Karim Coulibaly wird nach seiner Werder-Premierensaison als Verkaufskandidat gehandelt – insbesondere aufgrund seines Alters, doch im Verteidiger-Vergleich schneidet er nicht gut ab. Und noch regt sich jedenfalls auch nichts.
Schwach im Werder-Quervergleich
Los Angeles also statt Philadelphia, dort, wo die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste ihr WM-Quartier bezogen hat – doch Karim Coulibaly weilt dieser Tage vornehmlich während des Sommerurlaubs in den USA.
Das Werben des afrikanischen Verbandes um die Dienste des Innenverteidigers mit ivorischen Wurzeln war bislang vergeblich: Zumal der 19-Jährige im Zuge seiner beachtlichen Bundesliga-Debütsaison beim SV Werder Bremen im März ja auch sein erstes Länderspiel für die deutsche U-21-Nationalmannschaft absolviert hat.
In Kalifornien indes lässt Coulibaly nun nicht nur das vergangene Jahr seines rasanten Aufstiegs Revue passieren, in dem der seinerzeit 18-Jährige mit 27 Einsätzen und 2122 Bundesliga-Minuten durchaus zur Bremer Stammelf zu zählen war.
Werder: Kein Angebot für Coulibaly
Laut Bild hängt sein Trip auch mit der US-amerikanischen Berateragentur „Roc Nation“ zusammen, die ihn mit „einem saftigen Handgeld“ locke. Was die Spekulationen über einen möglichen Sommer-Abgang durchaus befeuert.
Öffentlich wurden bereits zahlreiche große Adressen gespielt, die angeblich an einer Verpflichtung interessiert seien: Paris St. Germain, Chelsea, Newcastle, gar Real Madrid, auch Borussia Dortmund …
Ein Angebot liegt Werder bislang jedoch nicht vor – wobei sich auch der Klub offen zeigt, Coulibaly ziehen zu lassen, sollten sich die bislang kolportierten Ablösesummen von bis zu 40, 50 Millionen Euro tatsächlich als annähernd realistisch erweisen. Aber sind sie das? Eine 3 sollte letztlich schon vorne stehen, so zumindest die Hoffnungen am Osterdeich.
Die gehandelte Fantasie – und die Fakten
Klar erscheint, dass bei einem Coulibaly-Transfer insbesondere die Fantasie gehandelt wird, die auf weitere beziehungsweise ähnliche Entwicklungssprünge des Spielers wie in der vergangenen Saison einzahlt.
Ein 19-Jähriger, der sich auf dem Niveau bereits behauptet hat, und zudem Linksfuß ist? Erfahrungsgemäß interessieren sich finanzstarke Klubs ja tatsächlich für derlei Profile, denen die Zukunft gehören könnte.
Die Gegenwart wiederum sieht (noch) anders aus: Im Quervergleich ist Coulibalys Leistungsstand gegenüber der Bremer Konkurrenz auf seiner Position ausbaufähig: Kapitän Marco Friedl (28), Amos Pieper (28) und Niklas Stark (31) sind allerdings auch alle lange dabei, sportlich etabliert und mit viel Erfahrung ausgestattet.
Kein Platz eins und langsamster Verteidiger
Coulibaly weist in mehreren Kategorien die schwächsten Werte auf: bei der Zweikampfquote (49,7 Prozent), der Kopfballquote (45,6), den Ballkontakten pro 90 Minuten (74), den abgefangenen Pässen pro 90 Minuten (1,0) – und vor allem: beim Topspeed (32,86 km/h). Eine nicht unerhebliche Eigenschaft für einen derart hochgehandelten Profi.
Führend im Vergleich zu den drei Kontrahenten ist er wiederum in keiner Statistik. Vorerst hält das Warten auf ein Coulibaly-Angebot jedenfalls an …
Karim Coulibaly wird nach seiner Werder-Premierensaison als Verkaufskandidat gehandelt – insbesondere aufgrund seines Alters, doch im Verteidiger-Vergleich schneidet er nicht gut ab. Und noch regt sich jedenfalls auch nichts.
