Trainer Carles Martinez rechnet erst nach der Länderspielperiode „vielleicht“ mit der Rückkehr von Angreifer Nathan Tella. Angesichts der starken Konkurrenz droht Bayers zwölfter Mann, entscheidend an Boden zu verlieren.
„Vielleicht“ Anfang Oktober zurück
Eigentlich sollte die gerade gestartete Saison das Jahr werden, in dem Nathan Tella zurück zu alter Stärke findet. Nach einer Spielzeit, in der der nigerianische Nationalspieler wiederholt von langwierigen Verletzungen zurückgeworfen worden war, formulierte der 27-Jährige zu Beginn der Vorbereitung die Hoffnung, dass nun seine Leidenszeit vorbei sei, und er wieder richtig angreifen könne. Eine Hoffnung, die nach Tellas 25-minütigen Joker-Einsatz im ersten Pflichtspiel der Saison im DFB-Pokal beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden (4:0) direkt wieder einen Dämpfer erhielt.
So musste Tella bereits beim Liga-Start in Elversberg (2:3) passen. Trainer Carles Martinez erklärte dies nach der Partie zu einer reinen „Vorsichtsmaßnahme“, zu der man wegen Tellas Verletzungshistorie gegriffen habe. Doch die Pause für den Sonnyboy zieht sich jetzt doch deutlich länger hin als es der Begriff Vorsichtsmaßnahme vermuten ließe.
Aus der Vorsichtsmaßnahme wird mindestens eine vierwöchige Pause
So erklärte Martinez am Freitag, also einen Tag vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg, zu Tella und den nach einer Blessur am Fuß sich ebenfalls heranarbeitenden Montrell Culbreath zum Verletztenstand: „Wir machen Fortschritte – Nathan und Culbreath sind noch nicht dabei. Vielleicht nutzen sie ja die Länderspielpause, diese zwei bis drei Wochen, um sich vorzubereiten.“
Ein Comeback erst nach der Länderspielperiode in der zweiten Septemberhälfte, erst im Oktober und damit einen Monat nach der Vorsichtsmaßnahme? Und auch noch durch Martinez‘ „Vielleicht“ mit einem Fragezeichen versehen. Keine guten Nachrichten für den 2024 für 25 Millionen Euro vom FC Southampton nach Leverkusen gewechselten Angreifer.
Aktuell rangieren schon Diaby, Moreira und Maza vor ihm
Zumal sich dessen Lage bis dahin aufgrund der sportlichen Konkurrenzsituation noch mal deutlich verschlechtern könnte. Bewegte sich Tella vergangene Saison – wenn er denn einsatzfähig war – zwischen der Rolle als Startelf-Spieler und der des ersten Einwechslers, so droht er nun entscheidend an Boden zu verlieren.
Dies hatte er schon zum Ende der Transferperiode, als Bayer nach Afonso Moreira (21, Olympique Lyon, 29 Millionen Euro Ablöse) mit Moussa Diaby (27, Al-Ittihad, 27 Millionen Euro) am Deadline Day den zweiten schnellen Flügelstürmer verpflichtete. Nach Martinez‘ gelungenem Schachzug beim 4:0 gegen Union Berlin, Spielmacher Ibrahim Maza links offensiv und im Wechselspiel mit dem linken Offensivverteidiger Miguel einzusetzen, war Tella nur noch Flügelspieler Nummer 4. Und selbst diesen Status könne er jetzt zeitnah erst einmal verlieren.
Tella ist nur noch Option Nummer 4 auf außen – und könnte vorerst noch weiter abrutschen
So nannte Martinez am Freitag den nach fast zwei Monaten Ausfallzeit nach einer Muskelverletzung zurückkehrenden Eliesse Ben Seghir und Martin Terrier, der während der Vorbereitung kaum mit der Mannschaft arbeiten konnte, als potenzielle Kandidaten für das Spieltagsaufgebot in Augsburg. „Martin und Eli trainieren. Ich bin froh, dass Eli die ganze Zeit trainiert hat“, sagte der Trainer mit Blick darauf, dass der Marokkaner in der Woche zuvor nur Teile der Einheiten absolviert hatte, „Martin ebenfalls. Dass alle fit sind, ist gut für mich.“
Egal, ob Ben Seghir und Terrier schon in Augsburg zurückkehren oder erst nächste Woche in der Europa League gegen NK Celje bzw. danach in der Liga gegen Leipzig: Auch dass Duo wird erst einmal weiter sein als Tella, sodass dieser sich wieder von ganz hinten heranarbeiten und sich erst einmal den Status als Option Nummer 4 auf dem Flügel erarbeiten muss, ehe er an weitere Schritte denken kann.
Tellas Verletzungspech ist geblieben, seine Konkurrenz aber gewachsen
Der schnelle und vielseitig einsetzbare Angreifer muss sich also auf eine womöglich noch längere Geduldsprobe als bis Anfang Oktober einstellen. Denn sein Verletzungspech ist geblieben, die Qualität und die Anzahl seiner Konkurrenten, zu denen auch noch Leidensgenosse Culbreath gehört, aber noch mal deutlich gestiegen.
Trainer Carles Martinez rechnet erst nach der Länderspielperiode „vielleicht“ mit der Rückkehr von Angreifer Nathan Tella. Angesichts der starken Konkurrenz droht Bayers zwölfter Mann, entscheidend an Boden zu verlieren.
