Der 1. FC Köln will sein Stadion modernisieren und vergrößern. Nur wie? Präsident Jörn Stobbe über Grenzen und Möglichkeiten – und welche bemerkenswerte Kapazität dem Klub vorschwebt.
Präsident Stobbe über die Stadionpläne
Seit rund zehn Monaten ist Jörn Stobbe Präsident des 1. FC Köln, langweilig wurde es ihm dabei noch nicht. „Man kann 24 Stunden am Tag etwas für den FC machen“, sagt der 60-Jährige im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. Das Thema, das den größten Aufwand birgt, liegt ihm dabei besonders am Herzen: Wie lässt sich die Stadionfrage lösen?
Im Juni hatten Vizepräsident Jörg Alvermann und Mitgliederratschef Fabian Schwab im kicker-Interview bereits Optionen bis hin zum Stadionkauf diskutiert, Stobbe sagt nun: „Bei so einer Projektentwicklung muss man als Erstes auf den Ist-Zustand gucken: Sind wir mit unserem Stadion zufrieden? Und nein, das sind wir nicht. Wir lieben es, aber es ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Und es ist ganz einfach zu klein.“
Ein Ausbau ergebe wirtschaftlich „nur Sinn, wenn man nicht von 50.000 auf 55.000 oder 60.000 geht, sondern wirklich auf 75.000. Wenn man sagt, wir bauen aus, provoziert man natürlich, dass Anwohner sagen: Moment mal, es gibt doch jetzt schon Stress – und dann sollen noch 25.000 Zuschauer dazukommen? Dennoch sehen wir da Möglichkeiten.“
Stobbes Credo dabei: „Man muss die Grundlagen bearbeiten, die vielen dicken Bretter aufbohren – Einnahmenseite, Kostenseite, Statik. Es ist schon viel berechnet worden, und für mich ist nirgendwo ein Showstopper. Wenn man aber versucht, alle Bretter gleichzeitig durchzubohren, scheitert man. Man muss sie isolieren, mit den richtigen anfangen, die richtige Reihenfolge finden. Dann halte ich das für möglich. Wir haben eine Stadionkommission gegründet, berichten bis zur nächsten Mitgliederversammlung über unsere Pläne – und schauen parallel, was wir am Stadion schon jetzt verbessern können.“
„… den würden wir sofort wieder wegschicken“
Und die Finanzierung? „Eine Immobiliengesellschaft könnte in diesem Fall aus meiner Sicht Sinn ergeben“, erklärt Stobbe. „Da könnte man über Crowdfunding nachdenken, könnte überlegen, ob man einen Finanzierungs-Partner reinnimmt – solange er auf Vereinsebene kein Mitspracherecht hat. Eine solide, vielleicht innovative Immobilienfinanzierung, die zu Köln passt.“
Der sportliche Erfolg solle jedoch nicht gefährdet werden. „Wenn jemand kommt und sagt, er baut uns ein Stadion, 20 Jahre Pacht à zehn Millionen – den würden wir sofort wieder wegschicken“, betont Stobbe, prognostiziert aber: „Eigentümer eines modernen, solide finanzierten Stadions zu sein – das könnte der Gamechanger für den 1. FC Köln sein. Wichtig ist der Dreiklang: solide Prüfung, gute Kommunikation, Legitimation durch die Mitgliedschaft.“
Der 1. FC Köln will sein Stadion modernisieren und vergrößern. Nur wie? Präsident Jörn Stobbe über Grenzen und Möglichkeiten – und welche bemerkenswerte Kapazität dem Klub vorschwebt.
