Ausgerechnet Alexander Prass, der lange in der zweiten Reihe geschmort hat, beendet in Gladbach mit einem Tor, einer Vorlage und als Aggressiv-Leader die Hoffenheimer Niederlagenserie.
Österreicher hat sich durchgebissen
Auch in Gladbach musste die TSG eine Phase kurz nach der Halbzeit überstehen, in der man das Gefühl hatte, die bis dahin konzentrierte und überlegene Mannschaft könnte erneut jenes kleine Quäntchen nachlassen und den Gegner zurückholen. Symptomatisch dabei etwa Leon Avdullahus Passivität vor dem 1:1-Ausgleich. Doch diesmal stand mit Alexander Prass nicht nur der in der Offensive entscheidende Mann auf dem Platz, der Österreicher ging auch als emotionaler und aggressiver Anführer voran und riss seine Kollegen regelrecht mit.
„Man redet oft davon, wenn man die Chance kriegt, muss man da sein. Und ich glaube, das habe ich heute geschafft.“ (Alexander Prass)
Schon das 1:0 hatte der Linksfüßer Bambasé Conté schulmäßig aufgelegt, später den Siegtreffer höchstpersönlich besorgt, mit einem weiteren Weitschuss scheiterte Prass nur knapp. Es waren aber auch die kleinen Gesten und Signale, mit denen Österreichs Nationalspieler die Konzentration hoch- und den Teamverbund zusammenhielt. Allein mit welcher Leidenschaft Prass den erlösenden Abpfiff mit geballten Fäusten feierte, unterstrich seine Einstellung und seinen Einfluss auf dieses Spiel. „Man redet oft davon, wenn man die Chance kriegt, muss man da sein. Und ich glaube, das habe ich heute geschafft“, resümierte Prass nach seinem überzeugenden Auftritt, „ich muss auch sagen, dass ich richtig viel Unterstützung von meinen Jungs gehabt habe. Die haben mir absolut das Vertrauen geschenkt.“
Prass bewies einmal mehr, dass mit ihm immer zu rechnen ist. Schon zu Beginn dieses Jahres hatte er eine schwierige Zeit mit wenigen Einsätzen durchlebt, da war sogar schon über eine vorzeitige Leihe gemutmaßt worden, ehe Prass zuschlug, etwa in Bremen ein Traumtor schoss und seinen Anteil hatte am Einzug in die Europa League. Auch die aktuelle Spielzeit hatte wenig prickelnd begonnen. „Mich hat die Verletzung in der Vorbereitung schon ausgebremst“, erklärt der 25-Jährige, „wenn du da einen Monat raus bist, davor nur eine Woche im Training warst, ist schon schwer. Dementsprechend war für mich klar, dass diese Wochen nicht so einfach werden, aber ich bin dran geblieben und habe heute die Chance bekommen.“
Ilzers Extra-Lob für seinen Landsmann
Und genutzt. „Er kam von dem Highlight einer WM zurück und wurde gleich von einer Verletzung zurückgeworfen“, erinnert Trainer Christian Ilzer, der seinen Schützling schon aus Grazer Zeiten bestens kennt, „er hat dann viele gute Dinge gemacht und sich auch in der 2. Mannschaft in der 3. Liga Spielpraxis geholt. Heute war er am Erfolg maßgeblich beteiligt.“
„Das war absolut wichtig für uns nach dieser Niederlagenserie und auch für die Tabellensituation, richtig gut für unsere Köpfe“, betonte der Hochgelobte, „da war heute schon ordentlich Druck im Kessel, es tut allen richtig gut. Der Mannschaft, dem Verein, den Fans.“ Es sei nicht alles schlecht gewesen in den Wochen davor, „aber wir haben es nicht geschafft, die Spiele auf unsere Seite zu ziehen und sie trotz Vorsprungs aus der Hand gegeben. Heute hatten alle im Kopf, wir geben alles, damit wir kein Tor mehr kassieren. Das hat man gespürt.“
Ausgerechnet Alexander Prass, der lange in der zweiten Reihe geschmort hat, beendet in Gladbach mit einem Tor, einer Vorlage und als Aggressiv-Leader die Hoffenheimer Niederlagenserie.
