Ausgerechnet gegen den FC Bayern war der Mainzer Klassenerhalt zum Greifen nah. Für Nadiem Amiri ist die Partie trotz der Niederlage ein Mutmacher. Urs Fischer hingegen ärgerte sich.
Fischer ärgert „völlig unnötiges Gegentor“
Vor der Partie gegen den neuen Deutschen Meister gab es Blumen und eine große Flasche Schaumwein für den FC Bayern. Im Spiel hatten die Mainzer dann aber nichts zu verschenken. Denn wenn ein Verein weiß, wie man zu Hause gegen den FC Bayern gewinnt, dann die Rheinhessen. Vier der jüngsten fünf Duelle hatten die Rheinhessen zuletzt vor eigenem Publikum gewonnen. Das 2:1 am 14. Dezember 2024 war vor dem erneuten Aufeinandertreffen am 31. Spieltag die letzte Niederlage der Münchner in der Fremde.
Als in der Pause die Drei auf der Anzeigetafel aufleuchtete und beim bereits feststehenden Meister die Null, dürften einige Fans in der ausverkauften Mewa Arena bereits vom nächsten Erfolg gegen den Favoriten geträumt haben. Nach der Partie fehlten Nadiem Amiri am Sky-Mikrofon aber „ein bisschen die Worte, weil wir eine unfassbare erste Halbzeit gespielt haben“. Und weil die Münchner nach einem 0:3 ein 4:3 gemacht haben.
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Mit den Münchner Jokern kommt die Wende
„Wir wussten in der Halbzeit, dass wir die Bayern aggressiv gemacht haben, sauer gemacht haben“, suchte Amiri eine Erklärung für das, was sich ab Minute 46 abgespielt hatte. Die Münchner B-Elf wurde zu Beginn der zweiten Hälfte mal eben mit einem Harry Kane und einem Michael Olise aufgewertet. Fortan war der Rekordmeister viel zielstrebiger und leistete sich auch kaum mehr Unaufmerksamkeiten und Ballverluste, nach diesen die Mainzer in Durchgang eins noch oft zu guten Chancen gekommen waren – und unter anderem auch zum zwischenzeitlichen 2:0.
„Natürlich dürfen wir niemals den 3:0-Vorsprung hergeben, aber ich glaube, das ist das beste Beispiel, warum Bayern aktuell die beste Mannschaft der Welt ist“, erklärte Amiri, der selbst mit scharfen Abschlüssen die Tore zwei und drei erzwungen und zudem die Ecke vor dem 1:0 geschlagen hatte.
Fischer ärgert das erste Gegentor
Dass es schließlich doch nicht zum Überraschungserfolg reichte, lag für Urs Fischer auch am ersten Gegentor. „Dieses 3:1 kam zu früh,“ erklärte der Schweizer und haderte auch damit, „wie wir uns da anstellen“. Dominik Kohr führte einen Abstoß kurz auf Daniel Batz aus, bekam die Kugel im Strafraum zurück und entschied sich dann für den langen Ball. Diesen fing Leon Goretzka ab, über Michael Olise und Konrad Laimer nahm das Unheil seinen Lauf. Nicolas Jackson schoss ein – der Startschuss für die Aufholjagd, bei der die Münchner noch drei Joker-Tore nachlegten.
„Es war ein völlig unnötiges Gegentor“, monierte Fischer. „Wir machen was, was wir so nicht absprechen, nicht trainieren. Dann holst du die Bayern zurück ins Spiel und ich glaube, das war ausschlaggebend.“
So ist für die Nullfünfer drei Spieltage vor dem Ende der Klassenerhalt weiter nicht in trockenen Tüchern. Für Amiri ist der finale Schritt aber nur aufgeschoben – und zwar auf das kommende Wochenende. Dann spielt der FSV beim FC St. Pauli. Die Kiezkicker verloren am Samstag 0:2 in Heidenheim und liegen damit weiterhin auf dem Relegationsplatz und acht Punkte hinter Mainz. „Aber ich bin mir ganz sicher, dass wir nächste Woche den Sack zumachen.“ Denn: „So wie in der ersten Halbzeit, so spielt kein Absteiger.“
Ausgerechnet gegen den FC Bayern war der Mainzer Klassenerhalt zum Greifen nah. Für Nadiem Amiri ist die Partie trotz der Niederlage ein Mutmacher. Urs Fischer hingegen ärgerte sich.
