Ist Eggestein auf dem Weg zu einem neuen Scorerbestwert? 

Der SC Freiburg ist weiterhin ungeschlagen, hat jetzt aber drei knackige Aufgaben vor sich – und will auch gegen die vermeintlich größeren Teams mithalten.

Freiburg vor dem Topspiel in Leverkusen

Für den SC Freiburg hätte der Saisonbeginn nicht besser laufen können. Die Mannschaft von Trainer Julian Schuster eilt von einer Bestmarke zur nächsten: acht Siege und eine Niederlage – der Sport-Club hat noch kein Pflichtspiel verloren. Doch jetzt hat der Tabellenführer der Bundesliga nach dem fünften Spieltag drei echte Härtestes vor sich, beginnend mit dem Auswärtsspiel beim Tabellenvierten Bayer 04 Leverkusen (LIVE! ab 15.30 Uhr bei kicker), dem in der Conference League eine Reise zum Spitzenreiter der französischen Ligue 1, AS Monaco, folgt, und dann kommt der FC Bayern nach Freiburg.

In Leverkusen könnte der SC nun einen weiteren Rekord aufstellen, denn er war noch nie nach dem sechsten Spieltag Tabellenführer. In der Saison 2022/23 waren die Freiburger nach dem 5. Spieltag Spitzenreiter, übrigens durch einen 3:2-Sieg in Leverkusen, danach gab es ein Unentschieden gegen Mönchengladbach. Und der SC hat als Tabellenführer auch noch nie gewonnen (drei Remis, eine Niederlage).

„Es war die letzten Jahre immer ein Thema, dass wir auch gegen die vermeintlich größeren Mannschaften etwas mitnehmen wollen, und genau das nehmen wir uns vor“, sagte Verteidiger Max Rosenfelder, der beim 3:2-Sieg gegen FK Jablonec am Donnerstag mal wieder in der Startelf stand. „Leverkusen ist eine starke Mannschaft, aber wir sind gut drauf, momentan müssen wir uns vor keinem verstecken“, betonte der 23-Jährige. In der vergangenen Saison hat der Sport-Club auswärts in München, Dortmund, Leverkusen, Leipzig und Stuttgart verloren, zuhause aber gegen den VfB und RB gewonnen und gegen den BVB und Leverkusen unentschieden gespielt, nur gegen die Bayern im eigenen Stadion verloren.

„Wir wollen zeigen, dass wir auch auf dem Niveau mithalten können“, sagte Maximilian Eggestein vor dem Topspiel in Leverkusen. Der Dauerläufer im Mittelfeldzentrum sorgt jetzt auch noch für Tore, zuletzt mit einem schönen Distanzschuss zum zwischenzeitlichen 3:1 gegen Jablonec. „Der war auch super hingelegt von Kübi“, lobte er Vorlagengeber Lukas Kübler, der am Freitag seinen Vertrag beim SC vorzeitig verlängert hat – wie vor ihm auch schon andere langjährige Leistungsträger, unter anderem Eggestein.

So viele Tore wie in der gesamten Vorsaison

Drei Tore hat der Ex-Bremer auch schon in den ersten fünf Bundesligaspielen erzielt, so viele wie in der gesamten Vorsaison. Seine beste Scorersaison hatte er 2018/19 bei Werder mit sechs Toren und sieben Vorlagen (Liga und DFB-Pokal). „Es ist noch früh in der Saison, da kann man sich das schon noch vornehmen“, antwortete er auf die Frage, ob er das diese Saison vielleicht toppen kann.

Dass er jetzt häufiger vor dem gegnerischen Tor auftaucht, machte er im kicker-Interview in der Länderspielpause auch daran fest, dass er jetzt nicht mehr mit Johan Manzambi (Aston Villa) im Mittelfeld spielt, der als kreativer Freigeist mehr Absicherung benötigte, sondern entweder mit Yannik Engelhardt oder Patrick Osterhage, die nun wiederum ihn öfter mal absichern.

Zunächst wird aber wohl vor allem Defensivarbeit auf Eggestein und seine Kollegen zukommen, schließlich hat Leverkusen „schon viele Tore erzielt“, wie Schuster sagte, „die Mannschaft hat sich über die letzten Spiele gefunden, hat eine große Qualität und einige Spieler mit sehr viel Herz und Temperament, was Einstellung und Zweikämpfe angeht“. Und deswegen dürfen sich die Freiburger nicht wie am Donnerstag gegen Jablonec Phasen erlauben, in denen sie zu passiv waren und das Pressingverhalten vernachlässigten, und dadurch auch zwei zu einfache Gegentore kassierten. „Es ist eine Erkenntnis, dass wir in diesen Punkten schärfer bleiben müssen“, mahnte der SC-Coach.

 Der SC Freiburg ist weiterhin ungeschlagen, hat jetzt aber drei knackige Aufgaben vor sich – und will auch gegen die vermeintlich größeren Teams mithalten. 

 

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