Erevbenagie hinterlässt „Eindruck“ bei Werder – auch für mehr? 

Der SV Werder Bremen entscheidet auch den XXL-Test gegen Bochum mit 2:0 für sich, der Cheftrainer wirkt ziemlich einverstanden mit dem Stand nach dem Trainingslager – und ein U-23-Akteur empfiehlt sich.

Thiounes Zillertal-Fazit: Nicht viel „zu meckern“

Aus Bremens Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Tim Lüddecke

Die Ausfälle häuften sich zum Abschluss des Trainingslagers beim SV Werder Bremen noch mal. Neben den ohnehin nicht für das Testspiel gegen Zweitligist VfL Bochum vorgesehenen Senne Lynen (Bauchmuskelprobleme), Mitchell Weiser, Julian Malatini (beide individuelles Programm) fielen am Samstagnachmittag auch Karim Coulibaly, Justin Njinmah und Samuel Mbangula allesamt krankheitsbedingt aus.

Die Partie über zweimal 60 Minuten im Parkstadion von Zell am Ziller entschied der Bundesligist trotzdem souverän mit 2:0 für sich: Paul Erevbenagie, der nach 83 Minuten unter großem Applaus der 2200 Zuschauer ausgewechselt wurde, traf zur Führung (37.), Salim Musah (68.) verwandelte einen Strafstoß; Oskar Wojcik verhinderte als letzter Mann den Bochumer Anschlusstreffer (113.). Und Daniel Thioune wirkte schon ziemlich einverstanden mit alledem.

Thioune: „Die jungen Spieler konnten sich zeigen“

„Wir haben seriös gearbeitet“, bilanzierte der Bremer Cheftrainer nach dem zweiten 2:0-Sieg binnen vier Tagen in Österreich: „Die Jungs haben Intensität und Qualität auf den Platz gebracht – was auch noch ausbaufähig ist. Wir haben vier Tore geschossen und kein Gegentor bekommen. Wir haben Standards verteidigt. Die jungen Spieler konnten sich zeigen – also, ich wüsste jetzt nicht, was es zu meckern gibt.“

Einzig die Ausfälle empfand Thioune als „schade“ – insbesondere Njinmah und Mbangula hätten Werders Offensivspiel mit ihren Tiefenläufen wohl noch gutgetan. Stattdessen musste die Spielzeit in den zweiten 60 Minuten weitgehend auf eine erweiterte U-23-Auswahl verteilt werden.

Erevbenagie deutet Potenzial an

Schon im ersten Durchgang indes hatte ein Spieler aus der Bremer U 23 von der dünnen Personaldecke auf den offensiven Außenpositionen profitiert – und „sicherlich schon Eindruck hinterlassen“, wie Thioune im Nachgang sagte. Paul Erevbenagie, ein 18-Jähriger, der seit 2022 zu den Nachwuchsteams von Werder zählt. „Er bringt Abschlussqualität und Torgefahr mit“, so der Coach weiter.

Bereits vor seinem Treffer war der Rechtsaußen zu auffälligen Aktionen gekommen. „Er hat sich die Bälle auch selber erarbeitet“, erläuterte Thioune: „Es ist noch nicht immer so, dass er die richtigen Entscheidungen trifft: In welchen Momenten er dann wirklich den Zweikampf sucht, wann er das Abspiel sucht, welche Räume er besetzt.“ Aber sein Potenzial hatte er am Samstagnachmittag definitiv angedeutet.

„Er wird noch häufiger bei uns zu sehen sein“

Beim 1:0 etwa wurde er steil von Olivier Deman bedient, nachdem dieser von Keeper Karl Hein freigespielt wurde – Erevbenagie umkurvte erst VfL-Keeper Timo Horn und ließ auch noch Verteidiger Michael Steinwender aussteigen. Beim möglichen 3:0 nach erneut starker Vorarbeit vom 18-Jährigen wurde Musah hingegen geblockt (81.).

Hat sich Erevbenagie im Trainingslager also bei den Werder-Profis bereits für mehr empfohlen – oder geht es alsbald zurück zur U 23? „Da müssen wir uns abstimmen“, betonte Thioune, der sich nicht scheue, Leistung zu honorieren: „Am Ende ist es natürlich immer wichtig, dass die Jungs Spielzeit bekommen. Und das war jetzt hier gegeben.“

Es sei jedenfalls nicht der Plan, nur die Trainingsjacke der Profis zu tragen, wenn die Talente zeitgleich bei der U 23 Praxis erhalten können. Den Rest müsse man „die nächsten Tage“ abwarten, so der Cheftrainer: „Aber ich glaube, er wird noch häufiger bei uns zu sehen sein.“

 Der SV Werder Bremen entscheidet auch den XXL-Test gegen Bochum mit 2:0 für sich, der Cheftrainer wirkt ziemlich einverstanden mit dem Stand nach dem Trainingslager – und ein U-23-Akteur empfiehlt sich. 

 

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