Borussia Mönchengladbach hält den VfL Wolfsburg durch das 1:1 auf Distanz und nähert sich dem Klassenerhalt. Es herrscht aber nur Zufriedenheit „light“ – auch wegen der Roten Karte für Jens Castrop.
Borussen punkten mit der Eichhörnchen-Methode
Rocco Reitz hat keine Lust, nach jedem Spieltag „den Taschenrechner rauszuholen“. Da dürfte es Gladbachs Kapitän gehen wie allen Borussen, wobei das torlose Remis in Wolfsburg zumindest mal in einer Sache Klarheit gebracht haben dürfte. Der Direktabstieg ist durch den Punktgewinn praktisch ausgeschlossen – selbst rechnerisch spricht kaum noch etwas gegen Gladbach. Am letzten Spieltag treffen die Wölfe und der FC St. Pauli noch aufeinander. Und von beiden Klubs ist die Tordifferenz gegenüber den Borussen wohl nur noch theoretisch aufzuholen.
Die Fohlen nähern sich mit der Eichhörnchen-Methode dem Ziel Klassenerhalt. In den vergangenen fünf Spielen gab es vier Unentschieden bei einer Niederlage (0:1 in Leipzig). Zufriedenheit herrschte nach dem Abpfiff aber nur bedingt im Gladbacher Lager. Aus der guten ersten Hälfte hätte man mehr herausholen müssen, lautete der Tenor.
Gute erste Hälfte, alte Probleme nach der Pause
„Wir sind gut hineingekommen ins Spiel. Wir haben Wolfsburg unter Druck gesetzt, uns gegenseitig unterstützt, Fehler erzwungen, auch gut nachgesetzt. In dieser Phase müssen wir in Führung gehen“, analysierte Sportchef Rouven Schröder nach dem Abpfiff. „Wir waren bis auf zwei Situationen in der Defensive, als Moritz Nicolas gut hält, klar überlegen, die reifere Mannschaft mit einer guten Spielanlage.“
Nach dem Seitenwechsel allerdings fehlte die Spielkontrolle aus dem ersten Durchgang, das Spiel wurde ausgeglichener. „Es war ein bisschen das alte Leid bei uns: Wir werden zu passiv. So kommt Wolfsburg zu der einen oder anderen Möglichkeit“, bemängelte Schröder. Das Fazit des Managers zum Remis: „Aufgrund der ersten Hälfte: schade. Aufgrund der zweiten Hälfte: ein gerechtes 0:0.“
Schröder warnt vor falscher Gelassenheit
Ein Sieg hätte die vorzeitige Rettung bedeutet. Nun soll also am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen Borussia Dortmund der finale Schritt gelingen. „Heute war zunächst einmal wichtig, dass wir Wolfsburg nicht haben herankommen lassen. Aber wir hätten es auch gerne gewonnen“, sagte Schröder. „Mainz letzte Woche mit dem späten Ausgleichstor war eine gefühlte Niederlage. Heute, mit den Ergebnissen der Konkurrenz, fühlt es sich eher nach einem gewonnenen Punkt an. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.“
Die eindringliche Warnung des Managers: „Ruht man sich in der Bundesliga einmal aus, findet man sich schnell ganz woanders wieder. Wir sind noch nicht am Ziel. Da braucht auch niemand etwas anderes denken. Auf uns warten noch drei schwere Spiele. Wir müssen selbst noch punkten.“
Schon der zweite Platzverweis für Castrop
Auf Jens Castrop, einer der besten Gladbacher in den vergangenen Wochen, müssen die Borussen im Endspurt allerdings erst einmal verzichten. Der Platzverweis kurz vor Schluss war schon die zweite Rote Karte des Sommereinkaufs in dieser Saison. „Grenzwertig“, lautete Schröders Urteil am Sky-Mikrofon, „es war aber auf keinen Fall eine unberechtigte Rote Karte.“
Borussia Mönchengladbach hält den VfL Wolfsburg durch das 1:1 auf Distanz und nähert sich dem Klassenerhalt. Es herrscht aber nur Zufriedenheit „light“ – auch wegen der Roten Karte für Jens Castrop.
