Werder stellt sich im Angriff neu auf: Auf Cedric Itten soll noch ein weiterer Stürmer folgen – um künftig auch die Option zu besitzen, mit einer Doppelspitze zu agieren.
Chance für Kownacki?
Der Medizincheck soll möglichst zeitnah erfolgen – in den USA: Dort steht Cedric Itten mit der Schweizer Nationalmannschaft am Donnerstag vor dem zweiten WM-Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina. Nach dieser letzten Wechsel-Hürde würde dann seine Unterschrift unter einem Vertrag beim SV Werder Bremen folgen.
Über die Modalitäten haben sich der 29-jährige Angreifer und der Bundesligist verständigt – mit Fortuna Düsseldorf war indes keine Einigung zu erzielen. Nach dem Abstieg in die 3. Liga kann Itten seinen bisherigen Klub trotz Vertrags bis 2029 ablösefrei verlassen.
Was nicht gerade unerheblich ist für den nicht zu großen finanziellen Sprüngen fähigen SV Werder, der ja auf der Position im Sturm in diesem Transferfenster weiter nachzulegen plant: Ein Angreifer soll noch kommen – wobei sich zumindest zeitnah erst einmal keine weitere Verpflichtung abzeichnet.
Füllkrug-Transfer eher unrealistisch
Als eher unrealistisch erweist sich aktuell zunehmend ein Transfer von Niclas Füllkrug, mit dem sich die Bremer zumindest beschäftigt haben. Doch sein aus der Premier League abgestiegener Klub West Ham United würde den 33-Jährigen wohl nicht ablösefrei ziehen lassen, heißt es.
Füllkrug hätte sich eine Rückkehr (neben anderen Optionen) grundsätzlich vorstellen können – eine Millionenablöse im mittleren einstelligen Bereich käme für Werder jedoch nicht infrage. Ob sich an den Forderungen aus England noch einmal etwas ändert?
Mit Itten hat Werder jedenfalls bereits den zweiten Neuzugang im Angriff an der Angel, nachdem bereits das 19-jährige französische Talent Kenny Quetant ebenfalls ablösefrei von Le Havre AC verpflichtet wurde. Zudem ist Salim Musah, der gegen Ende der abgelaufenen Saison seine Fähigkeiten und Entwicklungspotenzial angedeutet hatte, fest eingeplant.
Die Option Werder-Doppelspitze
Dass die Suche auf dem Transfermarkt damit noch nicht beendet ist, hängt indes auch mit den Überlegungen am Osterdeich zusammen, dass künftig eine Doppelspitze bei Werder stürmen könnte: Coach Daniel Thioune zieht diese Option in seinem ohnehin nicht statisch angelegten System in Betracht.
In Itten steht ihm dabei nun voraussichtlich ein alter Bekannter im Kader zur Verfügung: Itten wechselte vor einem Jahr für 1,5 Millionen Euro von den Young Boys Bern nach Düsseldorf, als Thioune noch Fortuna-Cheftrainer war.
Und apropos Thioune: In seinen mehr als dreieinhalb Jahren im Amt firmierte auch Dawid Kownacki als ein Topstürmer in der 2. Liga: Die Saison 2022/23 beendete der Pole mit 14 Treffern und 9 Assists, die Saison 2024/25 als Werder-Leihgabe mit 13 Treffern und 5 Assists.
Niemeyer über Kownacki: „Wer sagt denn…“
Fakt ist: Nach einer weiteren Leihe in der Vorsaison zu Hertha BSC (5 Tore, 2 Assists in 21 Spielen) kehrt Kownacki in seinem letzten Vertragsjahr zurück nach Bremen. Mit neuen Chancen unter Thioune?
Leiter Profifußball Peter Niemeyer sagt jedenfalls: „Man muss sagen, dass Dawid unter Daniel eine gute Zeit in Düsseldorf hatte und wir hoffen, dass er daran anknüpfen kann.“ Ab dem Trainingsstart am 10. Juli dürfe sich der Angreifer wieder anbieten.
„Und wer sagt denn, dass er sich nicht auch eine Rolle erarbeiten kann“, so Niemeyer weiter. Andererseits wäre Werder bei Angeboten für den 29-Jährigen nach wie vor gesprächsbereit.
Werder stellt sich im Angriff neu auf: Auf Cedric Itten soll noch ein weiterer Stürmer folgen – um künftig auch die Option zu besitzen, mit einer Doppelspitze zu agieren.
