Platz vier verteidigt, aber Vorsprung eingebüßt. Nach dem 1:1 gegen Werder Bremen war das Stimmungsbild beim VfB Stuttgart durchwachsen. Und die Vorfreude auf den kommenden Kracher gegen Hoffenheim auch.
Stuttgart verteidigte Platz 4
„Wir verpennen die Anfangsphase, vielleicht sogar die ersten 20 bis 30 Minuten“, blickte Ermedin Demirovic nach dem 1:1 gegen den SVW bei DAZN auf das Spiel zurück und stellte fest: „Wir hatten die Kontrolle, spielten aber zu langsam und dann passiert es, dass du so ein unnötiges Gegentor kassierst. Danach haben wir Druck gemacht, eine Flanke nach der anderen reingeschlagen und dann 1:1, am Ende ist das aber zu wenig. Wir hatten uns vorgenommen, zu gewinnen. Das tut schon weh.“
Der Bosnier betonte mit Blick auf den Dreikampf um Platz vier zwischen Stuttgart, Hoffenheim und Leverkusen, wie wichtig jeder Sieg ist. „In dem Kampf um die Champions League müssen wir versuchen, jeden Dreier zu holen – und erst recht zu Hause in einem Spiel, in dem du die Kontrolle hast. Dann willst du natürlich gewinnen.“
Trainer Sebastian Hoeneß bemängelte, dass es seinem Team nicht gelungen sei, „in Führung zu gehen, weil wir nicht gut verteidigt haben und zu viele Ballverluste hatten. Uns hat Handlungsschnelligkeit gefehlt.“ Er lobte aber auch, dass man nach dem Rückstand bis zum Schluss Druck aufgebaut und zumindest noch ein 1:1 geholt habe. Das Remis führte auch dazu, dass sich an der grundlegenden Ausgangslage der Schwaben nicht allzu viel geändert hat.
Ärger über ausgebliebenen VAR-Check
Geärgert hat sich der VfB-Coach aber über eine Szene kurz vor dem 0:1, als der Bremer Karim Coulibaly während eines Eckballs sehr lang das Trikot von Luca Jaquez festhielt und der Schweizer daraufhin zu Boden ging; der Ball wäre auch in diesem Bereich gelandet. „Ein klarer Elfmeter“, monierte Hoeneß den ausgebliebenen Pfiff von Schiedsrichter Christian Dingert und betonte, dass Coulibaly „keine Chance mehr gehabt hatte, in irgendeiner Form als auf diese Weise einzugreifen“.
Hoeneß wunderte sich auch darüber, dass diesbezüglich offenbar „eine kurze Kommunikation stattfand und entschieden wurde, dass es nicht einmal würdig war, um sich das anzuschauen. Für mich eine bittere Szene, aber das ändert nichts daran, dass wir natürlich mit unserer ersten Halbzeit nicht zufrieden sein können.“ Weitaus besser lief indes die zweite Halbzeit, sodass am Ende nur ein Punkt heraussprang.
Der sorgte dann auch dafür, dass der VfB aufgrund seiner um vier Tore besseren Tordifferenz Platz vier verteidigte. Mit Blick auf das eigene Restprogramm meinte Demirovic, dass man zwar noch „drei Bretter“ vor sich habe, betonte aber zugleich, dass man alles selbst in der Hand habe. Das stimmt auch, schließlich reist der VfB nach Hoffenheim und empfängt eine Woche später Leverkusen, ehe es zum Saisonabschluss nach Frankfurt geht.
Das erste Brett, das es also zu bohren gibt, wartet am kommenden Samstag (15.30 Uhr) in Sinsheim. „Deutlicher kann es nicht mehr sein, wir sind direkte Nachbarn in der Tabelle, wir sind vier Tore auseinander“, fasste Hoeneß die Ausgangslage zusammen und meinte: „Das ist doch ein schönes Spiel und da freuen wir uns drauf. Natürlich hätten wir das Spiel gerne mit zwei Punkten Vorsprung gespielt. Jetzt ist es so, dass wir dieses Spiel aus der Position des vierten Platzes spielen werden. Das ist eine Chance, um die Hoffenheimer erstmal wieder hinter uns zu lassen. Jetzt ist es wichtig, zu regenerieren, die Köpfe frei zu bekommen – und dann werden wir sehr heiß sein.“
Platz vier verteidigt, aber Vorsprung eingebüßt. Nach dem 1:1 gegen Werder Bremen war das Stimmungsbild beim VfB Stuttgart durchwachsen. Und die Vorfreude auf den kommenden Kracher gegen Hoffenheim auch.
