Als Graham Potter am Dienstagabend seinen WM-Kader für die schwedische Nationalmannschaft benannte, tauchten vier Deutschland-Legionäre auf der Liste auf. Nicht darunter: Eintracht Frankfurts Hugo Larsson, was deren Sportvorstand Markus Krösche am Mittwoch harsch kritisierte.
Schwede fährt nicht zur WM
Auf der 26 Namen zählenden Liste, die der schwedische Verband am Dienstagabend veröffentlichte, sucht man vergeblich nach dem Namen von Hugo Larsson. Der 21 Jahre alte zentrale Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt ist nicht Teil des Kaders, den der schwedische Nationaltrainer Graham Potter für die WM in Kanada, Mexiko und USA nominiert hat. „Der Kader ist stark und ausgewogen“, sagt der 50 Jahre alte Engländer über seine Auswahl, die vier Deutschland-Legionäre zählt, nicht aber den 12-maligen Nationalspieler von der Eintracht.
Am Main wurde diese Nachricht mit großer Verwunderung aufgenommen. Dass Larsson, der letztmals im Sommer vergangenen Jahres mit dem blau-gelben Wappen auf der Brust auflief, das Weltturnier verpasst, ist aus Sicht von Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche „sportlich schlicht nicht zu erklären“, wie er in einem vom Bundesliga-Achten veröffentlichten Statement am Mittwochvormittag unterstrich. „Hugo hat sich in den vergangenen Jahren auf höchstem Niveau entwickelt, konstant Leistung gebracht und zählt zu den absoluten Schlüsselspielern unserer Mannschaft.“
„Wer solche Leistungen ignoriert, sendet das falsche Signal an jeden Profi, der sich Woche für Woche alles erarbeitet.“ (Markus Krösche)
„34 Pflichtspiele in dieser Saison sprechen eine eindeutige Sprache“, so Krösche weiter. „Wer solche Leistungen ignoriert, sendet das falsche Signal an jeden Profi, der sich Woche für Woche alles erarbeitet. Für uns ist klar: Hugo hätte die Nominierung mehr als verdient gehabt. Diese Entscheidung ist nicht nur unverständlich, sondern aus unserer Sicht schlicht falsch.“
In der Tat hat Larsson seit seinem Wechsel zur Eintracht im Sommer 2023 im Alter von 19 Jahren bereits 119 Pflichtspiele für die SGE absolviert und war schon in seiner Debütsaison Stammspieler. Im Vergleich zu den Vorjahren sind seine Einsatzzeiten in der laufenden Saison merklich zurückgegangen, auch aufgrund kleinerer Verletzungen absolvierte er nun knapp 60 Prozent der möglichen Spielminuten in der Bundesliga.
2025/26 wusste Larsson selten zu überzeugen
Und zur Wahrheit gehört eben auch, dass Larssons Leistungen in der laufenden Runde selten überzeugend waren. Von positiven Ausnahmen in den Spielen gegen Werder Bremen (4:1 am 1. Spieltag) oder beim Hamburger SV (1:1 am 15. Spieltag) abgesehen fiel Larsson meist ab (kicker-Note 4,02), in bislang 1811 Bundesliga-Minuten führte der Sechser lediglich 74 Zweikämpfe, von denen er wiederum nur 46 Prozent gewann – also im Schnitt nicht einmal zwei Zweikämpfe pro Minute.
Zum Vergleich: Matthias Svanberg vom abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg, der sich im schwedischen Kader wiederfindet und ebenfalls im zentralen Mittelfeld zuhause ist, kam in lediglich 798 Minuten auf 100 Zweikämpfe. Der ebenfalls nominierte Eric Smith vom FC St. Pauli, der zwischen defensivem Mittelfeld und zentralem Platz in der Innenverteidigung pendelt, führte in 2311 Minuten 175 Zweikämpfe, von denen er 58 Prozent gewann.
Als Graham Potter am Dienstagabend seinen WM-Kader für die schwedische Nationalmannschaft benannte, tauchten vier Deutschland-Legionäre auf der Liste auf. Nicht darunter: Eintracht Frankfurts Hugo Larsson, was deren Sportvorstand Markus Krösche am Mittwoch harsch kritisierte.
