In dieser Saison soll Max Moerstedt der endgültige Durchbruch gelingen. Doch Hoffenheims Eigengewächs erwischte dafür einen denkbar unglücklichen Start.
TSG-Stürmer mit unglücklichem Start
Es muss Max Moerstedt zusätzlich geschmerzt haben, mitzuerleben, wie nach dem Abpfiff am Samstag in Köln (2:3) sein Stürmerkollege Thijs Dallinga gefeiert wurde von den enthusiastischen FC-Fans. Denn eigentlich hatte der Spielfilm dieser Partie die Rolle des Entscheiders von der Bank für ihn vorgesehen. Doch es kam anders – ganz anders.
Gerade hatten die Gastgeber die Hoffenheimer Führung egalisiert, da wechselte Hoffenheims Coach Christian Ilzer seinen Neuner ein, um Adam Hlozek abzulösen und dem Geschehen einen neuen Dreh zu geben. Und nur drei Minuten später schnappte sich der 20-Jährige wie selbstverständlich den Ball, als die TSG nach einem klaren Foul an Bambasé Conté den fälligen Strafstoß zugesprochen bekam.
Zwei Fehlschüsse und ein unfreiwilliger Assist
Bereits in der Vorbereitung hatte sich Moerstedt, damals noch in Abwesenheit des Hoffenheimer Spezialisten Andrej Kramaric (diesmal noch auf der Bank), als Elfmeterschütze profiliert. Auch der Fakt, erst wenige Minuten auf dem Platz zu stehen, hatte ihn seinerzeit nicht irritiert. Im Testspiel gegen Zweitligist Fürth hatte Moerstedt bereits nach vier Minuten einen von ihm selbst rausgeholten Strafstoß souverän im rechten Eck versenkt. Das visierte er auch diesmal an, scheiterte aber mit seinem gar nicht mal so schlecht platzierten Schuss am klasse reagierenden Kölner Keeper Marvin Schwäbe.
Doch damit nicht genug. Wiederum zwei Minuten später stand Moerstedt nach einem schulmäßig vorgetragenen Angriff erneut völlig frei vor dem Ex-Hoffenheimer – und scheiterte erneut. Statt sich als Doppelpacker und wohl auch als Matchwinner feiern zu lassen, musste der Juniorennationalspieler diese Rückschläge und ausgelassenen Großchancen erst mal verdauen. Umso erleichterter dürfte der Hüne (1,94 m) die längst fällige Hoffenheimer Führung zum 2:1 durch Ozan Kabak registriert haben.
Doch das Drama ging weiter. Denn fortan schlüpfte Kölns Einwechsler Dallinga in die von Moerstedt verpasste Hauptrolle. Erst glich der Niederländer zum 2:2 aus, um dann das Spiel auch noch komplett zu drehen – unfreiwillig in Szene gesetzt ausgerechnet von Moerstedt. Der hatte im eigenen Strafraum ausgeholfen und einem Kölner den Ball weggespitzelt, allerdings direkt vor die Füße des einschussbereiten Dallinga. Es gibt so Tage …
Im Pokal hatte Moerstedt prompt getroffen
In der Nachspielzeit handelte sich der nun übermotivierte Moerstedt auch noch eine Verwarnung wegen Meckerns ein, als er nach einer korrekten Abwehraktion Dallingas über Gebühr einen Handelfmeter forderte. Den hätte dann wohl der mittlerweile eingewechselte Kramaric übernommen. Auch den Schlussakt setzte Moerstedt und Contés Ecke neben das Tor.
Damit startete der Stürmer, der in dieser Spielzeit seinen vollumfänglichen Durchbruch zu vollziehen hofft, zumindest in der Bundesliga mit einem klassischen Fehlstart in diese Spielzeit. Im Pokal war dagegen Ilzers Rechnung voll aufgegangen. Beim 4:0-Sieg in Aue hatte Moerstedt nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung sein erstes Saisontor erzielt Episode aus der Fassung und nachhaltig außer Form bringen lassen wird.
„Er wird daraus lernen“, ist Trainer Christian Ilzer überzeugt, „aber das gefällt mir an Max, dass er sich den Ball schnappt und die Verantwortung übernimmt. Er ist ein Goalgetter und trainiert auch Elfmeter ständig. Es ist eben ein Entwicklungsprozess, sich brutal auf eine Aufgabe zu konzentrieren und alles drumherum auszublenden. Das macht aus einem Talent einen Topprofi.“ Irgendwann.
In dieser Saison soll Max Moerstedt der endgültige Durchbruch gelingen. Doch Hoffenheims Eigengewächs erwischte dafür einen denkbar unglücklichen Start.
