In Augsburg hielt Schalke bei der Bundesliga-Rückkehr nach drei Jahren besonders vor der Pause gut mit, konnte sich trotz guter Chancen aber nicht belohnen. In Unterzahl bekamen die Königsblauen dann ihre Grenzen aufgezeigt.
Effizienz als Schalker Manko
Mit zehn Aufstiegshelden in der Startelf war Miron Muslic die Bundesliga-Rückkehr der Schalker in Augsburg angegangen. Einzig Junior Adamu durfte von den Neuzugängen von Beginn an ran. Vor der Pause zeigten die Gäste aus Gelsenkirchen ein Duell auf Augenhöhe mit dem FCA. Defensiv hatte die hochstehende Kette zwar immer wieder Probleme mit dem schnellen Anton Kade, in der Offensive kamen die Königsblauen aber zu guten Chancen.
„Wir hatten die Gelegenheiten. Ich glaube, drei sehr, sehr große“, wusste auch Trainer Muslic nach der Partie am DAZN-Mikrofon. „Aber das ist dann auch das Learning für uns: Wir müssen uns für unseren Aufwand belohnen.“ So vergab Moussa Sylla im Konter nach sechs Minuten die frühe Führung und ließ auch später Gelegenheiten aus. Auch Ron Schallenberg per Kopf und Dejan Ljubicic mit einem wuchtigen Schuss vergaben gute Möglichkeiten, wobei FCA-Keeper Finn Dahmen sich ebenfalls auszeichnen konnte.
„In der Bundesliga muss man die Dinger machen.“ (Timo Becker)
„In der Bundesliga muss man die Dinger machen“, stimmte auch Timo Becker zu, der die Mannschaft in Abwesenheit des mit Hüftproblemen fehlenden Kenan Karaman als Kapitän auf den Rasen geführt hatte. „Und dann sieht man den Unterschied, dass Augsburg schon ein paar Jahre länger in der Bundesliga ist. Wir kriegen sie vorne nicht rein, aber hinten. Augsburg macht es andersrum und deswegen gewinnen sie verdient.“
Zwar hatte der FCA bereits in der zweiten Minute durch Robin Fellhauer die erste Möglichkeit gehabt, nach einem missglückten Abwurf von Loris Karius auf Dejan Ljubicic fing sich Schalke aber durch den Ex-Knappen Michael Gregoritsch in einer eigentlich guten Phase das 0:1. Der Rückstand gehe „natürlich zum Teil auf mich“, gestand auch Karius, der besonders im Eins-gegen-eins nach Augsburgs Tiefenbällen hinter die Kette aber immer wieder Situationen bereinigte.
Trotz Fehler vor dem Gegentor: Muslic lobt Karius
Zuspruch erhielt er von Muslic: „Das ist eine Entscheidung im Bruchteil von Sekunden. Loris hat uns letztes Jahr sehr, sehr oft den Arsch gerettet und ich mache mir keine Sorgen, dass er auch diese Saison wieder performt.“ Auch nach der Pause rettete der Keeper immer wieder für seine nach Wiederanpfiff erst schläfrigen Kollegen, die dann in Unterzahl nach der vertretbaren Roten Karte gegen Ron Schallenberg den Faden verloren und nach vorne nichts mehr zustande brachten.
Der Platzverweis gegen den Sechser sei der Knackpunkt gewesen, nachdem „eine Welle nach der anderen von Augsburg“ gekommen sei, erklärte Karius: „Dann war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das 2:0 fällt.“ Das fingen sich die Schalker dann nach einem „groben eigenen Fehler“ (Muslic) von Debütant Maximilian Wöber, der im Aufbauspiel unbedrängt Augsburgs Mittelfeldlenker Fabian Rieder in die Füße spielte. Der Kapitän bediente den überragenden Kade, der seine Leistung mit dem zweiten Treffer für die Fuggerstädter krönte.
Muslic will niemanden „beim ersten Fehler an die Wand nageln“
„Coaching ist Verhaltensweisen ändern und nicht beim ersten Fehler jemanden an die Wand zu nageln und zu werfen. Das mache ich nicht so, ich bin aber klar und konsequent in meiner Kommunikation“, betonte Muslic. „Ich verlange schon von den Spielern im Moment, dass wir online sind, vor allem wenn wir das Spiel schnell machen können. Unser Spiel ist vertikal, unser Spiel ist aggressiv, unser Spiel ist geprägt von Mut, auch mit Ball.“
Der Sieg für die Augsburger sei letztlich verdient gewesen, „auch in der Höhe.“ Weniger Fehler und eine bessere Chancenverwertung werden, um gegen den kommenden Gegner überhaupt eine kleine Chance zu haben, ebenso vonnöten sein wie der von Muslic gepredigte mutige, aggressive Spielstil. Schließlich wartet zum Heimauftakt Branchenprimus FC Bayern.
In Augsburg hielt Schalke bei der Bundesliga-Rückkehr nach drei Jahren besonders vor der Pause gut mit, konnte sich trotz guter Chancen aber nicht belohnen. In Unterzahl bekamen die Königsblauen dann ihre Grenzen aufgezeigt.
