Ehrgeiz und Ungeduld: Der Abgang von El Khannouss aus Stuttgart droht 

Er hat beim VfB im Nu Kreativmann Enzo Millot vergessen lassen. Doch was mit viel Freude begann, endete im Frust. Ehrgeiz und Ungeduld könnten Marokkos Nationalspieler Bilal El Khannouss aus Stuttgart vertreiben.

Der Offensivmann ist unzufrieden

Den Nachweis, dass er zu den Außergewöhnlichen dieser Sportart gehört, hat Bilal El Khannouss längst erbracht. Beim VfB Stuttgart, wo er den nach Saudi-Arabien gewechselten Enzo Millot nahtlos ersetzt hat, und bei der marokkanischen Nationalmannschaft, wo der offensive Mittelfeldspieler mit feiner Technik, Tempo und Zug zum Tor Spielentscheidendes zu leisten imstande ist. Mit der er im WM-Viertelfinale (Donnerstag, 22 Uhr MESZ) auf Frankreich stößt. El Khannouss kann unverkennbar viel, nur eines nicht: Geduld aufbringen. Dies und sein großer Ehrgeiz führen zu Unzufriedenheit und lassen seinen Abschied möglich erscheinen.

Nach einem guten Start bei den Schwaben ließ der 22-Jährige mit der Zeit nach. In 2026 saß er immer öfter auf der Bank und wandelte sich von einer Triebfeder des VfB-Spiels zu einem Trotzkopf im Team. Unübersehbar beleidigt, als ihm andere vorgezogen wurden. Ungeachtet dessen, dass dies zu Recht passierte, nachdem El Khannouss keine Konstanz mehr in seine Leistungen bringen konnte.

Eine schleichende Entwicklung von Jahresbeginn an, nachdem der Jungstar vom Afrika-Cup zurückgekehrt war, den Marokko erst gegen den Senegal verloren hatte, um im Nachgang am grünen Tisch doch noch zum Sieger gekürt zu werden. El Khannouss wurde Teilzeit-Leistungsträger. Der Grund: wenig Bewegung, viel Gemecker und kaum Einfluss auf das Stuttgarter Spiel.

DFB-Pokal-Finale wird zum Siedepunkt

Sebastian Hoeneß reagierte, musste reagieren, und verordnete Denk- und Bankpausen, die der stolze 22-Jährige aus Nordafrika dem Cheftrainer prompt übelnahm. Mit dem Siedepunkt, dass er im Saisonendspurt und ganz besonders im Pokalfinale gegen den FC Bayern nur noch eine Nebenrolle spielen durfte. Seither rumort es in El Khannouss und dessen Umfeld, der nach kicker-Informationen in der Folge sogar einen Wechsel nicht ausschließt.

Dabei griff erst zu Jahresbeginn die verpflichtende Kaufoption für den im Vorsommer von Leicester City ausgeliehenen Spieler. 20 weitere Euro-Millionen legten sie auf die fünf drauf, die bereits als Leihgebühr geflossen waren. Für einen Kontrakt bis Juni 2030. Ohne Ausstiegsklausel, was den Bundesligisten die Lage entspannt beobachten lässt.

Für den VfB ist ein Transfer kein Gedanke. Trotz des Wissens, dass es wenig Sinn ergibt, einen unzufriedenen Spieler zum Bleiben zu zwingen. Aktuell ist El Khannouss noch im WM-Einsatz. Es herrscht Redebedarf zu gegebener Zeit. Bekanntlich ist niemand unverkäuflich, wenn der Preis stimmt. Nick Woltemade lässt grüßen, der im Vorjahr auf einen Wechsel drängte. Der ihm für 75 Millionen zu Newcastle United erlaubt wurde. Eine Zahl, die man bei El Khannouss sicher nicht ausschlagen würde.

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