwortung bei sich selbst

Ob die Partie mit Querfeld einen besseren Ausgang genommen hätte, darüber ist nur zu spekulieren. Aber seine Chance hat Debütant Uduokhai alles andere als genutzt. „Ich möchte nicht über einzelne Spieler reden, das wäre eine Hexenjagd. Wir haben als Team nicht gut gespielt. Ich suche erst bei mir die Verantwortung“, konstatierte Lustrinelli, der die neu entstandene defensive Anfälligkeit schnellstmöglich in den Griff bekommen muss.

Auf alle Fälle wird es spannend zu sehen sein, wer am Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Schalke im Zentrum der Viererkette auflaufen darf. Zeno Van den Bosch ist gesetzt. Aber wer darf neben ihm ran? Uduokhais Vorteil ist, dass er der einzige Linksfuß der aktuell spielfähigen Innenverteidiger ist. Aber nach solch einer Darbietung dürfte es schwierig sein, direkt wieder ein Startelf-Mandat zu bekommen.

 Der Felix Uduokhai (28) ist nach mehr als zwei Jahren Abstinenz zurück in der Bundesliga. Aber sein Debüt für Union Berlin will der Verteidiger wohl so schnell wie möglich zu den Akten legen. 

 

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