St. Pauli stellt die schwächste Offensive der Bundesliga. Nur in neun der 30 Spiele erzielten die Kiezkicker ein Tor aus dem Spiel heraus. Doch für die letzten vier Spiele gibt es einen Hoffnungsschimmer.
Standards als Lebensversicherung
Der FC St. Pauli steht kurz davor, genauso wie letzte Spielzeit, die wenigsten Tore der Bundesliga zu erzielen. 26 Treffer stehen nach 30 Spieltagen zu Buche, der Abstand zum Hamburger SV und dem kommenden Gegner Heidenheim beträgt sieben Tore. Dabei können sich die Kiezkicker in dieser Spielzeit auf ihre Standardstärke verlassen: In dieser Statistik sind die Hamburger immerhin Neunter vor Champions-League-Anwärtern wie Stuttgart oder Leipzig. Die 14 Treffer resultierten aus sechs Ecken, vier Elfmetern, drei Freistößen und einem Einwurf.
Damit ist die Mannschaft von Chefcoach Alexander Blessin und Co-Trainer Peter Nemeth, der für die Standards zuständig ist, die einzige der Bundesliga, die über die Hälfte ihrer Tore nach ruhenden Bällen erzielt hat. Und genau das führt zur Kehrseite der Medaille. Nur in neun der 30 Bundesliga-Partien und in einem der vier Auftritte im DFB-Pokal gelang den „Boys in Brown“ ein Torerfolg ohne vorangegangene Standardsituation.
„Ich scheiß auf Statistiken.“ (St. Pauli Coach Alexander Blessin)
Dabei ging die Saison der Kiezkicker gut los: Beim Auftakt gegen den BVB (3:3) und im Stadtderby beim Hamburger SV (2:0) erzielte St. Pauli drei Treffer aus dem Spiel heraus, auch beim 2:1-Sieg gegen Augsburg stimmte das Ergebnis. Danach folgte eine neun Spiele andauernde Niederlagenserie und der damit verbundene Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz.
Die desaströse 0:4-Pleite gegen das damalige Schlusslicht Gladbach war dabei der Tiefpunkt. In der Folge kehrte die Blessin-Elf zu den vermissten Grundtugenden zurück, verlor zwar noch dreimal, erzielte aber in den anschließenden sechs Pflichtspielen alle sieben Treffer aus dem Spiel heraus.
Nach dem sieglosen Januar und dem Pokal-Aus in Leverkusen (0:3) entgegnete Blessin angesprochen auf die Abhängigkeit von Standards: „Ich scheiß auf Statistiken.“ Möglicherweise ist genau das die richtige Einstellung auf dem Kiez, denn im Anschluss konnten in den vier Ligaspielen im Februar drei Siege eingefahren werden. Erst ein 2:1 gegen Stuttgart trotz ersatzgeschwächter Startelf und dann wurde beim 2:1 gegen Bremen soiwe beim 1:0 in Hoffenheim nicht mal ein Standardtor benötigt.
Seitdem folgten in sieben Spielen jedoch nur drei Punkte mitsamt ebenso vieler Treffer – allesamt nach ruhenden Bällen. Dennoch bekräftigte Abwehrchef Hauke Wahl nach dem vergangenen 1:1 gegen Köln, dass St. Pauli „immer noch das große Ziel, Platz 15 zu erreichen“ hat. Dafür müsste in Heidenheim am Samstag (15.30, LIVE! bei kicker) allerdings ein Sieg her, der gleichbedeutend mit dem Abstieg des FCH wäre.
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Trotz des Ausfalls von Pereira Lage gibt es Hoffnungsschimmer für die Kiezkicker. Heidenheim kassierte zusammen mit Wolfsburg die meisten Gegentore, zudem musste kein Verein mehr Treffer aus dem Spiel heraus hinnehmen als die beiden Kellerkinder. Am letzten Spieltag gastieren die Wölfe am Millerntor, für St. Pauli also die Möglichkeit schlechthin, die eigene Torstatistik aufzubessern.
Zumal in der Hinrunde beim 2:1 gegen Heidenheim und 1:2 in Wolfsburg alle drei Treffer aus dem Spiel heraus erzielt wurden. Nimmt man die Standardsituationen raus, sind Joel Fujita (1 Tor/3 Vorlagen), Danel Sinani (0/3), Manolis Saliakas (0/3) und Andreas Hountondji (0/3) die erfolgreichsten Scorer der Kiezkicker in dieser Spielzeit. Zumindest die vier stehen Blessin in Heidenheim zur Verfügung.
St. Pauli stellt die schwächste Offensive der Bundesliga. Nur in neun der 30 Spiele erzielten die Kiezkicker ein Tor aus dem Spiel heraus. Doch für die letzten vier Spiele gibt es einen Hoffnungsschimmer.
