Zu einem Einsatz in Freiburg kam Samuel Mbangula nicht, doch in Italien regt sich offenbar Interesse – und bei Werder will man in den letzten Tagen zumindest „nichts ausschließen“. Es könnte noch einiges passieren.
Stage-Aus ändert Transferplan
Bis Dienstagabend um 20 Uhr ist noch Zeit – und langweilig werde es rund um weitere Transferbewegungen beim SV Werder Bremen bis dahin nicht, das kündigte Sportchef Clemens Fritz im Nachgang der 1:4-Niederlage in Freiburg bereits an: „Wir haben noch zweieinhalb Tage und werden das umsetzen, was wir umgesetzt bekommen.“
Der Transferplan des Bundesligisten wurde ja insbesondere durch den monatelangen Ausfall von Werder-Eckpfeiler Jens Stage kurz vor Ende der Wechselperiode noch mal bedeutend beeinflusst. Auch Niclas Füllkrug sprach von einem „worst case“ bei der schweren Verletzung des dänischen Mittelfeldspielers, der den Bremern im restlichen Jahr 2026 fehlen wird.
Werder plant nun also auf dem Transfermarkt noch mal nachzulegen, das bestätigte Fritz in Freiburg: „Durch den Ausfall von Jens wird schon noch mal ein Spieler mehr kommen – darauf müssen wir reagieren, weil er einfach ein Schlüsselspieler ist.“
Fritz: „Wenn du 10 Euro in der Tasche hast…“
Die Bremer forcieren eine Ausleihe von Mittelfeldspieler Youri Regeer von Ajax Amsterdam, der jedoch ein defensiveres Profil verkörpert als Stage, der in den vergangenen beiden Saisons jeweils zehn Bundesligatore erzielte – für eine derartige Torgefahr steht der 23-jährige Niederländer nicht.
Angedacht ist also, dass neben Außenverteidiger Moussa Ndiaye auch noch ein offensivgeprägter Mittelfeldspieler (Cameron Puertas bleibt weiter ein Kandidat) kommen soll. Trotz weiterhin eingeschränkter finanzieller Mittel (Fritz: „Wenn du zehn Euro in der Tasche hast, kannst du nicht 20 ausgeben“) sei man bei Werder nun jedenfalls bereit, „ein gewisses Risiko“ einzugehen – aufgrund der „besonderen Situation“ rund um Stage.
Stage-Ersatz? Thioune plant mit „Qualitätsspieler“
Coach Daniel Thioune betonte auf der Pressekonferenz in Freiburg indes, davon auszugehen, den Dänen „nicht mit einem Potenzialspieler, sondern mit einem Qualitätsspieler“ zu ersetzen. Als solcher war eigentlich auch Samuel Mbangula bei seiner Verpflichtung vor einem Jahr von Juventus Turin vorgesehen – doch seither hat der belgische Flügelstürmer diesen Beweis viel zu selten mal erbracht.
Beim Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal war er bereits zur Halbzeit ausgewechselt und anschließend von Thioune zurecht kritisiert worden. In Freiburg nun wurde der 22-Jährige nicht mal eingewechselt. Eine „Trainerentscheidung“, wie Sportchef Fritz erläuterte: „Er bringt die Jungs rein, wo er das bestmögliche Gefühl hat. Er entscheidet nach Spielleistung, Trainingsleistung – und hat sich jetzt für andere entschieden.“
Mbangula? „Es kann immer etwas passieren“
Thioune selbst begründete die Nicht-Berücksichtigung auch mit taktischen Überlegungen: „Er war heute das Opfer unserer Performance und unseres Systems. Im Laufe des Spiels habe ich auf Dreierkette umgestellt, dann ist es für Sam keine Position auf den Außenbahnen.“ Zusätzlich interessant in dieser Personalie wiederum ist, dass unlängst Meldungen vom italienischen Transferjournalisten Gianluca Di Marzio aufgeploppt sind, wonach sich die Serie-A-Klubs Atalanta Bergamo und FC Bologna mit Mbangula beschäftigen würden.
Und konkret auf einen möglichen Mbangula-Abgang angesprochen, meinte Fritz zumindest: „Gerade hinten heraus ist auf dem Transfermarkt eine unglaubliche Dynamik drin – da kann immer etwas passieren. Deswegen will ich grundsätzlich nichts ausschließen.“ Bis Transferschluss könnte noch einige Bewegung reinkommen in den Bremer Kader, auch bei weiteren Abgängen (Dawid Kownacki, Skelly Alvero).
Zu einem Einsatz in Freiburg kam Samuel Mbangula nicht, doch in Italien regt sich offenbar Interesse – und bei Werder will man in den letzten Tagen zumindest „nichts ausschließen“. Es könnte noch einiges passieren.
