Was bei den 18 Bundesligisten während der WM passierte 

Während der Weltmeisterschaft herrschte auf den Trainingsplätzen der Bundesligisten weitestgehend Ruhe. Hinter den Kulissen liefen die Planungen für die neue Saison hingegen auf Hochtouren. Der kicker fasst die wichtigsten Geschehnisse bei den 18 Klubs zusammen.

Von Rekordabgängen bis Baustellenlärm

Ehe die Bundesligasaison am 28. August (20.30 Uhr) mit dem Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart beginnt, wartet auf die Klubs noch reichlich Arbeit. Einen Teil davon haben die Vereine allerdings bereits während der Weltmeisterschaft erledigt – sei es in Form von Rekordverkäufen, kostspieligen Vertragsverlängerungen oder sogar mithilfe von Baggern.

FC Augsburg: Talente-Show und gutes Geld für Ladenhüter

Klarheit wollte Michael Gregoritsch eigentlich schon vor dem WM-Start haben, vielleicht hatte er damit aber auch nur den der Österreicher gemeint. Wie seine Zukunft aussieht, erfuhr der Mittelstürmer jedenfalls rechtzeitig vor dem Auftaktspiel gegen Jordanien. Gregoritsch bleibt fest beim FCA, wurde für eine sechsstellige Summe fest von Bröndby IF verpflichtet. Auch sonst nutzten die Augsburger die WM-Pause und präsentierten talentierte Neuzugänge. Hennes Behrens etwa (TSG Hoffenheim, 3,5 Mio. Euro), Sima Suso (Fortuna Düsseldorf, 1,6 Mio. Euro) genauso, oder den 18-jährigen Torwart Tom Wisbereit von Union Berlin. Genauso wichtig für den letztjährigen Neunten: Ladenhüter wie David Colina (Zaglebie Lubin, 400.000 Euro) sind weg, für Cedric Zesiger (Young Boys, 3,5 Mio. Euro) floss gutes Geld.

1. FC Union Berlin: Schon sechs Testspiele absolviert

Die Abläufe haben sich bei Union Berlin im Vergleich zur Vorsaison nun während der WM kaum geändert, da die Eisernen lediglich mit Rani Khedira (Tunesien) einen Fahrer gestellt haben. Zudem gehört Union zu den Bundesligisten, die mit am frühesten in die Vorbereitung eingestiegen sind. Die zwei Neuzugänge Marvin Friedrich und Zeno van den Bosch wurden integriert und in den bisher sechs Testspielen wurde das System von Neu-Trainer Mauro Lustrinelli sowie die neue Spielweise einstudiert.

Werder Bremen: Plötzlich herrscht Kampf um die Nummer 1

Eigentlich, so das öffentliche Kommuniqué im Zuge des Abgangs von Stammkeeper Mio Backhaus am 23. Mai, war dessen Nachfolge unmissverständlich geregelt: „Karl Hein wird die Nummer 1“ – und trägt sie künftig auch auf dem Trikot. Die Suche nach einem neuen Herausforderer führte indes zur WM: Der Transfer von Österreichs Nationalkeeper Alexander Schlager wirft qua Vita (30 Länderspiele) und Alter (30 Jahre) nun die Frage auf, ob es sich tatsächlich nur um ein Backup handelt. Mittlerweile ist jedenfalls eher von einem Konkurrenzkampf als von einer klaren Hierarchie die Rede.

Borussia Dortmund: Warten auf die Adeyemi-Millionen

Während sich BVB-Profis, die nicht bei der Mammut-WM im Einsatz waren, in diesem Sommer erholten, starteten die Verantwortlichen die Operation Kader-Optimierung. Während Justin Lerma, Joane Gadou und Kaua Prates dazustießen, verließen Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan den Klub ablösefrei. Kjell Wätjen, Cole Campbell und Julien Duranville brachten durch ihren Verkauf dagegen eine zweistellige Millionensumme ein. In Karim Adeyemi steht ein weiterer lukrativer Abgang bevor. Geld, das der BVB für weitere Zugänge gut gebrauchen kann.

SV Elversberg: Mit Campbell in neue Dimensionen

Die SV Elversberg hat während der WM den teuersten Transfer ihrer bisherigen Vereinsgeschichte getätigt. Für knapp sechs Millionen haben die Saarländer für den rechten Flügel den 20-jährigen Cole Campbell von Borussia Dortmund mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet und damit rund vier Millionen mehr investiert als jemals zuvor bei einem Transfer. Emotional konnte dieser Schachzug nur von der Geburt des kleinen Hugo übertroffen werden, dem vierten Kind von Trainer Vincent Wagner (40).

Eintracht Frankfurt: Brown wegen Krösche fast nur eine Randnotiz

Die Schlagzeilen rund um Markus Krösche dominierten bei Eintracht Frankfurt. Zu WM-Beginn sorgte das Interesse der AC Mailand für Aufregung. Erst nach fünf Tagen räumte der Sportvorstand das Thema intern ab, die Spekulationen waren da längst heiß gelaufen und hatten auch vereinsintern einige Protagonisten nervös gemacht. Gegen Ende des Turniers sorgte die Enthüllung eines Immobiliendeals für neue Unruhe. 2022 hatte Krösche mit der Ehefrau des Beraters Andy Bara einen Grundstückskauf in Kroatien getätigt. Im kicker-Interview nahm er dazu ausführlich Stellung. Der immerhin 50 Millionen Euro schwere Verkauf von Nathaniel Brown an den FC Bayern geriet wegen dieser Storys fast zur Randnotiz.

SC Freiburg: Rekordmann Manzambi

Zwei Tage vor dem WM-Finale war er endlich perfekt, der mit großem Abstand neue Rekordverkauf des SC Freiburg. Aston Villa, das auf der Zielgeraden Ligarivale Newcastle United ausstach, schnürt ein Paket, das mit Sockelablöse und möglichen Boni knapp 70 Millionen Euro beträgt – und bekommt in Person von Johan Manzambi eine der heißesten Aktien Europas. Der 20 Jahre alte Shootingstar hat sich nicht nur mit unter anderem sieben Toren und elf Assists in 47 Pflichtspielen im SC-Trikot in den Fokus größerer Klubs gespielt, sondern auch beim Weltturnier aufgetrumpft. Für die Schweiz legte er drei Tore und zwei Assists in vier Einsätzen (zweimal Startelf) auf und wurde dann vor allem im Viertelfinale gegen Argentinien wegen einer Knieprellung schmerzlich vermisst.

Hamburger SV: Wichtigste Position neu besetzt

Die wichtigste Neuerung fand auf der wichtigsten Position statt: Mit Kathleen Krüger besetzte der HSV die seit dem Ausscheiden von Stefan Kuntz Anfang des Jahres vakante Position des Sportvorstandes neu. Die 41-Jährige kommt vom FC Bayern und damit von einem Branchen-Riesen, betritt aber Neuland in der ersten Reihe. Sportdirektor Claus Costa wird auch unter der Ex-Bundesligaspielerin für die Transfers verantwortlich zeichnen, Krüger soll die strategische Ausrichtung vorgeben.

TSG Hoffenheim: Rekordabgang und kräftige Investitionen

Die TSG hat sich in der WM-Pause zielstrebig für die neue Saison aufgestellt, wichtige Personalentscheidungen getroffen und den Kader durchaus markant verändert. Das betrifft vor allem Bazoumana Touré, der als Hoffenheimer mit der Elfenbeinküste zur WM reiste, aber nie zurückkehrte. Sein Rekordtransfer nach Newcastle spülte 50 Millionen Euro in die Kasse. Aber auch Haris Tabakovic (Bosnien) kam von der WM nicht zurück und wurde für fünf Millionen Euro nach Salzburg verkauft, zudem eine ganze Reihe Leihspieler weitergereicht oder verkauft. Und Fisnik Asllani sowie Muhammed Damar sind auch auf dem Sprung.

Auch die Reinvestitionen fielen üppig aus in Österreichs WM-Spieler Patrick Wimmer, Linksverteidiger Mats Rots, die Mittelfeldtalente Cajetan Lenz (alle je 10 Mio. Euro) und Nathan de Cat (17 Mio. Euro) – und ein Touré-Nachfolger muss auch noch geholt werden, zuletzt lief es auf Leo Sauer (Feyenoord) oder Adam Daghim (Salzburg) hinaus. Zudem haben die Kraichgauer die Verträge mit Chefcoach Christian Ilzer und dessen Trainerstab sowie den Analysten langfristig verlängert. Und obendrein auch den Vertrauten von Sportgeschäftsführer Andreas Schicker, Paul Pajduch, zum Sportdirektor befördert und ebenfalls mit einem neuen Kontrakt ausgestattet.

1. FC Köln: Ertragreicher Verlust einer Säule

Die WM verpasste Jakub Kaminski mit Polen, so hatte er Zeit, sich intensiv um seine Zukunft zu kümmern. Denn nach seiner Festverpflichtung des 1. FC Köln für 5,5 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg gab es eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag – und Benfica Lissabon überzeugte ihn. Der FC verlor damit eine Säule der letzten Saison für 17 Millionen Euro Ablöse, strich aber einen satten Gewinn von 11,5 Millionen Euro ein, der nun an mehreren Ecken des Kaders reinvestiert wird und bereits wurde.

RB Leipzig: Mit großen Namen dauerhaft in den Schlagzeilen

RB Leipzig befand sich über beinahe die gesamte WM hinweg in den Schlagzeilen. Erst durch die überraschende Entscheidung, den erfolgreichen Trainer Ole Werner nach nur einer Saison zu beurlauben und durch Martin Demichelis zu ersetzen. Und dann aufgrund des schlechten Abschneidens des DFB-Teams. Das führte zum Rücktritt von Julian Nagelsmann und dazu, dass der neue Bundestrainer Jürgen Klopp heißt – der zuletzt Head of Global Soccer bei Red Bull und an dem Trainerwechsel in Leipzig nicht unerheblich beteiligt war. Von den aktuellen RB-Profis bekam während der WM allen voran Yan Diomande extrem viel Aufmerksamkeit ab. Der Offensivspieler war die alles beherrschende Personalie rund ums Duell der Ivorer gegen die DFB-Auswahl und wurde dauerhaft mit Paris Saint-Germain in Verbindung gebracht, inklusive einer möglicherweise monströsen Ablöse.

Bayer 04 Leverkusen: Grimaldo zieht es in die Heimat

Bei der WM spielte Alejandro Grimaldo für den Titelgewinn Spaniens keine entscheidende Rolle. War ihm doch nur die Rolle des Backups für den vom FC Chelsea zu Real Madrid gewechselten Marc Cucurella zugedacht. In Leverkusen war der 31-jährige Linksverteidiger aber dennoch das große Thema. Verkaufte Bayer seinen Besten doch für 22 Millionen Euro plus Boni an Atletico Madrid und erfüllte dem Künstler damit seinen Wunsch, einmal in La Liga zu spielen – wo er sich erneut mit Cucurella duellieren kann.

1. FSV Mainz 05: Weiper-Moment mit Tragweite

Vor einem Jahr, nach starker U-21-EM mit vier Toren in sechs Spielen, war nicht auszuschließen, dass Nelson Weiper den Sommer 2026 beruflich in den USA verbringen würde. Nach einer enttäuschenden Saison folgte stattdessen die Ausleihe zu Sturm Graz. Vermeintlich nur eine Randnotiz im Schatten der WM, für Weiper und Mainz indes ein Moment mit Tragweite. Der Mittelstürmer bleibt Hoffnungsträger für die 05er, der Schritt nach Graz soll zum Schlüssel werden für den Durchbruch.

Bor. Mönchengladbach: Außer Polanski fast alles neu

Gladbachs Trainerstab wurde in diesem WM-Sommer runderneuert. Eugen Polanski, der Chefcoach bleiben darf, wird künftig unterstützt von Markus Gellhaus (Trainingsplanung und -umsetzung), Jan-Moritz Lichte (Entwicklung), Philipp Schützendorf (Analyse), Tobias Trulsen (Standards) sowie Torwarttrainer André Wachter. Der prominenteste Name auf der Streichliste war der von Oliver Neuville. Der Ex-Nationalspieler fungiert ab sofort als Co-Trainer in Borussias U 23.

Bayern München: 200 Millionen Euro für ein Duo und das Baggern

Während Joshua Kimmich und Co. in Boston nach dem peinlichen WM-Aus anfangen mussten mit dem Wundenlecken, machten sich an der Säbener Straße in München die Bagger breit. Großflächig wird das Vereinsgelände des FC Bayern umgebaut und modernisiert, unter anderem das Profizentrum und die Hybridrasen-Plätze. Rund 100 Millionen Euro kosten die Bauarbeiten, also genauso viel wie die beiden Neuzugänge Ismael Saibari (PSV Eindhoven) und Nathaniel Brown (Frankfurt), die ebenfalls während des Turniers beim deutschen Rekordmeister unterschrieben. Damit auch Geld reinkommt, wurden die Kapitel Alexander Nübel (Besiktas, 6,5 Mio. Euro Sockelablöse) und Daniel Peretz (fest zum FC Southampton, acht Mio. Euro) beendet. Außerdem zogen Youngster wie Jonathan Asp Jensen (A Coruna, sieben Mio. Euro), Jonah Kusi-Asare (fest zum FC Fulham, sechs Mio. Euro), Deniz Ofli (Leihe zum KSC) und Maurice Krattenmacher (SV Elversberg) weiter.

SC Paderborn 07: Zwei Blöcke und Trainingslager schon beendet

Wie andere startete auch der SC Paderborn 07 bereits während der WM in die Saisonvorbereitung. Besonderheit: Der Planung lag der deutlich frühere Start der Zweitliga-Saison zugrunde. Mit dem Aufstieg und dem Mehr an Zeit splittete Ralf Kettemann die Phase in zwei Blöcke. Seit 4. Juli bittet der Trainer wieder auf den Platz. Das Trainingslager in Bad Häring/Österreich wurde schon am Freitag, 17. Juli, beendet. Nach einer kleinen Pause Anfang August geht es für den Aufsteiger dann an den Feinschliff.

FC Schalke 04: Weichenstellung außerhalb des Platzes

Natürlich leuchtet der Name von Neuzugang Robin Gosens ein wenig heller als manch anderer, doch haben die Mitglieder des FC Schalke 04 während der WM weitere wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Das Ergebnis der Mitgliederversammlung war eindeutig: Die fast 5000 Stimmberechtigten wählten Axel Hefer erneut in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender er seit 2021 ist. Seine neue Amtsperiode beträgt weitere drei Jahre. In dieser Zeit will sich der Fast-Zweitliga-Absteiger der Spielzeiten 2023/24 und 2024/25 wieder fest in der Bundesliga etablieren.

VfB Stuttgart: Undav wird zum Topverdiener

In Stuttgart wurde das Hausaufgabenheft kurz vor WM-Start erst einmal zur Seite gelegt. Hatte die Vertragsverlängerung von Deniz Undav über 2027 hinaus Schlagzeilenwert, besiegelte man vor dem interkontinentalen Anpfiff eine Zusammenarbeit bis 2029. Zu den teuersten Konditionen der Klubhistorie mit einem Jahresgehalt von rund sechs Millionen Euro.

Dass Dennis Seimen aus Paderborn zurückkehrt und neue Nummer 1 werden soll, war ebenso klar wie die Verpflichtung von Hoffenheims Grischa Prömel, der nicht ausgedehnte Vertrag von Pascal Stenzel oder die Vertragsverlängerung von Dan-Axel Zagadou zu stark leistungsbezogenen Konditionen (bis 2027). Mehr Bewegung gab es in der zweiten Reihe, wo Keeper-Talent Florian Hellstern nach Fürth und Noah Darvich nach Elversberg verliehen wurden. Aktuell herrscht weiterhin Ruhe auf der Transferseite die Stars betreffend – Ruhe vor dem Sturm, der gewohntermaßen nach großen Turnieren und mit dem Erwachen der Premier-League-Klubs demnächst loslegen dürfte.

 Während der Weltmeisterschaft herrschte auf den Trainingsplätzen der Bundesligisten weitestgehend Ruhe. Hinter den Kulissen liefen die Planungen für die neue Saison hingegen auf Hochtouren. Der kicker fasst die wichtigsten Geschehnisse bei den 18 Klubs zusammen. 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wettanbieter
24Casino

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Dama N.V.
LIZENZ: Curacao

Viking Luck

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: NovaForge Ltd
LIZENZ: Komoren (Anjouan Gaming)

Wild.io

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Nonce Gaming B.V.
LIZENZ: Curacao (CIL)

CryptoRush

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Futura Entertainment B.V.
LIZENZ: Curacao (CIL)

Wolfbet

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: PixelPulse N.V.
LIZENZ: Anjouan