Viele zuvor noch unbekannte Spieler haben beim SC Paderborn 07 einen wichtigen Schritt ihrer Karriere vollzogen. Ein 21-Jähriger hat nun beim Aufsteiger die Chance dazu. Sein Trainer zeigt sich nach den ersten Wochen angetan.
Neuzugang könnte den typischen Weg gehen
Wenn die noch ausbaufähige Torausbeute in den bisherigen Testspielen zur Sprache kommt, rückt Ralf Kettemann die Relationen gerne ein wenig zurecht. So geschehen am vergangenen Wochenende beim 2:0-Sieg des Aufsteigers in Osnabrück, als das Team noch nicht die für die Bundesliga notwendige Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Gehäuse an den Tag legte. „Wir haben hier gegen einen Zweitligisten gespielt“, ordnete der Trainer ein und führte aus: „‚Albo‘ (Albert Millgramm; Anm.d.Red.) kommt aus einer Regionalligamannschaft. Dazu ‚Steff‘ (Stefano Marino, voriges Jahr Zweitliga-Debütant in Paderborn, d. Red.), dann ‚Tiggi‘ (Steffen Tigges; d. Red.), ein besonderer Spieler, der jetzt auch nicht jedes Jahr 20+ Tore geschossen hat, sondern viel über Intensität und Kopfbälle kommt. Der Dritte im Bunde war diesmal ‚Kenny‘ Okpala, den haben wir vor einem halben Jahr aus der 3. Liga geholt.“ Vom SV Waldhof Mannheim.
Will heißen: Geballte Bundesliga-Erfahrung können die Ostwestfalen in der Offensive kaum bieten, zumal mit Sven Michel ein Routinier auf unbestimmte Zeit verletzt ausfällt. Doch es sind gerade die Nobodys, die schon fast traditionell beim SC Paderborn 07 die nächste Sprosse in der Karriereleiter nehmen. Keine gewagte Prognose: Selbst, wenn es der Klub schwer haben sollte, 2027 den Klassenerhalt zu schaffen – einzelnen Spielern könnte der persönliche Verbleib in der Liga gelingen. Regelmäßig produzierte der SCP07 am eigenen Standort Bundesligaspieler, zuletzt 2025 etwa Ilyas Ansah (Union Berlin) und Aaron Zehnter (Wolfsburg). Aktuell stehen unter anderem SCP-Aufstiegshelden wie Mika Baur (Celtic Glasgow) und Laurin Curda (FSV Mainz 05) nach ihrer starken Zweitligasaison 2025/26 im Fokus interessierter Klubs.
„Ich träume natürlich davon, dass ich spielen werde. Das ist mein Ziel.“ (Albert Millgramm)
Wird vielleicht Millgramm in diese Fußstapfen treten? Der 21-Jährige steht in der Blütezeit seiner Entwicklung, wirkt aktuell aber schon wie selbstverständlich in den Tests mit. „Das hätte vielleicht nicht jeder erwartet“, sagt er selbst und bleibt bescheiden. „Wir sind noch immer in den ersten Wochen der Vorbereitung. Man sollte den Ball flachhalten.“ Aber: „Ich träume natürlich davon, dass ich spielen werde. Das ist mein Ziel.“
Befeuert wird dies aktuell von seinem Coach. „Er kommt von Magdeburg II. Er macht es wirklich herausragend. Erstaunlich. Er macht total viel Freude“, zeigt sich Kettemann angetan. „Das sind Spielertypen, die uns letztes Jahr ein bisschen gefehlt haben.“ Millgramm suche mutig das Eins-gegen-eins und Eins-gegen-zwei, in dem er sich mit seinem starken Dribbling behaupte. „Er hat eine super Quote am Ball. Er übertreibt es nicht und schafft es, zu differenzieren: Wann gehe ich ins Dribbling?“ Zudem sei der Flügelspieler intelligent und ein echtes Laufwunder. „Er beschäftigt sich mit dem Spiel, kann marschieren ohne Ende, läuft von Sechzehner zu Sechzehner und verteidigt. Der Junge macht richtig Freude.“
Zu schmächtig? Kettemann dreht es bei seinen „kleinen Riesen“ um
Bedenken, Millgramm könne sich mit seinen gerade einmal 170 Zentimetern Körperlänge und 64 Kilo Gewicht auf höchstem Niveau als zu schmächtig erweisen, schiebt der Trainer beiseite. „Ich drehe es um: Es ist sein Vorteil!“ Klar, wenn er stets ins Duell mit einem von der Statur her überlegenen Gegenspieler ginge, würde es schwer. „Aber“, so Kettemann über die Vorzüge „kleiner Riesen“ in seinem Kader, „diese Jungs schaffen es ja, diese Duelle zu vermeiden.“ Funfact dazu: Leistungsträger Baur ist 1,72 Meter groß und wiegt 62 Kilogramm.
Viele zuvor noch unbekannte Spieler haben beim SC Paderborn 07 einen wichtigen Schritt ihrer Karriere vollzogen. Ein 21-Jähriger hat nun beim Aufsteiger die Chance dazu. Sein Trainer zeigt sich nach den ersten Wochen angetan.
