Vom Problemfall zum Nationalspieler: Bayers Fernandez debütiert für Argentinien 

Im Sommer stand Ezequiel Fernandez bei Bayer 04 noch auf der Verkaufsliste, inzwischen aber hat der Mittelfeldspieler im Klub einen Stammplatz ergattert – und jetzt sogar sein Debüt für Vize-Weltmeister Argentinien gefeiert.

Im Sommer noch Verkaufskandidat

Es ist ein kleines Fußball-Märchen oder die Geschichte vom Saulus zum Paulus, die Ezequiel Fernandez in diesen Wochen und Monaten durchlebt. War der argentinische Mittelfeldspieler von Bayer 04 Leverkusen doch in der ersten Jahreshälfte klubintern in Ungnade gefallen und im Sommer ganz weit nach oben auf die Verkaufsliste gerutscht. Doch statt der Trennung erlebte der Olympia-Teilnehmer von Paris 2024 nun das vorläufige Highlight seiner Karriere: Debütierte Fernandez doch in der Nacht auf Donnerstag für die Nationalmannschaft Argentiniens.

Im April verweigerte er bei Bayer eine Einwechslung – und war unten durch

Beim 4:0 gegen Bolivien wurde der Sechser in der 74. Minute beim Stand von 3:0 für Liverpools Alexis Mac Allister eingewechselt und kam damit, wenn man so will, mit zweijähriger Verspätung zu seinem Einstand bei der Albiceleste, für die er bereits im Herbst 2024 berufen worden, aber ohne Einsatz geblieben war.

Im Frühjahr war ein solch steiler Aufstieg des Linksfüßers sowie sein erstes Spiel für die Nationalelf des aktuellen Vize-Weltmeisters und Titelgewinners von 2022, 1986 und 1978 nicht wirklich vorhersehbar. Hatte Fernandez in seiner ersten Saison unter dem Bayer-Kreuz doch einiges an Kredit verspielt. Nachdem er in der Hinrunde noch seine Qualitäten zumindest angedeutet hatte, blieb für den 24-Jährigen in der zweiten Saisonhälfte meist nur noch die Rolle des Ersatzspielers. Und in dieser leistete sich der Profi am 11. April einen gewaltigen Fauxpas, als er offenbar aus Frust über seine Situation beim Leverkusener 1:0-Sieg in Dortmund seine Einwechslung in der Nachspielzeit verweigerte.

Nach nur einer Saison stand Fernandez weit oben auf der Verkaufsliste

Der damalige Trainer Kasper Hjulmand hatte mit Fernandez‘ Hereinnahme Zeit von der Uhr nehmen und den knappen Vorsprung über die Runden bringen wollen. Doch dabei spielte der Argentinier, der später zu verstehen gab, dass er wegen Rückenproblemen nicht ins Spiel habe kommen wollen, offenbar aus gekränktem Stolz nicht mit. Eine Aktion, die dem Spieler intern gewaltig an Reputation kostete und ihn zum Verkaufskandidaten machte.

Erst recht, da Fernandez, den Bayer 04 im Sommer 2025 für eine Ablöse von 30 Millionen Euro vom saudi-arabischen Klub Al-Qadisiya verpflichtet hatte, bis dahin keine wirklich überzeugende Saison gespielt hatte und sich auf dem absteigenden Ast befand. Und unter der Maßgabe, dass der Bundesligist nach der Verpflichtung von Herthas Top-Talent Kennet Eichhorn (17) für die aktuelle Saison einen der damals fünf Kandidaten für die Doppelsechs abgeben wollte, stellte der Argentinier einen ganz heißen Abgabe-Kandidaten dar.

In weniger als sechs Monaten vom Problemfall zum Nationalspieler Argentiniens

Doch dann kam alles anders. Fernandez präsentierte sich vom Beginn der Vorbereitung unter dem neuen Trainer Carles Martinez in guter Verfassung und eben solcher Form, sodass sich der gedanklich fast schon abgeschriebene Profi einen Stammplatz in der Elf des Spaniers sicherte. Nach einem schwachen Auftritt bei der Auftakt-Niederlage in Elversberg (2:3; kicker-Note 4,5) zeigte der Argentinier in der Liga gegen Union Berlin (4:0; kicker-Note 1,5) sowie in Augsburg (2:2) und gegen Leipzig (2:0; jeweils kicker-Note 3,0) immer mindestens ansprechende Leistungen, die jetzt dazu führten, dass aus dem Problemfall Fernandez innerhalb von weniger als sechs Monaten ein argentinischer A-Nationalspieler geworden ist.

 Im Sommer stand Ezequiel Fernandez bei Bayer 04 noch auf der Verkaufsliste, inzwischen aber hat der Mittelfeldspieler im Klub einen Stammplatz ergattert – und jetzt sogar sein Debüt für Vize-Weltmeister Argentinien gefeiert. 

 

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