Eugen Polanski bleibt Trainer von Borussia Mönchengladbach. Das ist das Resultat der nach dem Saisonende vorgenommenen Analyse. Die Veränderungen finden um den Coach herum statt.
Veränderungen im Staff
Die Entscheidung ist gefallen. Wie die Borussia am Mittwoch bestätigte, wird Eugen Polanski in der neuen Saison weiterhin für Borussia Mönchengladbach an der Seitenlinie stehen.
Der kicker hatte bereits berichtet, dass alles auf einen Verbleib des 40-Jährigen hindeutet und stattdessen um den Trainer herum Veränderungen in Planung sind. So kommt es nun. „Wir haben uns entschieden, mit Eugen in die neue Saison zu gehen. Das ist auch kein ‚Weiter so‘, sondern wir werden Dinge anpacken müssen. Wir haben eine klare Analyse gemacht, auch mit Dingen, mit denen wir nicht zufrieden sind“, erklärte Sportchef Rouven Schröder am Mittwoch in einer Medienrunde.
Verschiedene Maßnahmen werden ergriffen. Beim ersten Punkt, dem Kaderumbau, hat Schröder mit den ersten Spielereinkäufen schon Signale gesetzt. Nur bei einer runderneuerten Mannschaft bleibt es aber nicht. „Wir müssen die nächsten Schritte gehen. Wir werden den Kader neu ausrichten. Wir werden aber auch, und das ist meiner Ansicht nach ebenso ein wichtiger Punkt, um Eugen herum ein neues Trainerteam bauen. Wir werden neuen Input von außen bekommen. Wir werden mehr Inhalt bekommen. Wir werden dementsprechend auch im Staffbereich nicht nur Dinge ansprechen, sondern auch handeln“, so Schröder. „Wir wollen das beste Rüstzeug finden für eine erfolgreiche Saison.“ Die Veränderungen im Trainerteam würden auch auf Bestreben von Polanski vorgenommen. „Wir wollen neue Impulse setzen. Es war ein klarer Wunsch von Eugen selbst, hier aktiv zu werden“, sagte Schröder.
Schröder: „Wir packen an und stellen uns neu auf“
Wer mit welcher Expertise neu zur Borussia stößt und wer gehen muss, darauf wollte der Manager am Mittwoch noch nicht eingehen. Mit einigen Wunschkandidaten ist sich Schröder offenbar schon einig. „Wir packen an und stellen uns neu auf für die kommende Saison“, sagte Schröder.
Dass der Weg mit Polanski kein ‚Weiter so‘ bedeute, stellte Borussias „Head of Sports“ mehr als einmal heraus. Klubintern wurde die Diskussion um ein Festhalten an Polanski durchaus kontrovers geführt. Am Ende überzeugte das Konzept, wie man Mannschaft und das Drumherum für die Zukunft ausrichten möchte, alle Seiten. „Das ist kein Experiment. Wir sind voll überzeugt, er hat die volle Unterstützung“, betonte Schröder.
Aber auch Polanski ist gefragt, bei sich selbst Justierungen vorzunehmen und aus den Erfahrungen seiner ersten Monate als Bundesligatrainer zu lernen. Von einer „schonungslosen Analyse“ berichtete Schröder, man habe „offen und ehrlich“ kommuniziert, auch die kritischen Punkten klar angesprochen. Vor allem einen mutigen, aktiven, offensiven Fußball soll die Borussia in der Zukunft bieten. Dafür wird Polanski in der neuen Saison zum Beispiel zur Viererkette zurückkehren, in einer 4-2-3-1-Grundausrichtung oder auch mal im 4-3-3. Die oft zu defensive und ängstliche Ausrichtung war einer der Kritikpunkte an seiner Arbeit.
„Jetzt geben wir ihm eine richtige Vorbereitung, mit einem neuen Team um sich und einem neuen Kader.“ (Rouven Schröder über Eugen Polanski)
Bei der Analyse habe man sich aber auch vor Augen geführt, dass Polanski gerade mal seine ersten Schritte als Cheftrainer auf höchstem Niveau gegangen sei. „Alle wussten bei seiner Berufung, dass er ein Trainer ohne Bundesligaerfahrung ist. Das ist sein Weg, jeder Trainer hat einmal angefangen bei den Profis. Wir machen alle Fehler, wir sammeln alle Erfahrung. Jetzt geben wir ihm eine richtige Vorbereitung, mit einem neuen Team um sich und einem neuen Kader.“
Beeindruckend fand Schröder, wie Polanski in der Stresssituation Abstiegskampf bei sich geblieben sei. Keine Beschwerde über die Kaderplanung, kein Lamentieren wegen der Verletzungssorgen um Tim Kleindienst und Co.. „Da habe ich schon andere Trainer erlebt, die hätten sich öffentlich beschwert über gewisse Dinge“, sagte Schröder. „Da ist Eugen sehr ruhig geblieben. Ein großes Kompliment an ihn. Auch die Kritik wegzustecken, die ganz normal ist in einer schwierigen Phase.“
Gladbach unter Polanski Zwölfter
Bei seinem Heimatverein hatte Polanski in der abgelaufenen Saison nach dem 3. Spieltag zunächst interimsweise von Gerardo Seoane übernommen und wurde im November zur Dauerlösung mit einem Cheftrainervertrag bis 2028 befördert. Zuvor war er seit 2022 Coach der U 23 in der Regionalliga West gewesen.
In 31 Spielen als Bundesliga-Trainer verbuchte der 40-Jährige neun Siege, zehn Unentschieden und zwölf Niederlagen. Trotz einer schwierigen Zittersaison befreite sich die Borussia unter dem früheren polnischen Nationalspieler am Ende vorzeitig aus dem Abstiegskampf und erreichte am Ende Platz 12 mit neun Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Von den letzten elf Saisonspielen verlor die Fohlenelf nur drei Begegnungen – auswärts beim FC Bayern, in Leipzig und in Augsburg.
Eugen Polanski bleibt Trainer von Borussia Mönchengladbach. Das ist das Resultat der nach dem Saisonende vorgenommenen Analyse. Die Veränderungen finden um den Coach herum statt.
