Der HSV verliert seit Wochen Spiel für Spiel, in der Tabelle aufgrund der ebenfalls schwächelnden Konkurrenz St. Pauli und Wolfsburg aber (noch) nicht an Boden. Einen Gewinner gibt es dennoch: Robert Glatzel ist im Endspurt wieder wichtig.
HSV-Mittelstürmer ist wieder wichtig
Unmittelbar vor der Länderspielpause schien das letzte Kapitel in der bewegten Geschichte zwischen Robert Glatzel und dem HSV geschrieben. Der Mittelstürmer war in seinen ersten drei Spielzeiten in Hamburg jeweils der erfolgreichste Torschütze, einmal, 2023/24, sogar Gewinner der kicker-Torjägerkanone.
Er hätte jeweils in die Bundesliga wechseln können, entschied sich aber dafür, mit dem HSV aufsteigen zu wollen. Als es im Vorjahr dann endlich mit dem Aufstieg klappte, fehlte er monatelang wegen eines Sehnenabrisses, war am Ende lediglich ein Nebendarsteller. Einer, für den im Oberhaus sogar nur noch die Statistenrolle vorgesehen war. Als sich der Frust des 32-Jährigen darüber in einem Interview mit der Hamburger Morgenpost entlud, strich ihn Merlin Polzin Ende März vor der Partie in Dortmund (2:3) aus dem Kader.
Doch zu Glatzels Geschichte mit dem HSV gehört auch die nächste Wendung. Seit seiner Verbannung absolvierte er drei von vier Partien als Startelf-Spieler, verbuchte in diesen zwei Tore und zwei Assists, steht seit Samstag und dem 1:2 gegen Hoffenheim bei drei Saisontreffern und drei Vorlagen. Das ist vorzeigbar für einen, der insgesamt nur in sechs Spielen beginnen durfte und aufgrund seines ausbaufähigen Anlaufverhaltens lange nicht ins Konzept für das Oberhaus passte. Offenkundig ist zudem: Mit seiner Präsenz verschafft Glatzel Nebenmann Ransford Königsdörffer deutlich mehr Spielraum.
Bis 2027 läuft Glatzels Vertrag in Hamburg noch, der Abschied aber schien bereits ausgemachte Sache. Der gebürtige Münchner hatte für sich beschlossen, dass er im Herbst seiner Karriere keine zweite Spielzeit im Schatten erleben möchte. Gibt es nach der sportlichen Wendung nun auch die Transferwende? „Das“, sagt der Publikumsliebling, „wird man sehen. Mein Fokus liegt jetzt voll und ganz auf den letzten drei Spielen. Ich will der Mannschaft helfen, möglichst weiterhin von Anfang an spielen und dabei mitwirken, den Sack zu zumachen.“
Im September kommt sein Sohn zur Welt – aber wo?
Dass die Rettung durch die ausbleibenden Ergebnisse der Konkurrenz auch ohne eigenes Dazutun mit jeder Woche näher rückt, registriert Glatzel. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz, er macht aber deutlich, dass er sich nur ungern vom FC St. Pauli und dem VfL Wolfsburg retten lassen will. „Wir wollen es schon selbst und auch schnellstmöglich entscheiden und nicht mehr so viel auf die anderen Ergebnisse gucken.“
Glatzel persönlich, das hat er Samstagabend mit seinem Torjubel angedeutet, hat im Spätsommer in jedem Fall Anlass zum Feiern. Im September erwartet Ehefrau Natasa das dritte gemeinsame Kind. „Es wird ein Junge“, verrät der Angreifer strahlend. Jetzt liegt es an ihm und seiner Zukunftsentscheidung, ob sein Sohn auch in Hamburg zur Welt kommt.
Der HSV verliert seit Wochen Spiel für Spiel, in der Tabelle aufgrund der ebenfalls schwächelnden Konkurrenz St. Pauli und Wolfsburg aber (noch) nicht an Boden. Einen Gewinner gibt es dennoch: Robert Glatzel ist im Endspurt wieder wichtig.
