Der VfB Stuttgart tritt auf der Stelle – im Keller der Bundesliga-Tabelle. Einer der Faktoren dabei: der nach wie vor torlose Kapitän Deniz Undav, dessen Torlosigkeit auch ein Grund für die Nicht-Nominierung von Jürgen Klopp war.
VfB-Stürmer weiterhin ohne Saisontor
Als Deniz Undav am Samstagabend in der 64. Minute beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund seine Nummer 26 auf der elektronischen Tafel erspäht hatte, ließ der Kapitän des VfB den Kopf sinken, streifte sich die Binde ab und wich kopfschüttelnd auf seinen Bankplatz aus.
Seinen genauen Gedankengang dabei erläuterte Undav wenig später nach Schlusspfiff am Sky-Mikrofon – mit deutlichen Worten: „Ich war nicht zufrieden, dass ich ausgewechselt worden bin. Ich hab das Gefühl, ich bin zu weit hinten. Und wenn ich vorn bin, kommen die Bälle nicht.“
Undav sieht sich zu defensiv orientiert
Dinge, die allein schon wegen seiner momentanen Bilanz nicht von der Hand zu weisen sind. Denn während der 30-Jährige vergangene Saison allein im deutschen Oberhaus auf 19 Treffer samt sechs Vorlagen gekommen war, blieb seine Bilanz auch nach diesem 4. Spieltag bei null und null stehen. „Ich hatte heute schon mein viertes Bundesliga-Spiel und ich habe – glaube ich – erst zwei Chancen gehabt gegen Köln und heute.“
Doch woran liegt das? Undavs Erklärungsansatz richtete sich dabei auf seinen aktuell auch von Coach Sebastian Hoeneß vorgesehenen Bewegungsradius: „Letztes Jahr war es so, dass ich oft die letzte Linie gehalten habe. Dann bin ich auch da. Aber wenn ich weiter hinten bin und auf einmal einen 40-Meter-Weg habe, da komme ich nicht mehr nach vorn. Ich glaube, ich muss daran arbeiten, dass ich da wieder eine Mischung finde.“ Denn die grundsätzliche Anweisung des Trainers, mehr Meter zu machen, „um es dem Gegner schwer zu machen und Raum zu ziehen“, mache auch Sinn. Und dennoch: „Ich bin vielleicht zu defensiv. Ich komme gerade nicht zu Chancen.“
„Ich muss mich also wieder neu beweisen, es noch einmal einem Trainer beweisen, dass ich dazugehöre.“ (Deniz Undav nach der Nicht-Nominierung von Bundestrainer Jürgen Klopp)
Ein Umstand, der im Umkehrschluss auch Teil seiner Nicht-Nominierung von Jürgen Klopp war. Dieses Thema, dass der Torjäger nicht im 44-Mann-Kader des neuen Bundestrainers aufgetaucht war, kam schließlich am Samstagabend auch noch auf. Und auch hier gab sich der Führungsspieler der Schwaben, der live im Stadion am 1. Spieltag beim 1:5 in München und am 2. Spieltag beim 4:1 gegen Köln von Klopp beobachtet worden war, offen.
„Ich war natürlich kurz enttäuscht“, so Undav nach der Mitteilung des Bundestrainers. „Gerade, weil ich mir gedacht habe, dass ich mir zuletzt einen Puffer aufgebaut habe mit der WM (drei Tore in vier Partien; Anm. d. Red.) und durch die Spiele allgemein im Nationaldress (neun Treffer in 13 DFB-Einsätzen; Anm. d. Red.). Das ist anscheinend wieder nicht der Fall …“
Seine Schlussfolgerung daraus hatte aber direkt etwas Kämpferisches: „Ich muss mich also wieder neu beweisen, es noch einmal einem neuen Trainer beweisen, dass ich dazugehöre. Das ist zwar anstrengend, es jedem Trainer zu beweisen, aber ich habe das oft genug gemacht. Also werde ich das wieder machen, um hoffentlich im November dabei zu sein.“ Rückschläge oder kritische Stimmen bezüglich seiner Körpersprache zum Beispiel würden ihn nicht groß tangieren: „Ich rede immer offen, ich nehme kein Blatt vor den Mund. Ich mache das mein Leben lang schon so, ich habe letztes Jahr über 30 Tore gemacht – und meine Körpersprache war auch da immer die gleiche. Und wenn ich dann im November dabei bin, dann weiß auch der neue Bundestrainer, was ich für ein Typ bin.“
„Ich bin kein Kind von Traurigkeit“
Bis dahin müsse er schlichtweg mit der Absage klarkommen und sich auch mit dem anvisierten Ende seiner Durststrecke in dieser noch jungen Bundesliga-Saison auseinandersetzen. Wobei ihm auch die Begründung von Klopp selbst Motivation zu verleihen scheint. Diese nämlich lautete laut Undav: „Die Erwartungshaltung ist eine andere. Ich war in den beiden Spielen, die er geguckt hat gegen Bayern und Köln, nicht gut genug. Aber ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich heule jetzt nicht rum. Es geht weiter und ich werde wieder alles geben.“
Der VfB Stuttgart tritt auf der Stelle – im Keller der Bundesliga-Tabelle. Einer der Faktoren dabei: der nach wie vor torlose Kapitän Deniz Undav, dessen Torlosigkeit auch ein Grund für die Nicht-Nominierung von Jürgen Klopp war.
