Wagner ohne Furcht vor blutigen Nasen 

Die SV Elversberg verzichtet auf Erstliga-erfahrene Profis. Der Trainer vertraut dem Aufstiegsteam und Top-Talenten – und weiß Chancen und Risiken sehr gut einzuschätzen.

Elversberg nach dem Trainingslager

Während die meisten Bundesligisten sich für ein Trainingslager mit Alpen-Panorama entschieden haben, war Neuling Elversberg wie im Vorjahr im beschaulichen Barneveld in den Niederlanden zu Gast und – typisch für die Region – per Drahtesel zum Trainingsplatz unterwegs. Nach intensiven Einheiten, aber auch einer gehörigen Portion Spaß stand zum Abschluss ein Test gegen den niederländischen Erstligisten NEC Nijmegen, der in der Champions-League-Qualifikation auf Olympiakos Piräus trifft, auf dem Programm. Nach zweimal 60 Minuten siegten die Elversberger mit 1:0.

„Ich bin glücklich, welche Intensität wir schon spielen.“ (Vincent Wagner, SVE-Trainer)

„Ein Spiel auf relativ hohem Niveau, Nijmegen hatte ein bisschen mehr Ballbesitz, dafür hatten wir die deutlich besseren Torchancen.“, lobt Trainer Vincent Wagner (Foto), aber: „Wir waren leider, wie schon öfter, nicht ganz so konsequent in der Chancenverwertung.“ Das Tor des Tages erzielte Stürmer Luca Pfeiffer (89.). Aber nicht nur wegen des Erfolgs ist Wagner durchaus zufrieden: „An der Haltung, dem Zusammenspiel und einer gewissen Ordnung sieht man schon deutlich, was wir wollen. Ich bin auch glücklich darüber, welche Intensität wir schon spielen konnten, obwohl wir noch relativ früh in der Vorbereitung sind.“

Gegen Nijmegen standen erstmals auch Francis Onyeka, der aufgrund seines EM-Einsatzes für die deutschen U19 verspätet zur Mannschaft gestoßen war, und der erst letzte Woche vom FCK verpflichtete Luca Sirch für die SVE auf dem Platz. „Wenn zwanzig Jungs genau wissen, was passiert, fällt’s natürlich deutlich leichter, die Neuzugänge zu integrieren“, ist Wagner froh, dass ein Großteil des Aufstiegsteams an Bord geblieben ist und so den neuen Spielern hilft, sich schnell zurechtzufinden. Nun steht bis einschließlich diesem Freitag Pause auf dem Plan, ehe es mit den Tests gegen Racing Straßburg (4.8.) und einem Kurztrip zum spanischen Erstliga-Absteiger RCD Mallorca (8.8.) weitergeht.

Bis dahin will man zwei bis drei Neuzugänge präsentieren, ein Spieler mit Erstliga-Erfahrung wird aber nicht dabei sein: „Elversberg wird sich in dieser Saison keinen gestandenen Bundesliga-Spieler leisten. Wirtschaftlich würden ein oder zwei sicher gehen, aber das ist nicht unser Weg. Wir werden weiterhin wirtschaftlich vernünftig arbeiten“, ist Wagner überzeugt, auch mit der Mischung aus Aufstiegsteam und Top-Talenten das Abenteuer Bundesliga bewerkstelligen zu können, auch wenn’s vielleicht manchmal weh tut: „Wir werden alles rausknallen, aber uns schon öfter mal eine blutige Nase holen – aber der Weg ist alternativlos.“

 Die SV Elversberg verzichtet auf Erstliga-erfahrene Profis. Der Trainer vertraut dem Aufstiegsteam und Top-Talenten – und weiß Chancen und Risiken sehr gut einzuschätzen. 

 

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