Vier Spiele, 16 Gegentore, null Punkte und ein eingestellter Bundesliga-Negativrekord – Gladbachs Start in die Saison ist desolat. Nach dem 3:4 gegen Mainz machte sich Ratlosigkeit breit – einen Wunsch an den neuen Trainer gab’s auch.
Lichte mit klarem Fazit
Auch der Wechsel auf der Trainerbank half am Ende nicht. Sechs Tage nach der Trennung von Ex-Coach Eugen Polanski bekam Borussia Mönchengladbach unter der Führung von Interimscoach Jan-Moritz Lichte beim wilden 3:4 gegen Mainz die nächste Packung verpasst. Lichte hatte gegen die 05er auf einer Fünferkette vertraut und gehofft, so mehr Stabilität hinten zu bekommen.
Anfangs schien es auch zu klappen, wie auch Lukas Ullrich anmerkte. „Wir waren eigentlich gut drin, haben 1:0 geführt und hatten gute Chancen“, sagte der 22-Jährige bei Sky und stellte fest: „Dann kriegen wir so Scheiß-Tore. Es läuft gerade einfach nicht.“ In der Tat hielt Borussias Bestreben um Sicherheit und Fehlervermeidung nicht lange an, weil mit fortschreitender Spieldauer defensive Unzulänglichkeiten offenbart wurden.
„In den letzten drei Spielen stand Eugen hier und hat sich erklärt, heute stehe ich hier und erkläre mich“, sagte ein etwas ratlos anmutender Lichte: „Am Ende ist es bitter, wieder vier Gegentore, das wollten wir unbedingt verhindern. Diesmal waren es eindeutig die Standards, die uns das Genick gebrochen haben. Drei Stück sind einfach zu viel. Die Jungs haben es bis zum Ende versucht, machen das 4:3, aber am Ende sind vier Gegentore zu Hause einfach zu viel.“
So schlecht wie einst Schalke
Fakt ist: Gladbach steht bei insgesamt 16 Gegentoren nach vier Spieltagen. So schlecht war bislang nur der FC Schalke 04 in der Saison 2020/21; die Knappen hatten damals aber nach dem 4. Spieltag schon einen Punkt gesammelt und stiegen am Ende dennoch ab.
Damit die Fohlenelf nicht das gleiche Schicksal ereilt, braucht es zwingend mehr defensive Stabilität. Die große Frage lautet: Wie schafft man das? Ullrichs Antwort: „Wir müssen als Kollektiv arbeiten, Zweikämpfe gewinnen, zusammen fighten, dann passiert so etwas auch nicht mehr.“ Lichte verwies noch auf Klarheit und Konzentration im Strafraum, die notwendig sei.
Die Defensive wird auf jeden Fall ein Thema für den neuen Trainer werden. Wer das wird, ist noch unbekannt, allerdings bestätigte Sportchef Rouven Schröder mittlerweile, dass es einen Favoriten gebe und man sich mit diesem auch schon geeinigt habe. Einen Namen nannte er nicht, während er zugleich Christian Titz und Horst Steffen ausschloss.
Ullrich verriet jedenfalls schon einmal, was er sich vom Neuen erhofft. „Einfach, dass er einen neuen Spirit reinbringt, uns pusht und das wir da, wo wir Defizite haben, einfach besser werden. Einen Neuanfang eben, das wir wieder Gas geben.“
Vier Spiele, 16 Gegentore, null Punkte und ein eingestellter Bundesliga-Negativrekord – Gladbachs Start in die Saison ist desolat. Nach dem 3:4 gegen Mainz machte sich Ratlosigkeit breit – einen Wunsch an den neuen Trainer gab’s auch.
