Der Vorsprung des 1. FC Union auf den Relegationsrang ist geschmolzen. Die Berliner haben mal wieder mit alten Dämonen zu kämpfen.
Drittletzter in der Rückrunde
In der Rückrundentabelle rangieren mit dem VfL Wolfsburg und dem 1. FC Heidenheim nur noch zwei Teams hinter Union Berlin. Die Eisernen sammelten in bisher acht absolvierten Partien lediglich fünf Zähler ein. Die Folge davon: Der Vorsprung auf den Relegationsrang ist bis auf vier Zähler geschmolzen.
„Wir sind jetzt mittendrin im Abstiegskampf“, betonte Horst Heldt. Angreifer Ilyas Ansah pflichtete dem Sportchef bei: „Wir müssen jetzt punkten, es sieht gerade nicht geil aus für uns, aber wissen, dass wir in der Bundesliga punkten können und das werden wir auch weiter versuchen.“ Beim 1:4 am Sonntag gegen Werder Bremen mussten die Berliner 70 Minuten in Unterzahl agieren, weil Andras Schäfer nach einem Foulspiel an Jens Stage die Rote Karte gesehen hatte.
Abwehrchef Querfeld fehlt in Freiburg
Eine zu harte Entscheidung, wie auch Heldt bewertete: „Der Schiedsrichter ist davon ausgegangen, dass Andras seinen Gegenspieler oberhalb des Knöchels trifft und nicht am Fuß. Ehrlicherweise trifft er ihn aber nicht am Knöchel und deswegen war das schon eine harte Entscheidung. Es war aber gleichzeitig auch keine Entscheidung, bei der der VAR zwingend eingreifen muss.“
Mit einem Mann weniger tat sich die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart logischerweise noch schwerer als zuvor, sich Torchancen zu erspielen. Es bleibt das Kardinalproblem der Köpenicker, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Zumeist fällt den Akteuren wenig bis nichts ein, um die letzte Kette des Kontrahenten vor Probleme zu stellen. Die Offensivbemühungen sind zu eindimensional und zu leicht auszurechnen.
Zu viel läuft beim Spiel mit dem Ball nach dem Zufallsprinzip. Außerdem kommt in der sowieso schon kniffligen Gemengelage noch die enge Personaldecke hinzu. Denn Schäfer wird aufgrund seiner Roten Karte erstmal fehlen, außerdem hat sich Abwehrchef Leopold Querfeld gegen Bremen seine fünfte Gelbe Karte abgeholt. Ein weiterer gelernter Innenverteidiger steht nicht im Kader, Diogo Leite fällt noch mit Oberschenkelproblemen aus.
Die Fans werden langsam unruhiger
So könnte es am kommenden Spieltag am Sonntag in Freiburg sein, dass entweder Alex Kral oder Vize-Kapitän Rani Khedira in die Dreierkette zurückgezogen werden. Das ist natürlich keine optimale Lösung. In der Winterpause wollte Union aufgrund der ordentlichen Punkteausbeute in der Hinserie personell nicht nachlegen, was sich nun aber rächt. Auf der einen Seite fehlt ein Kreativspieler, auf der anderen Seite ein weiterer Innenverteidiger.
Aber: Bisher hat es Union Berlin in der laufenden Saison geschafft, in den passenden Momenten wieder Siege einzufahren. Wie zum Beispiel zuletzt gegen Leverkusen (1:0). Jedoch gegen die direkte Konkurrenz lassen die Köpenicker zu viele Punkte liegen. Das schlägt auch auf das Gemüt der Fans, die nach dem Abpfiff am Sonntag „aufwachen, aufwachen, aufwachen“, skandierten. Die Hauptstädter müssen schleunigst aufpassen, dass die Stimmung nicht noch weiter kippt und sie noch tiefer unten reinrutschen in den Abstiegskampf. Das weiß auch Baumgart: „Wir haben momentan eine sehr schwierige Phase, die wir uns aber selbst zuzuschreiben haben. Trotzdem haben wir den Ansatz, da auch rauskommen zu wollen.“
Der Vorsprung des 1. FC Union auf den Relegationsrang ist geschmolzen. Die Berliner haben mal wieder mit alten Dämonen zu kämpfen.
