Beim 2:1 gegen Freiburg trifft Ibrahim Maza nicht nur selbst, sondern liefert auch eine traumhafte Vorlage für Rekordtorschütze Patrik Schick. Wie der Spielmacher des Werksklubs die Szene erklärt – und wer nun noch vor Leverkusens Angreifer steht.
Tscheche feiert Startrekord
Eigentlich hatte die Szene jegliche Brisanz verloren. Von Philipp Lienharts Fuß flog der Ball in jener 76. Minute hoch in Richtung der Freiburger Eckfahne. Und ja, Ibrahim Maza sprintete zwar noch hinterher – doch mit Niklas Beste und Yannik Engelhardt hatte er gleich zwei SC-Profis an seinen Fersen, die ihm die Kugel streitig machen wollten. Im besten Fall würde daraus noch eine Bayer-Ecke entspringen können, dachte sich wohl mancher Beobachter.
Was Maza dann allerdings vollbrachte, führte zu kollektiver Schwärmerei: Erst sicherte er den Ball, dann verpasste er Engelhardt einen Beinschuss. Und letztlich fand seine Flanke auch noch den Weg durch Jordy Makengos Beine – ein zauberhafter Moment, der zum 2:1-Siegtor durch Patrik Schick führte.
Was er sich dabei gedacht habe? „Keine Ahnung“, sagte Maza anschließend bei DAZN. „Wenn man an der Eckfahne ist, wollen sie einen pressen.“ Dann sei es dieses Spiel auf ganz engem Raum, „was man damals gelernt hat, wo ich aufgewachsen bin in Berlin. Einfach zocken im Käfig. Einfach improvisieren und machen“, meinte der 20-Jährige. „Manchmal klappt es nicht, aber wenn es klappt, dann ist es schön.“
Schick löst Berbatov und Kießling ab – und nimmt ein Duo ins Visier
Ob er die Kugel einfach so ins Zentrum gespielt habe? „Ich weiß, wenn ich den Ball vor dem Verteidiger vorbeispiele, ist der Torhüter da“, erklärte Maza. „Also muss ich zwischen die Beine spielen, zum Glück hat er die Beine aufgemacht.“ Und Schick sei im Strafraum schlussendlich dort aufgetaucht, wo ein Stürmer sein müsse.
Mal wieder, muss man an dieser Stelle anmerken. Schließlich traf der 30-Jährige bisher an jedem Liga-Spieltag – und stellte dadurch einen neuen Klubrekord auf: Für Leverkusen hatten Dimitar Berbatov (2005/06) und Stefan Kießling (2009/10) vor ihm jeweils an den ersten fünf Spieltagen genetzt, Schick gelang das nun an den ersten sechs.
„Natürlich bin ich sehr, sehr glücklich. Für uns waren die drei Punkte heute wichtiger, aber es ist natürlich eine schöne Sache.“ (Bayers Patrik Schick nach seinem Torrekord)
„Natürlich bin ich sehr, sehr glücklich. Für uns waren die drei Punkte heute wichtiger, aber es ist natürlich eine schöne Sache“, sagte der Tscheche, der in der Bundesliga-Historie damit auf Rang 3 steht in diesem Ranking. Einzig Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (acht Spieltage, 2015/16) und Bayerns Robert Lewandowski (elf Spieltage, 2019/20) können auf einen besseren Lauf vom Saisonstart weg zurückblicken. Und wer weiß, vielleicht kann Schick diesem Duo ja tatsächlich noch gefährlich werden in den nächsten Wochen.
Mit Maza hat er nach dem Abgang von Florian Wirtz 2025 jedenfalls den nächsten kongenialen Partner an seiner Seite. Beide verstehen sich bestens, was sich auch beim 1:1 zeigte, als Schick Kollege Maza den Ball fein per Hacke auflegte. Folglich lobte Trainer Carles Martinez: Er habe – trotz des bevorstehenden Klubrekords – „keinen eigensinnigen Spieler“ gesehen. Schick habe „gearbeitet, verteidigt“, dem Team mit seiner Vorlage geholfen. Und in jener 76. Minute traf er dann eben selbst noch. „Mit seinem Talent war er da“, so Martinez. „Das sagt viel über ihn aus.“
Bayer setzt sich oben fest und zeigt eine verbesserte Reaktion
Mit dem dritten Ligasieg in Folge setzte sich Bayer weiter in der Top 4 fest – und durfte sich nebenbei auch darüber freuen, nach dem Gegentor – anders als noch zu Saisonbeginn – stabil geblieben zu sein. Gegen die so stark und als Tabellenführer in diesen Spieltag gestarteten Freiburger steckte das Martinez-Team den frühen Rückstand jedenfalls ziemlich problemlos weg und lieferte mit dem zeitigen Ausgleich eine hervorragende Antwort.
„Für die Tabelle war es sehr, sehr wichtig. Wir haben gegen eine Top-Mannschaft gespielt, eine der besten in der Intensität, in den Duellen“, sagte Schick und rekapitulierte: „Man kann unsere Entwicklung sehen. Wir machen nicht mehr die einfachen Fehler.“ Oder besser: weniger einfache Fehler. „Wir müssen 90 Minuten konstant sein, fokussiert bis in die letzte Minute. Am Ende können wir noch ein Tor kriegen“, gestand der Torjäger hinsichtlich Lucas Hölers Chance kurz vor dem Abpfiff. Allein: „Heute waren wir mal glücklich“, so Schick, der ebenso wie Maza wohl ganz besonders zufrieden zu Bett gehen dürfte.
Beim 2:1 gegen Freiburg trifft Ibrahim Maza nicht nur selbst, sondern liefert auch eine traumhafte Vorlage für Rekordtorschütze Patrik Schick. Wie der Spielmacher des Werksklubs die Szene erklärt – und wer nun noch vor Leverkusens Angreifer steht.
