Die ersten Wochen im neuen Job nutzt Kathleen Krüger vor allem, um im Hintergrund Eindrücke zu sammeln. Am Dienstagnachmittag hatte die neue Sportvorständin des Hamburger SV während des Trainingslagers Österreich ihren ersten öffentlichen Auftritt seit der Antritts-Pressekonferenz am 1. Juli.
HSV-Vorstände präsentieren sich den Fans
Aus Hamburgs Trainingslager in Längenfeld berichtet Sebastian Wolff
Vor dem Teamquartier Aqua Dome hatte die Fanbetreuung zwei Barhocker platziert – und Kathleen Krüger im Doppelpack mit Eric Huwer den nach Österreich mitgereisten Hamburger Anhängern zum munteren Austausch präsentiert. Dabei lüftete die vom FC Bayern gekommene neue Sport-Chefin unter anderem ein Geheimnis um Uli Hoeneß.
Der HSV hat bei Arsenal ein erstes Angebot abgegeben
Die frühere Bundesligaspielerin der Münchner war vor 17 Jahren von der aktiven Karriere in die Funktionärs-Laufbahn abgebogen und verriet auf Nachfrage, dass ihrem Wechsel vom FC Bayern zu HSV ein Gespräch mit dem großen Ehrenpräsidenten beim Rekordmeister vorausgegangen ist. „Natürlich habe ich mit Uli Hoeneß darüber gesprochen. Er hat mich damals bei den Bayern eingestellt, ist ein ganz wichtiger Wegbegleiter für mich.“ Den Sprung nach Hamburg hat er der 41-Jährigen in diesem ausdrücklich empfohlen: „Er hat gesagt, wenn ich die Chance erhalte, dann soll ich sie ergreifen.“
Krüger meisterte sympathisch die zahlreichen Fragen, wirkte überaus nahbar, hielt sich mit Ankündigungen aber noch dezent zurück und verwies darauf, nach drei Wochen beim HSV noch mitten in der Kennenlernphase zu sein. Ihr Vorstandskollege Huwer hingegen ist mittlerweile seit zwölf Jahren in Hamburg – und nutzte den Fan-Nachmittag für die eine oder andere klare Botschaft.
„Wir haben uns ein bisschen in Fabio verliebt. Wir kämpfen täglich um ihn und haben bei Arsenal auch Zahlen hinterlegt.“ (Eric Huwer)
Der gebürtige Saarländer war vor seinem Aufstieg in den Vorstand Finanzdirektor, hat Zeiten miterlebt, in denen es wirtschaftlich mehrfach ums Überleben ging und zeichnet sich maßgeblich für die Entschuldung verantwortlich. Auf die Frage eines Fans, ob der HSV für Fabio Vieira neue Schulden machen würde, sagt er knapp aber bestimmt „nein“. Gleichwohl erklärte er deutlich, wie sehr der Kampf um den im Vorjahr vom FC Arsenal ausgeliehenen Portugiesen noch geführt würde.
Huwer verriet zudem, dass für den 26-Jährigen auch ein erstes Angebot bei den Londonern abgegeben wurde. „Wir haben uns ein bisschen in Fabio verliebt. Wir kämpfen täglich um ihn und haben bei Arsenal auch Zahlen hinterlegt.“ Mit diesen allerdings sind die Hamburger zumindest vorerst abgeblitzt. Huwer ehrlich: „Sie zucken noch nicht.“ Genau darauf aber warten er und der HSV, setzen im Poker zudem darauf, dass der Spieler selbst nach Hamburg und nicht zu einem anderen Klub wechseln will. „Wir trauen uns zu, Fabio im Rahmen unserer Möglichkeiten ein wettbewerbsfähiges Angebot zu machen, ohne Schulden aufzunehmen.“
Huwer hat vor den Anhängern an mehreren Stellen Ambitionen deutlich gemacht und auch Informationen zum geplanten Stadionausbau geteilt. Aktuell bietet das Volksparkstadion 57 000 Zuschauern Platz, und der Vorstand nannte ein Zeitfenster für die geplante Erweiterung der Kapazität: „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr an die 60 000 Plätze herankommen oder diese sogar übersteigen können. Im Moment warten wir auf behördliche Entscheide, wir hoffen aber, dass die Umbaumaßnahmen im Herbst sichtbar werden. Wir reden über einen Zeitraum von zwölf bis 18 Monaten, dann wollen wir ein Stadion für 60 000 Zuschauer haben.“
Die ersten Wochen im neuen Job nutzt Kathleen Krüger vor allem, um im Hintergrund Eindrücke zu sammeln. Am Dienstagnachmittag hatte die neue Sportvorständin des Hamburger SV während des Trainingslagers Österreich ihren ersten öffentlichen Auftritt seit der Antritts-Pressekonferenz am 1. Juli.
