Seine Offensivstärken soll Maximilian Beier bei Borussia Dortmund zukünftig aus einer tieferen Position zeigen. Die Experimente als Außenverteidiger gehen in die neue Saison.
Soll die gesamte Außenbahn besetzen
Niko Kovac ist nicht dafür bekannt, ein Freund von Experimenten nur der Experimente wegen zu sein. Junge Spieler werden von ihm nicht einfach eingesetzt, weil sie im Kader stehen, sondern müssen sich Minuten verdienen. Und so setzte der Dortmunder Trainer in den letzten tabellarisch unbedeutenden Spielen der abgelaufenen Saison fast durchgehend auf sein Stammpersonal.
Zwei Ausnahmen gab es: Samuele Inacio wurde Stammspieler und stand in den abschließenden vier Partien in der Startelf, der Offensiv-Allrounder Maximilian Beier lief immer mal wieder als linker Außenverteidiger auf. Beide anfänglichen Experimente werden wohl zu Dauerlösungen. Während der Italiener an seine starken Auftritte anschließt, plant Kovac mit dem deutschen Nationalspieler auf der Schiene.
Plötzlich Außenverteidiger, plötzlich rechts
Im ersten Testspiel Beiers nach dessen wegen der WM-Teilnahme späteren Einstieg gegen den FC Tokyo am Samstag tauchte der ehemalige Hoffenheimer plötzlich als Pendant zu Daniel Svensson auf der rechten Außenverteidiger-Position auf und beackerte dort die komplette Linie. Der Versuch auf der anderen Seite, in der Liga agierte er bisher links, erweitert das Stellenprofil des 23-Jährigen noch.
„Ich habe das Glück, dass ich mehrere Positionen spielen kann“, findet Beier selbst: „Ich spiele auch gerne links hinten oder rechts.“ Nur zum reinen Defensiv-Akteur wird sich der Brandenburger nicht umschulen lassen: „Seitdem ich denken kann, bin ich immer vorne gewesen, da fühle ich mich am wohlsten.“ Als Außenverteidiger soll er aber vor allem seine Stärken umsetzen, den Zug nach vorne und in den Strafraum mit viel Tempo und Dynamik, die Disziplin im Rückwärtsgang und den ungebrochenen Willen in beide Richtungen.
Eine Option mehr für Kovac
„Er ist ein Spieler, der sein eigenes Ich in den Hintergrund stellt“, charakterisiert ihn sein Coach. Beier habe in der gemeinsamen Zeit „bewiesen, dass er sowohl vorne als auch über Außen richtig gut agieren kann“. Und, für Disziplin-Enthusiast Kovac ebenso wichtig: „Ich weiß, dass Maxi alles geben wird, egal wo er spielen wird. Solche Spieler brauchst du.“
Und das gilt ebenso für den Dortmunder Kader, dem neben klaren Spezialisten eben auch Profis guttun, die auf mehreren Positionen zum Einsatz kommen können, Ex-Coach Lucien Favre nannte das einst „polyvalent“. Denn ein Außenverteidiger Beier wäre eine weitere Option in Breite und Tiefe. Rechts ist zwar Julian Ryerson mit seinem Vorlagen-Fabelwert der Rückrunde gesetzt, Yan Couto steht aber vor dem Absprung. Links benötigt Kaua Prates noch Zeit, davor ist Svensson eine solide Option, der Schwede aber strahlte in der vergangenen Saison nur wenig offensive Durchschlagskraft aus.
Seine Offensivstärken soll Maximilian Beier bei Borussia Dortmund zukünftig aus einer tieferen Position zeigen. Die Experimente als Außenverteidiger gehen in die neue Saison.
