Das Gedränge im Mittelfeld ist gewaltig. Daher wird Bayer das Aufgebot in diesem Bereich noch ausdünnen. Selbst ein verdienter Double-Sieger könnte gehen.
Selbst Palacios-Abgang wird nicht ausgeschlossen
Das Aufgebot ist groß, sehr groß sogar. Robert Andrich, Aleix Garcia, Ezequiel Fernandez, der noch urlaubende WM-Finalist Exequiel Palacios, Talent Noah Mbamba plus Malik Tillman, Ibrahim Maza und selbst Jonas Hofmann, der sich immerhin in der Vorbereitungsfrühphase als Achter-Option im 4-3-3 entpuppt – sie alle stehen aktuell fürs zentrale Mittelfeld parat. Ein extremer Konkurrenzkampf, der sich in nächster Zeit noch etwas verringern wird. Nicht nur durch den Weggang von Mbamba, der erneut verliehen werden dürfte. So ist es doch auch wahrscheinlich, dass zumindest ein etablierter Profi geht aus der Riege der ersten Sechser-Kandidaten Andrich, Fernandez, Aleix Garcia – und Palacios.
Selbst dessen Abgang kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Nachdem Gerüchte über Kontakte mit anderen Klubs die Runde gemacht hatten, ließ Rolfes am Sonntag in einer Medienrunde jedenfalls mehrfach die Chance verstreichen, einem Leverkusen-Abschied des argentinischen Weltmeisters von 2022 kommunikativ einen Riegel vorzuschieben. Palacios, schon seit Januar 2020 Teil der Werkself, sei ein „wichtiger Spieler“, der „Führungsqualität und Energie“ einbringen könne, lobte Rolfes. Palacios solle in jedem Fall bleiben, sagte Rolfes allerdings ausdrücklich nicht, sondern verwies nachfolgend nur allgemein auf die Lage und Bayers gute Position.
Ergibt sich eine gute Konstellation, gilt selbst Palacios nicht als unverkäuflich
„Bei manchen Spielern gibt es immer wieder Gerüchte. Palacios gehört zu den Spielern, bei denen das in den vergangenen Jahren immer mal vorkam“, erklärte der Geschäftsführer und ergänzte: „Wir sind in einer sehr entspannten Position. Wir haben noch einen langen Vertrag mit ihm (bis Sommer 2030, Anm. d. Red.). Deshalb gibt es von unserer Seite überhaupt keinen Grund, etwas zu machen. Wenn wir handeln, muss es eine Situation sein, in der wir glauben, dass wir Impulse für die Mannschaft setzen oder Dinge verbessern können. Sonst machen wir es nicht.“
Ergibt sich also eine solche Situation, gilt selbst der fürs Pressing von Trainer Carles Martinez eigentlich sehr gut passende Palacios, der offenbar über einen Wechsel nachdenkt, nicht als unverkäuflich. Was schlussfolgern lässt: Bayer agiert ohne Denkverbote – aber auch ohne Druck. Zumal das aus Berlin verpflichtete Ausnahmetalent Kennet Eichhorn wegen einer Stoffwechselstörung vorerst ausfällt. Mit ihm ist eine weitere Mittelfeldkraft, die dringend Spielzeit benötigen würde, erst mal nicht verfügbar – was anderen nun wiederum eine Chance bieten könnte. Andrich und Aleix Garcia etwa sind gefordert, sich zu beweisen und ihre Tauglichkeit ins Martínez‘ Systematik unter Beweis zu stellen.
„Wir sind insgesamt in einer guten Position – bei Palacios und bei anderen Spielern.“ (Bayers Geschäftsführer Simon Rolfes über die Situation auf dem Transfermarkt)
So wie Fernandez, der sich nach seiner arg durchwachsenen Vorsaison samt verweigerter Einwechslung in Dortmund (1:0) vom ersten Verkaufskandidaten zumindest zu einem Gewinner der bisherigen Vorbereitung entwickelt hat. Nicht ausgeschlossen allerdings, dass er am Ende nach nur einem Jahr doch schon wieder geht. Selbiges gilt für den so verdienten Double-Sieger Palacios. „Wir sind insgesamt in einer guten Position – bei Palacios und bei anderen Spielern. Wir haben lange Verträge. Wenn wir nicht glauben, dass sich eine Situation für uns verbessert, machen wir es nicht“, sagte Rolfes noch einmal. Anders als vor ein paar Wochen, als es um Maza ging, war das jedoch kein klares Statement pro Verbleib.
Das Gedränge im Mittelfeld ist gewaltig. Daher wird Bayer das Aufgebot in diesem Bereich noch ausdünnen. Selbst ein verdienter Double-Sieger könnte gehen.
