Nach anderthalb Jahren in Österreich erlebte Innenverteidiger-Talent Elias Bakatukanda beim 1. FC Köln eine schwierige Vorbereitung. Doch der 22-Jährige biss die Zähne zusammen – und nun ist sogar ein Verbleib nicht ausgeschlossen.
Zukunft in Köln ist offen
Dass man als junger Spieler ohne große Meriten in der Bundesliga nicht alles auf dem Silberteller serviert bekommt, ist klar. Dass Elias Bakatukanda vor dem zweiten Pflichtspiel der Saison noch ohne Einsatzminute für den 1. FC Köln dasteht, ist aber durchaus bemerkenswert: In keinem einzigen der sieben Testspiele in der Vorbereitung durfte sich der 22 Jahre alte Innenverteidiger zeigen. Trainer René Wagner setzte ihn lediglich im ersten Teil des Doppeltests gegen den SC Paderborn (3:2) 90 Minuten auf die Bank. Alles sieht also nach einem Abgang vor Transferschluss am 2. September aus – oder doch nicht?
Bakatukandas Lage ist alles andere als einfach. Anfang des Jahres 2025 stattete der FC sein Eigengewächs mit einem neuen Vertrag bis 2028 aus, verlieh ihn für anderthalb Jahre zu Blau-Weiß Linz nach Österreich und hoffte, einen gereiften Bakatukanda wiederzusehen. Einfach aber war die Zeit nicht, Bakatukanda kam auch verletzungsbedingt nur auf 19 Einsätze und stieg obendrein am Ende mit Linz ab.
In der internen Hierarchie aufgestiegen
Weil Köln in der Zwischenzeit in der Abwehrzentrale aufrüstete und vier gestandene Profis vor ihm in der Hierarchie stehen, war er in diesem Sommer erneut ein klarer Leihkandidat. Doch wenige Tage vor dem Ende der Wechselperiode ist Bakatukanda noch in Köln. Das liegt auch an ihm selbst, denn trotz der schwierigen Situation verhielt sich der 1,93 Meter große Hüne professionell. Der ehemalige Jugendspieler ist spürbar gereift, das wird ihm von verschiedenen Seiten attestiert. Und er ist topfit, arbeitet ohne zu klagen.
Obwohl Wagner nicht auf ihn setzte, verlief Bakatukandas Vorbereitung weitgehend gut, sodass er in der internen Hierarchie sogar am ebenfalls von einer Leihe zurückgekehrten Talent Julian Pauli vorbeizog. Der gilt – trotz Testspieleinsätzen – als ganz klarer Wechselkandidat. Bakatukanda hingehen könnte womöglich auch bleiben.
Spielpraxis in der U 21?
Das liegt einerseits an der Marktlage, denn für die 3. Liga, in der es Interessenten gegeben hätte, findet der FC sein Talent zu gut. Ohnehin hat sich die Betrachtung gewandelt: Einem Verkauf oder auch einer Leihe mit Kaufoption steht der Klub skeptisch gegenüber, Anfragen dieser Art aus den Niederlanden und Belgien zu Beginn der Wechselperiode verliefen sich. Lieber wäre dem FC ein erneutes Leihgeschäft. Doch die Marktlage für solche Transfers ist schwieriger als für feste Wechsel – sodass Bakatukanda wenige Tage vor Transferschluss noch in Köln ist.
Nicht ausgeschlossen ist deshalb, dass er die Chance, die er in der Vorbereitung nicht bekam, in der laufenden Saison nutzt. Vorstellbar ist nach kicker-Informationen inzwischen durchaus auch ein Verbleib des Rechtsfüßers. Dann müsste er sich vorerst hinter Jahmai Simpson-Pusey, Luka Lochoshvili, Rav van den Berg und Joel Schmied einreihen. Für Spielpraxis könnten Einsätze in der U 21 sorgen, die Bakatukanda bestens kennt. Und im Fall der Fälle könnte er dann auch für die Profis bereitstehen – und seine Chance doch noch nutzen.
Nach anderthalb Jahren in Österreich erlebte Innenverteidiger-Talent Elias Bakatukanda beim 1. FC Köln eine schwierige Vorbereitung. Doch der 22-Jährige biss die Zähne zusammen – und nun ist sogar ein Verbleib nicht ausgeschlossen.
