Vor der Heimreise am Mittwoch blickt man bei 05 zufrieden auf den Stand der Dinge. Der letzte Trainingslager-Tag bringt aber noch einen Wermutstropfen.
Fischer und Bungert ziehen Trainingslager-Bilanz
Aus dem Mainzer Trainingslager in Hopfgarten (Österreich) berichtet Thiemo Müller
Am letzten Trainingstag des 05-Camps in Tirol gab sich sogar noch der Mainzer Oberbürgermeister die Ehre auf der Sportanlage in Wörgl: Nino Haase (43), parteilos und ehemaliger Rugby-Bundesligaspieler, schaute aus seinem Urlaubsdomizil im nahe gelegenen Mayrhofen vorbei, schäkerte nach der Einheit u.a. mit Torwarttrainer Stephan Kuhnert sowie Nationalspieler Nadiem Amiri und stellte fest: „Das macht schon alles einen stabilen Eindruck.“
Ein Urteil, dem weder journalistische Dauerbeobachter der Mainzer Vorbereitung noch die 05-Verantwortlichen widersprechen wollten. Mit einem „sehr, sehr guten Gefühl“, sowohl auf den Leistungsstand als auch die aktuelle Kaderzusammenstellung bezogen, trat Sportdirektor Niko Bungert bereits einen Tag vor den Profis die Heimreise an. Auch Coach Urs Fischer, jeglichen Überschwangs in eigener Sache unverdächtig, gibt dem Trainingslager die Bestnote: „Es war sehr gut. Die Jungs haben toll mitgezogen, von der Intensität und auch der Leistung her.“
Bis Dienstag der einzige Wermutstropfen: Die Verletzung von Eric Martel, der mit einer Innenbandblessur im Knie – mutmaßlich handelt es sich um einen Anriss – bis in den September hinein ausfällt. Neue Sorgen kamen freilich hinzu, als Paul Nebel das Training abbrechen musste: Der Angreifer griff sich nach einem Torschuss an die Leiste, wurde zunächst im Athletikzelt neben dem Platz behandelt und schritt dann mit ernster Miene aber ohne äußerlich erkennbare Einschränkungen Richtung Mannschaftsbus. Den kommenden Test gegen Paris FC am Samstag dürfte Nebel verpassen. Ob die Diagnose über eine Adduktorenzerrung hinausgeht, bleibt abzuwarten.
„Rael hat sich konstant und stetig in den Blickpunkt gespielt.“ (Niko Bungert)
Klarer Gewinner der bisherigen Vorbereitung: Der linke defensive Schienenspieler Rael Nakuzola (19), den die Rheinhessen aus der U 19 von Rot-Weiß Essen eigentlich für die U 23 verpflichtet hatten. In Abwesenheit der WM-Fahrer Phillipp Mwene und Silvan Widmer nutzte der Teenager indes die Gunst der Stunde und besitzt nun beste Perspektiven auf einen dauerhaften Verbleib im Profikader. „Er hat sich konstant und stetig absolut ins Blickfeld gespielt, das ist natürlich keinem verborgen geblieben“, bestätigt Bungert. „Wir wollen ihn aber auch nicht zu schnell auf ein Podest heben. Das alles heißt nicht, dass bei so einem jungen Spieler nicht noch ein Knick kommen kann.“ Vor allem die in den harten Fischer-Einheiten nachgewiesene körperliche Verfassung des Youngsters spricht freilich nicht dafür.
Vor der Heimreise am Mittwoch blickt man bei 05 zufrieden auf den Stand der Dinge. Der letzte Trainingslager-Tag bringt aber noch einen Wermutstropfen.
