Der FC Augsburg ist nach der Pleite in Elversberg selbstkritisch genug – sucht aber auch Fehler beim Schiedsrichter.
Augsburger Schiedsrichter-Ärger – und die Gegentorflut
Ein paar Tränen wären fast dabei gewesen, speziell war der Nachmittag für Robin Fellhauer allemal. Erstmals kehrte der ehemalige Elversberg-Kapitän im Augsburg-Trikot zurück an seine alte Wirkungsstätte, und natürlich waren im Publikum Familie und Freunde anwesend. „Es war sehr emotional für mich“, gab der 28-Jährige zu, der insgesamt sechs Jahre für die SVE gespielt hatte, angefangen in der Regionalliga Südwest.
Viertklassig spielt Elversberg inzwischen schon länger nicht mehr, viertklassig verteidigte dagegen seine Mannschaft zu Beginn des Samstagnachmittags. Erst kassierte der FCA einen vermeidbaren Elfmeter aufgrund eines Handspiels von Chrislain Matsima, dann ließ er sich nach nur sechs Minuten bei einer eigenen Ecke auskontern. „Das war viel zu billig“, erklärte Fellhauer später, nachdem seine Mannschaft ein völlig verrücktes Fußballspiel mit 3:4 verloren hatte.
Dass der Nachmittag im Saarland derart ausuferte, lag allerdings auch an Schiedsrichter Dr. Florian Exner, der insgesamt vier Elfmeter pfiff, einen zusätzlich wieder zurücknahm und mehrmals auf die Hilfe des VAR angewiesen war. „Es gab halt keinen Spielfluss“, monierte Rückkehrer Fellhauer, „weil die Partie dauerhaft unterbrochen wurde und man warten musste, bis er wieder rausläuft, um sich Hilfe zu holen, weil er keine Entscheidung treffen konnte.“
„Leider fühlt sich das Spielerlebnis von außen gar nicht mehr so echt an.“ (Manuel Baum über den VAR)
Aufpassen wollte Fellhauer, dass er „lieber nichts Falsches“ sagte, doch die Botschaft war klar: Mit der Schiedsrichter-Leistung waren er und seine Augsburger Kollegen nicht unbedingt einverstanden. Verständlicherweise übrigens, denn tatsächlich hätte in der letzten Aktion nach einem Handspiel von SVE-Kapitän Lukas Pinckert noch ein weiterer Elfmeter hinzukommen müssen, zum potenziellen 4:4.
„Leider fühlt sich das Spielerlebnis von außen gar nicht mehr so echt an, wie es eigentlich sein sollte“, meinte ein geknickter Manuel Baum grundsätzlich zum VAR. „Durch die ganzen Entscheidungen … Ich find, dass man dem Schiedsrichter den Rücken stärken muss. Eine Entscheidung wie beim ersten Tor. Ich glaube, da war der Detektiv unterwegs. Da wäre keiner draufgekommen, dass da ein Elfer dabei war.“ War er aber. „Ist einfach schwierig gerade, weil das Echtheitsgefühl des Spiels verloren geht.“
Bei allem Frust über den Schiedsrichter und den VAR blieb der FCA dennoch selbstkritisch genug, um die Fehler auch bei sich selbst zu suchen. „Wenn du so viele Tore kriegst, wird es schwierig, einen Punkt zu holen“, erklärte Kapitän Fabian Rieder. Zwei Tore hatte der FCA in Bremen erzielt und verloren, drei in Elversberg und verloren. Insgesamt sind es elf Gegentreffer in den vergangenen vier Ligaspielen. „Das fängt vorne an und hört hinten auf. Das ist ein Kollektivproblem. Das müssen wir schleunigst besser machen.“
Am besten schon am kommenden Samstag, wenn gegen Union Berlin Druck drauf ist. Nach vier sieglosen Spielen am Stück muss der FCA wieder liefern, anschließend warten im Pokal Großaspach und in der Liga ein weiteres Heimspiel gegen Freiburg. „Einen Härtetest haben wir eigentlich Woche für Woche“, sagt Fellhauer. „Wir haben acht Punkte, das ist ein guter Start. Aber es bringt nichts, sich darauf auszuruhen.“
Der FC Augsburg ist nach der Pleite in Elversberg selbstkritisch genug – sucht aber auch Fehler beim Schiedsrichter.
