„Habe es sehr, sehr vermisst“: Weiser übermannen die Emotionen 

Mitchell Weiser feierte in der Schlussphase in Köln nach mehr als einem Jahr sein Comeback. Wie nah es ihm ging, war sofort nach dem Schlusspfiff unübersehbar.

SVW-Spieler kehrt in der Heimat zurück

Als Mitchell Weiser am Samstagabend in Köln vor die Gästekurve trat, überkamen ihn seine Emotionen. Mit Tränen in den Augen blickte der 32-Jährige in Richtung der Fans. 14 lange Monate – sein bis dato letzter Einsatz datierte vom 17. Mai 2025 im Auswärtsspiel bei Heidenheim – hatte Weiser nach seinem Kreuzbandriss inklusive weiterer kleinerer Rückschläge aufgrund körperlicher Reaktionen auf diesen Moment warten müssen.

„Es sind natürlich ein paar Emotionen hochgekommen, weil es schon eine sehr lange Zeit war. Ich habe es natürlich sehr, sehr vermisst, auf dem Platz zu stehen und mit den Jungs zu kämpfen“, verriet der Rechtsfuß in der Mixed Zone.

Dass sein Comeback ausgerechnet in seiner Heimat Köln – er lief für die Rheinländer in der Jugend auf und feierte sein Bundesliga-Debüt auch für sie – stattfand, war ein Wunsch von ihm. „Als ich mich in den letzten Wochen auf dem Trainingsplatz echt gut gefühlt habe, war schon auch 18.30 Uhr in Köln mein Ziel“, so Weiser. Dafür habe er nicht nur auf dem Platz gekämpft, sondern auch in „ein paar“ Gesprächen. „Es gibt ja mehrere Parteien. Ich glaube, die medizinische Abteilung war eher ein bisschen vorsichtiger. Ich habe aber auch ein gutes Körpergefühl. Ich glaube, das hat man dann auch gesehen, dass es mir eigentlich ganz gut geht und ich keine Angst habe“, erklärte der gebürtige Troisdorfer.

Weiser profitiert von der Personallage im Zentrum

Bei seiner Kader-Nominierung profitierte Weiser jedoch auch von der Personallage im zentralen Mittelfeld – auf dieser Position sieht Daniel Thioune den etatmäßigen Außenspieler auch. In der Vorwoche hatte der Trainer noch umstellen müssen, als er mit Chuki und Youri Regeer zwei Akteure aus der Mitte in der Schlussphase auswechselte.

In Köln sah sich Thioune nach der vorherigen Hereinnahme von Dariusz Stalmach für Ludovit Reis gezwungen, Weiser in der 83. Minute für den angeschlagenen Regeer einzuwechseln. „Ich glaube, die zehn Minuten waren schon unfassbar schön für mich. Dass man halt schnell vergisst, was man da macht“, so Weiser.

Während des Spiels dürfte sich die Freude noch mit der Qual vermischt haben. Denn die Schlussphase setzte ihm ganz schön zu. „Ich habe nach den zehn Minuten heute gepumpt wie sonst nach 90 nicht“, erläuterte Weiser. Allerdings ist er sich sicher, dass er die nötige Ausdauer durch weitere Einsatzzeit „relativ schnell“ wiedererlangen werde. Die nächste Chance, um in einem Pflichtspiel weiter daran zu arbeiten, bekommt Weiser wahrscheinlich kommenden Samstag im Heimspiel gegen Augsburg.

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