Beim 3:3 gegen Stuttgart zeigte Hoffenheims Bazoumana Touré wieder sein immenses Potenzial und traf sogar mit dem schwächeren Fuß. Dennoch hat der Ivorer seinen Abschluss noch als Manko ausgemacht.
Hoffenheims Toptalent trifft zum vierten Mal
Am Samstag war es mal wieder soweit: Bazoumana Touré trat nicht nur in seiner Paraderolle als Vorbereiter in Erscheinung, sondern auch als Torschütze. Beim denkwürdigen 3:3 gegen den VfB Stuttgart traf der Ivorer zum zwischenzeitlichen 2:1 mit einem verdeckten Schuss und seinem schwächeren rechten Fuß, der Ball passierte zahlreiche Spieler und Beine im Stuttgarter Strafraum und schlug unhaltbar im langen Eck ein (23.).
TSG erhofft sich 40 Millionen plus X
In seinem 28. Saisonspiel erzielte der 20-Jährige immerhin seinen vierten Treffer, zwei mit links, zwei mit rechts. Doch gemessen an den zahlreichen vielversprechenden Situationen, in denen man Touré in dieser Saison vor dem gegnerischen Tor erleben konnte, ist seine Erfolgsquote ziemlich mau.
Das sieht Touré selbst auch so, wie der Ivorer im Vereinsmagazin „Spielfeld“ verrät. „Vor allem an meinem Abschluss“ müsse er noch arbeiten, „ich habe in dieser Saison zwar schon einige Tore vorgelegt, aber ich bin noch zu selten selbst Torschütze. Da habe ich auf jeden Fall noch Potenzial. Ich arbeite daran, dass ich irgendwann auch selbst öfter erfolgreich bin.“
Sollte auch das noch gelingen, dürfte Tourés Marktwert endgültig durch die Decke gehen. Der im Winter 2025 für knapp zehn Millionen Euro von Hammarby IF aus Schweden geholte Sprinter wird aktuell auf 35 Millionen Euro taxiert und wird als nächster Verkaufsschlager der TSG in diesem Sommer gehandelt. Hoffenheim verspricht sich sogar eine Transfersumme jenseits der 40-Millionen-Grenze für Touré, dessen Vertrag ohne Ausstiegsklausel noch bis 2029 datiert ist.
Viertbester Vorbereiter der Bundesliga
Am Samstag ließ er sein enormes Potenzial wieder aufblitzen, mehrfach war der Wirbelwind auf dem linken Flügel allen enteilt und hatte mit maßgeschneiderten Hereingaben erst Andrej Kramarics zweiten Treffer zum 3:1 schulmäßig vorbereitet (49.) und nur fünf Minuten später auch Tim Lemperle in Szene gesetzt, doch der Sturmkollege war beim Abschluss leicht weggerutscht und hatte nur den Pfosten getroffen.
In seiner Spezialität hat sich Touré in dieser Spielzeit unübersehbar gesteigert. „Ich habe vor allem sehr viel gearbeitet, auch individuell. Der Trainer hat mir klar gesagt, wo ich mich verbessern kann, und ich habe versucht, das konsequent umzusetzen. Besonders wichtig war für mich die Entscheidungsfindung im letzten Drittel, auch mein Abschluss war ein Schwerpunkt“, verrät Touré, „ich habe gelernt, in den entscheidenden Momenten ruhiger zu bleiben. Konzentration und Wiederholungen im Training haben mir dabei sehr geholfen. Für mich war es auch wichtig, dass ich auf meine Stärken vertraue.“
Schon vor dem Abschiedsspiel?
Die liegen vor allem in seinem enormen Tempo, sowohl im Antritt auf den ersten Metern als auch in der Endgeschwindigkeit. „Ich war schon als Kind immer schneller als die anderen Jungs, das hatte ich schon immer in mir“, erinnert sich Touré, „in meiner Zeit in Schweden wurde ich schon mal mit mehr als 37 km/h gemessen, in dieser Saison stehe ich ’nur‘ bei 35,98 km/h. Ich bin überzeugt, dass da noch mehr möglich ist.“
Zwei Gelegenheiten hat er noch. Möglicherweise die letzten im Trikot der TSG. Denn geht das Hoffenheimer Kalkül und der Transferplan auf, dann steht Touré am Samstag gegen Werder Bremen schon vor seinem letzten Heimspiel und in Gladbach mutmaßlich vor seinem „Abschiedsspiel“. Noch scheint alles offen, sicher ist nur, dass sich Touré mit nunmehr zwölf Assists zum viertbesten Vorbereiter der Bundesliga gemausert und großes Marktinteresse auf sich gezogen hat. Bereits vor dem Schritt nach Hoffenheim hatten sich Klubs aus der Premier League um ihn bemüht.
Bei der WM gegen Deutschland
Zudem winkt auch noch die große WM-Bühne. Der Nationalspieler der Elfenbeinküste debütierte zuletzt beim Afrika-Cup und erzielte in fünf Einsätzen bereits zwei Tore für sein Land. Bei der WM sind die Ivorer Gruppengegner der deutschen Mannschaft, womöglich mit der brandgefährlichen Flügelzange Touré und dessen Leipziger Landsmann Yan Diomande.
„Die Weltmeisterschaft ist wohl für jeden Fußballer ein großes Ziel, das ist die größtmögliche Bühne. Es wäre eine riesige Ehre, dort dabei zu sein. Allein im Kader zu stehen, wäre etwas Großes, aber ich möchte auch meinen Beitrag leisten, dass wir dort erfolgreich sein können“, betont Touré, der dann auch auf seinen Hoffenheimer Kapitän Oliver Baumann treffen könnte, „Deutschland hat eine sehr starke Mannschaft, das wird auf keinen Fall leicht für uns.“ Nach unlösbar klingt das aber auch nicht …
Beim 3:3 gegen Stuttgart zeigte Hoffenheims Bazoumana Touré wieder sein immenses Potenzial und traf sogar mit dem schwächeren Fuß. Dennoch hat der Ivorer seinen Abschluss noch als Manko ausgemacht.
