Der Fanprotest aus dem Block von Borussia Mönchengladbach beim Auswärtsspiel in Leipzig trifft mit Rocco Reitz auch einen Spieler der Fohlenelf. So reagierten nach der 0:1-Niederlage Trainer Eugen Polanski und die Mitspieler.
Nach Pfiffen und Bannern in Leipzig
In den seit Jahren praktizierten Banner- und Trillerpfeifenprotest von Borussias Fan-Szene bei Spielen in Leipzig wurde am Samstag auch Rocco Reitz einbezogen. Zwei Spruchbänder galten dem Fohlen-Kapitän, der im Sommer zu RB wechseln wird und den Gladbachern eine Transfereinnahme von rund 20 Millionen Euro verschafft. „Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein“, hieß es auf einem Banner. „Keine Akzeptanz für Reitz“, stand auf einem anderen Transparent als Abwandlung des sonst üblichen Protest-Spruchs. Das 23-jährige Gladbacher Eigengewächs schwieg nach der Begegnung. Dafür äußerten sich Trainer Eugen Polanski und die Mitspieler.
„Als bekannt wurde, dass Rocco zu RB gehen wird, habe ich gesagt, dass auf ihn und den Klub etwas zukommen wird“, sagte Polanski nach dem Abpfiff. „Das ist Meinungsfreiheit, von daher haben die Fans ein gutes Recht, auch solche Plakate hier aufzuhängen. Mir war nur wichtig, dass es nicht auf die Mannschaft übergeht – und das tut es auch nicht.“ Reitz müsse „ein Stück weit damit leben, das weiß Rocco auch“, führte der VfL-Coach weiter aus. „Ich glaube, es ist alles im Rahmen. Ich habe nichts gesehen, was ich verwerflich finde.“
„Rocco ist unser Kapitän. Wir sind eine Mannschaft, jeder steht für jeden ein.“ (Moritz Nicolas)
Nach Bekanntwerden des Transfers kam aus Fan-Kreisen die Forderung, Reitz als Kapitän abzusetzen. Für Polanski war das aber kein Thema. Und auch seitens der Mitspieler gab es am Samstag noch einmal Unterstützung für den Mittelfeldmann.
„Rocco ist unser Kapitän. Wir sind eine Mannschaft, jeder steht für jeden ein“, sagte der in Leipzig überragende Torhüter Moritz Nicolas. „Ich hätte ihn gern in Gladbach behalten, aber er hat seine Entscheidung getroffen, und die gilt es zu akzeptieren.“
„Für uns ist das gar kein Thema. Ich kann das, was die Fans machen, nicht beeinflussen. Rocco ist reflektiert genug, dass er wusste, dass nach so einer Entscheidung Gegenwind auf ihn zukommen wird. Wir als Mannschaft stärken ihm den Rücken. Er ist sportlich wichtig für uns“, sagte Philipp Sander. Und Haris Tabakovic betonte bei DAZN: „Rocco ist ganz klar unser Kapitän, solange Tim Kleindienst verletzt fehlt. Wir stehen alle zusammen und gehen den Abstiegskampf gemeinsam an.“
Auf die Leistung von Reitz hatten die Pfiffe und Banner keinen größeren Einfluss. In Leipzig zeigte er sich unbeeindruckt und lieferte sogar eines seiner besseren Spiele in den vergangenen Wochen ab.
Der Fanprotest aus dem Block von Borussia Mönchengladbach beim Auswärtsspiel in Leipzig trifft mit Rocco Reitz auch einen Spieler der Fohlenelf. So reagierten nach der 0:1-Niederlage Trainer Eugen Polanski und die Mitspieler.
