Große kleine Schritte: Was Rolfes bei Sorgen-Stürmer Boniface Hoffnung macht 

Beim 3:1-Sieg in Offenbach zeigt sich Rückkehrer Victor Boniface nicht nur in der Offensive deutlich verbessert. Weshalb Geschäftsführer Simon Rolfes bei dem Angreifer, hinter dessen Karriere Knie-Probleme ein dickes Fragezeichen setzten, neue Hoffnung schöpft.

Bayer-Angreifer glänzt als Vorbereiter

Zwischen den beiden Auftritten lag nur eine Woche. Doch die Fortschritte, die Victor Boniface zwischen dem ersten Testspiel von Bayer 04 beim Oberligisten Sportfreunde Baumberg (7:0) und der Partie bei Regionalligist Kickers Offenbach am Samstag gemacht hat, waren unübersehbar. Und das, obwohl der Nigerianer seinem Doppelpack vor Wochenfrist nun beim 3:1-Sieg am Bieberer Berg keinen weiteren Treffer folgen ließ.

Doch nachdem Boniface im Monheimer Stadtteil Baumberg durch enge Drehungen und kurze Bewegungen nur die Sporttauglichkeit seines lädierten und im Januar operierten Knies unter Beweis gestellt hatte, aber noch keine spielerischen Akzente gesetzt hatte, war dies in Offenbach ganz anders.

Boniface zeigte erstmals wieder, welche Möglichkeiten in ihm stecken

So zeigte der Mittelstürmer nach seiner Einwechslung zur Halbzeit erstmals wieder, welche Möglichkeiten in ihm stecken: Boniface drehte in kleinen Räumen geschickt auf, ging erfolgreich ins Dribbling und setzte seine Mitspieler mit klaren Pässen klug ein. Ein Repertoire, das man mit einem solchen Athleten wie dem Sturm-Tank gar nicht in Verbindung bringen möchte, das aber genau das Besondere an Boniface ausmacht: Filigrane Brillanz, gepaart mit brachialer Gewalt.

Und so bereitete der 25-Jährige den 2:1-Führungstreffer von Jonas Hofmann gekonnt und mit Übersicht vor und leitete auch das von Hofmann assistierte und Afonso Moreira erzielte 3:1 ebenso gewandt ein. Darüber hinaus wirkte der Angreifer sehr engagiert im Spiel gegen den Ball, agierte also auch in der Defensivarbeit hoch motiviert.

„“Mein Gefühl ist, dass es wirklich besser wird. Man hat wieder seine Qualität zum Teil gesehen, und dass er wirklich bemüht ist, Gas zu geben.“ (Simon Rolfes)

Ein Gesamteindruck, der auch bei Simon Rolfes Hoffnungen weckt, dass Boniface, der in den vergangenen eineinhalb Jahren eher den Status des Problemfalls innehatte, wieder zu alter Klasse zurückkehren kann. „Mein Gefühl ist, dass es wirklich besser wird“, urteilte der Geschäftsführer nach der Partie, „auch heute hat man wieder seine Qualität in einzelnen Aktionen zum Teil gesehen und auch die Cleverness und wie er auch seinen Körper einsetzen kann und dass er wirklich bemüht ist, da Gas zu geben und alles rauszuhauen.“

Die Geschichte des Stürmers, der in der Hinrunde der Double-Saison eine der Attraktionen der Liga war, danach aber durch Verletzungen hart zurückgeworfen wurde und schon am Ende seiner Karriere schien, könnte also doch noch fortgeschrieben werden. Eine Hoffnung, die nach der desaströsen Leih-Saison bei Werder Bremen und aufgrund Bonifaces Verletzungshistorie seines rechten Knies schon auf ein Minimum geschrumpft war.

Im Frühjahr mental angeschlagen, zeigt Boniface nun hohes Engagement

Doch die jüngste Entwicklung gibt Anlass zu zumindest verhaltener Zuversicht. Ansätze des alten Boniface sind zu erkennen, aber eben auch dessen offensichtliches Engagement und die hohe Eigenmotivation, die im Frühjahr nach der Operation offenbar gefehlt hatte, als Boniface, mental angeknockt, sich gehen ließ und massiv an Gewicht zulegte. Doch jetzt sendet er die richtigen Signale. Und diese immer deutlicher.

„Deswegen hoffe ich, dass er jede Woche, und das klang (ja lange, Anm. d. Red.) nicht so positiv, kleine Schritte vorwärts macht, weil natürlich auch das Gegnerniveau steigt“, sagt Rolfes, der feststellt: „Heute in den 45 Minuten hat er es wirklich ordentlich gemacht.“ Und die Hoffnung genährt, dass Boniface (Vertrag bis 2029) doch noch mal für positive sportliche Schlagzeilen sorgen könnte.

 Beim 3:1-Sieg in Offenbach zeigt sich Rückkehrer Victor Boniface nicht nur in der Offensive deutlich verbessert. Weshalb Geschäftsführer Simon Rolfes bei dem Angreifer, hinter dessen Karriere Knie-Probleme ein dickes Fragezeichen setzten, neue Hoffnung schöpft. 

 

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