Nach dem intensiven Pokalspiel müssen sich die Freiburger körperlich und mental schnell erholen, für das Spiel in Dortmund und das Europapokal-Halbfinale gegen Braga.
SC-Coach Schuster kündigt Rotation an
Mit hängenden Köpfen und schweren Beinen sind die Freiburger nach 120 Minuten Pokalfight in Stuttgart vom Platz gegangen. Und trotz aller Enttäuschung ging der Blick schon wieder voraus. „Wir werden bis Sonntag wieder aufgerichtet sein und alles auf dem Platz lassen“, kündigte SC-Kapitän Christian Günter an. „Das wird wehtun, so was nagt, aber das Schöne ist, wenn es während der Saison ist, kann man das noch umdrehen“, sagte er in Anspielung auf das verlorene Pokalfinale gegen Leipzig 2022 nach dem Ende der Bundesligasaison.
„Wir haben noch tolle Spiele, wo wir ganz viel erreichen können“, betonte der SC-Rekordspieler. Aus der bitteren Niederlage beim VfB werde die Mannschaft „die Lehren ziehen“, schließlich will sie im Europa-League-Halbfinale gegen Sporting Braga den Traum von einem Finale verwirklichen, „und in der Bundesliga natürlich die maximale Punktanzahl holen“. Schließlich ist seit der eigenen Niederlage im Pokal klar, dass Platz sieben – auf den der Sport-Club am vergangenen Spieltag geklettert ist – für eine Europapokal-Qualifikation reichen wird.
Dass es nach dem kräftezehrenden Spiel in Stuttgart in der Liga bei Borussia Dortmund (Sonntag, 17.30 Uhr) weitergeht, ist allerdings eine große Herausforderung für die Freiburger. Zum einen, weil es „gegen ausgeruhte Dortmunder“ geht, wie Trainer Julian Schuster sagte, während seine „Jungs den letzten Tropfen aus dem Tank herausgequetscht haben“. Und zum anderen hat der Sport-Club in Dortmund eine extrem schlechte Bilanz. Erst einmal hat er dort gewonnen, und das ist rund 25 Jahre her, dreimal endete die Partie unentschieden, 21 Niederlagen stehen zu Buche. Immerhin konnten die Freiburger mit dem 1:1 im Heimspiel in der Hinrunde ihren Negativlauf von sieben Niederlagen hintereinander gegen den BVB beenden.
Der SC-Coach hofft deshalb darauf, dass sein Team eine Serie aus den Vorwochen fortsetzen kann, als sie die nach den Europapokal-Spielen am Donnerstag am folgenden Sonntag bei St. Pauli, in Mainz und gegen Heidenheim gewonnen hat. Allerdings sei die Qualität des BVB größer als die der vorherigen Gegner, und seine Mannschaft musste am Donnerstag 30 zusätzliche Minuten spielen, war zudem enttäuscht – im Gegensatz zu den internationalen Spielen zuvor. „Das ist ein Paket, das es für uns sehr anspruchsvoll macht“, sagte Schuster, „aber wir haben die Qualität, das abzuschütteln.“
Keine Verletzungen, dennoch wohl einige Wechsel
Erst spät in der Nacht auf Freitag ist der Sport-Club aus Stuttgart zurückgekehrt. Obwohl einige mit ihren Kräften am Ende schienen, gab es keine Verletzungen, sodass die personellen Optionen für Dortmund sich nicht verändern sollten. Trotzdem wird es einige Wechsel geben, was „immer eine Chance und Möglichkeit für andere ist“, wie Schuster betonte. Die SC-Verantwortlichen sprechen immer wieder über die qualitative Breite im aktuellen Kader, die sich nun unter Beweis stellen lässt. Auch wenn da „zwei Welten aufeinandertreffen“, wie Schuster die Unruhe beim BVB kommentierte, nach gerade mal zwei Niederlagen und weiterhin Tabellenplatz zwei.
Klar ist, dass Stammtorwart Noah Atubolu in den kommenden Spielen in der Liga und im Europapokal wieder gesetzt ist. In der Entscheidung, im Pokal-Halbfinale auf Ersatzmann Florian Müller zu setzen, fühlte sich der SC-Trainer angesichts dessen hervorragender Leistung aber bestätigt. Und insgesamt zog Schuster auch ein positives Fazit: „Bei aller Trauer war der Auftritt so, dass er uns beflügeln und bekräftigen kann, und er hat auch bestätigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“
Nach dem intensiven Pokalspiel müssen sich die Freiburger körperlich und mental schnell erholen, für das Spiel in Dortmund und das Europapokal-Halbfinale gegen Braga.
