Schon weit vor dem Anpfiff des Nordderbys gab es im Weserstadion die ersten Pyro-Vergehen, die sogar Auswirkungen auf die DAZN-Übertragung hatten – und sich auch nach dem Spiel fortsetzten.
DAZN unterbricht Übertragung
Das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV sorgte schon seit Tagen für angespannte Stimmung, die sich am Samstagnachmittag frühzeitig auch im Weserstadion zeigte. Schon rund eine Stunde vor dem Anstoß um 15.30 Uhr kam es zu einer gefährlichen Situation im Innenraum.
Aus dem noch spärlich besetzten Gästeblock wurden Leuchtraketen auf das Spielfeld geschossen, auf dem sich die Mannschaften noch nicht zum Aufwärmen eingefunden hatten. Mindestens eine Leuchtrakete schlug auf der Werbebande hinter dem gegenüberliegenden Tor ein, verfehlte die Werder-Anhänger in diesem Bereich entsprechend nur knapp.
„Wir müssen einmal ganz kurz auf unsere Sicherheit achten“
Auch die Übertragung bei DAZN, das am Samstag die Bundesliga-Konferenz im Programm hat, wurde von dem Vorfall beeinträchtigt. Der Streaminganbieter unterbrach die Übertragung, weil auch Moderatorin Christina Rann und TV-Experte Tobias Schweinsteiger, die am Spielfeldrand die Vorberichterstattung bestritten, lieber in Deckung gingen.
- Die Bundesliga-Tabelle
„Weg, weg, weg!“, rief Rann, ehe sie sich an die Zuschauer richtete: „Wir müssen einmal ganz kurz auf unsere Sicherheit achten. Ich hoffe, das ist in Ordnung. Deswegen kurze Pause, wir entscheiden dann, wie es weitergeht. Wir atmen alle erst einmal durch.“ Danach folgte eine Werbeunterbrechung.
Auch nach Spielende: Raketen und Polizeieinsatz
Die Lage beruhigte sich allerdings zunächst schnell wieder, auch wenn es nicht der letzte Pyrotechnikeinsatz vor dem Anpfiff blieb. Immer wieder wurde auf beiden Seiten gezündelt, allerdings ohne weitere Raketen abzuschießen. Beim Einlauf der Mannschaften präsentierten die Werder-Fans dann eine riesige Choreo über alle Ränge („Wir waren euer Untergang – wir bleiben euer Untergang“).
Nachdem es während des Spiels, abgesehen von einer paar Rauchschwaden zu Beginn der zweiten Hälfte, die eine nur sehr kurze Unterbrechung zur Folge hatten, tatsächlich weitgehend ruhig geblieben war, setzten sich die unschönen Szenen nach Spielende fort. Die Interviews auch bei Sky verzögerten sich um einige Minute, weil Hamburger Fans zunächst kleinere Leuchtfeuer in den Bereich Bremer Zuschauer warfen. Danach wurden aber auch weitere Leuchtraketen abgefeuert, die teilweise auch im Bremer Fanblock landeten.
Pieper: „Das ist brutal gefährlich und muss nicht sein“
„Ich habe gesehen, dass einiges neben uns einschlug“, sagte Werder-Trainer Daniel Thioune. Sein Abwehrspieler Amos Pieper meinte: „Krasse Geschosse. Dass die über den ganzen Platz fliegen können, damit haben wir nicht gerechnet. Das ist brutal gefährlich. Das muss nicht sein.“ Ein Vereinssprecher der Bremer resümierte bei der Pressekonferenz in einer vorläufigen Bilanz: „Sachschäden ja. Personenschäden sind zumindest noch nicht bekannt. Von daher ist das noch glimpflich ausgegangen.“
Nach dem Abschuss der Leuchtraketen wollten sowohl Werder-Fans noch Richtung HSV-Block laufen als auch Hamburger Anhänger aus ihrem Stadionbereich herausdrängen. Die Polizei schritt jedoch ein und drängte mit mehreren Einsatzkräften in den Gästeblock. Der war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon nicht mehr voll besetzt war.
Auch sportlich hatte das Nordderby viel Brisanz, auch wenn beide Teams davon profitiert hatten, dass der FC St. Pauli am Freitagabend nicht über ein 1:1-Remis gegen den 1. FC Köln hinausgekommen war und so definitiv auch nach dem Spieltag den Abstiegsrelegationsplatz belegen wird.
Schon weit vor dem Anpfiff des Nordderbys gab es im Weserstadion die ersten Pyro-Vergehen, die sogar Auswirkungen auf die DAZN-Übertragung hatten – und sich auch nach dem Spiel fortsetzten.
