Der 1. FC Union Berlin steht nach dem historisch schlechten Saisonstart gegen Elversberg unter Zugzwang. Die Defensive muss stabiler werden und auch nach vorne zulegen.
Gegen Elversberg unter Druck
Der Saisonstart von Union Berlin ist historisch schlecht ausgefallen. Was die Punkteausbeute angeht, vor allem aber wegen der 17 Gegentore, die Negativrekord in der Bundesliga-Geschichte sind.
Unions Beschwernisse, erfolgreich zu spielen, speisen sich in dieser Saison aber nicht nur daraus, dass die Defensive instabil ist. Das Team des neuen Trainers Mauro Lustrinelli, das laut Plan eigentlich intensiv-aktiven Fußball mit hohem Pressing spielen soll, tut sich auch offensiv schwer. Auch wenn vier erzielte Tore in vier Partien kein katastrophaler Wert sind.
Doch wie schon in den vergangenen Jahren gebricht es den Eisernen daran, aus dem Spiel heraus gefährlich zu werden und vor allem erfolgreich zu sein. In dieser Saison hat Union bisher 18 Torchancen erspielt, nur der Hamburger SV (12) und der SC Paderborn (13) haben sich weniger Möglichkeiten erarbeitet. Erschwerend kommt bei den Berlinern hinzu, dass sie die wenigen Gelegenheiten auch noch schlecht verwerten. Die Chancenverwertung von Lustrinellis Team liegt bei 22,2 Prozent, nur Schalke 04 (14,3) und der HSV (16,7) sind schlechter.
Drittschlechtester xGoals-Wert
Die unterdurchschnittliche Torgefahr, die Union insgesamt ausstrahlt, beweist der xGoals-Wert von bislang 4,52, der ligaweit der drittschlechteste ist. Aus den 4,52 xGoals resultierten nur vier Treffer, womit Union der einzige Bundesligist, der in jeder Saison seit 2023/24 weniger Tore als erwartet erzielt hat. Bei den xGoals aus dem Spiel heraus hat Union mit 1,68 (0,42 pro Spiel) derweil klar die wenigsten aller Bundesligisten.
Doch es gibt auch Details in der Statistik, die in Berlin-Köpenick Hoffnung schüren können. Bei den xGoals ausschließlich nach Standardsituationen weist Union 2,84 (0,71 pro Spiel) und damit die viertmeisten nach dem SC Freiburg, Mainz 05 und RB Leipzig auf. Zwei der vier Tore wurden nach Ecken erzielt, nur Werder Bremen hat schon dreimal nach einer Ecke getroffen. Und noch eine Zahl kann mit Blick auf ein anstehendes Heimspiel gegen die SV Elversberg Anlass zur Zuversicht geben: Im Stadion an der Alten Försterei verbuchte Union in den Partien gegen Eintracht Frankfurt (3:3) und Schalke 04 (1:3) jeweils acht Torchancen.
Burke wieder im Training, Latte Lath fraglich
Hoffnung macht darüber hinaus der Umstand, dass in Oliver Burke ein Angreifer nach überstandener Verletzung wieder ins Training eingestiegen ist und für die Partie gegen Elversberg eine Kaderoption darstellen kann. Zudem nähert sich der durchaus vermisste Stoßstürmer Andrej Ilic seinem Comeback und trainiert individuell – auch auf dem Platz. Dafür ist noch nicht gesichert, ob Emmanuel Latte Lath spielen kann. Der Zugang von Atlanta United brach am Dienstag die öffentliche Einheit angeschlagen ab, konnte aber immerhin am Mittwoch wieder individuell trainieren.
Der 1. FC Union Berlin steht nach dem historisch schlechten Saisonstart gegen Elversberg unter Zugzwang. Die Defensive muss stabiler werden und auch nach vorne zulegen.
