Nach seiner Oberschenkelverletzung steht Jarell Quansah Bayer 04 gegen Augsburg wieder zur Verfügung. Doch wer aus dem in Dortmund überzeugenden Abwehr-Trio muss weichen? Eine Entscheidung, die in Bezug auf Loic Badé eine durchaus heikle darstellt.
Push oder Rückschlag für den Franzosen
Beim Leverkusener 1:0-Sieg am Samstag in Dortmund stellt die Dreierkette mit Robert Andrich, Loic Badé und Edmond Tapsoba (jeweils kicker-Note 2) den mit Abstand stärksten Mannschaftsteil der Werkself an diesem Spieltag dar. Und das, obwohl mit Jarell Quansah ein Fixpunkt der Abwehrreihe nach einer Oberschenkelverletzung noch fehlte. Doch am Samstag gegen den FC Augsburg wird der englische Nationalspieler wieder einsatzbereit sein. Kasper Hjulmand muss somit entweder Quansah oder einen aus dem beim BVB so überzeugenden Trio auf die Bank setzen.
Hinspiel-Erfahrung spricht für Quansah
Für Hjulmand stellt diese Entscheidung eine durchaus kniffelige dar. Klar ist: Tapsoba wird es nicht treffen, der als linker Innenverteidiger der Dreierkette unantastbar ist. Auf dessen Spielstärke zu Hause gegen tief stehend erwartete Gäste zu verzichten, wäre widersinnig. Doch welche Varianten bleiben dem Dänen dann noch?
Quansah nicht für die Startelf zu nominieren, wäre ein Vabanque-Spiel. Schließlich mussten Bayer und Hjulmand bei der 0:2-Niederlage in der Hinrunde erfahren, wie wertvoll die herausragende Schnelligkeit des englischen Nationalspielers auf der rechten Position in der Dreierkette gewesen wäre, als dort Augsburgs Dimitrios Giannoulis nicht nur beim 0:1 seine Geschwindigkeitsvorteile gegenüber dem rechts agierenden Andrich ausspielte.
Im Zweifelsfall musste meist Badé weichen
Quansah jetzt trotz dieser Erfahrung nicht beginnen zu lassen, wäre auch für die Reputation Hjulmands höchst riskant. Würde er sich dann im erneuten Misserfolgsfall doch zu Recht dem Vorwurf ausgesetzt sehen, aus der 0:2-Niederlage im November nichts gelernt zu haben. Der wohl schwerstmögliche Kritikpunkt an einem Trainer.
Also muss Hjulmand entscheiden, ob er Andrich oder Badé aus der Startelf nimmt. Für Badé wäre dies das nächste negative Signal, nachdem der Franzose seit dem 1:0-Sieg von Bayer im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Borussia Dortmund im November deutlich an Standing verloren hat. Seitdem hat Andrich den Status als unangetasteter Führungsspieler sicher. Und Badé ist derjenige, der im Zweifelsfall weichen muss.
Dass Immer-Spieler Andrich rausrotiert, ist nicht zu erwarten
Zwar könnte man damit argumentieren, dass Andrich vor der kommenden englischen Woche mit dem DFB-Pokal-Halbfinalspiel gegen Bayern München am Mittwoch aufgrund seiner hohen Einsatzzeiten eine Pause nicht schaden würde. Doch der starke Auftritt Andrichs in Dortmund lässt eine solche Entscheidung Hjulmands ebenso wenig erwarten wie der Fakt, dass Andrich als einer der Immer-Spieler unter dem früheren dänischen Nationaltrainer wie auch Alejandro Grimaldo und Aleix Garcia von der Rotation quasi ausgenommen wurde.
Erwischt es also wieder Badé? Für den französischen Nationalspieler, der am Samstag an seinem 26. Geburtstag in Dortmund eine so starke Leistung abgeliefert hatte, wäre es ein herber Rückschlag. Hatte der Rechtsfuß doch noch am Dienstag erklärt, dass er sich noch Chancen auf ein WM-Ticket im Sommer ausrechne.
Badé muss Deschamps weitere Argumente liefern – als Startelf-Spieler
Doch dafür wird Badé, der nach der jüngsten Länderspielperiode erst sein Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause gegeben hatte, Nationaltrainer Didier Deschamps weitere gute Argumente liefern müssen, falls für ihn überhaupt noch ernsthafte Aussichten auf einen Platz im WM-Kader bestehen. Und das geht nur mit weiteren Startelf-Einsätzen bei Bayer 04.
Nach seiner Oberschenkelverletzung steht Jarell Quansah Bayer 04 gegen Augsburg wieder zur Verfügung. Doch wer aus dem in Dortmund überzeugenden Abwehr-Trio muss weichen? Eine Entscheidung, die in Bezug auf Loic Badé eine durchaus heikle darstellt.
