Dzeko macht auf Schalke weiter: Über Rekorde und Jokerqualitäten 

Edin Dzeko hängt beim FC Schalke 04 eine Saison dran. Der kicker wirft einen Blick auf historische Bestmarken und nähert sich der Bundesliga-Rückkehr des Torjägers nach über 15-jähriger Pause aus verschiedenen Blickwinkeln.

Der Torjäger im Kreis der Ü-40-Bundesligaprofis

Dzeko, Dzeko, Deko. Die Vertragsunterschrift von Edin Dzeko elektrisiert ganz Schalke und überstrahlt dabei alle anderen Themen, die sich zurzeit rund um den Klub abspielen. Selbst die unmittelbar bevorstehende Verpflichtung von Eric Junior Dina Ebimbe (Eintracht Frankfurt) rückt beim Dzeko-Hype auf Schalke etwas in den Hintergrund – die ohnehin kaum noch wahrnehmbaren Nachwirkungen rund um den geplatzten Wechsel von Jesper Lindström (SSC Neapel) sowieso.

Dass Dzeko noch (mindestens) ein Jahr dranhängt und im Alter von 40 Jahren seine Rückkehr in die Bundesliga feiert, trägt durchaus historische Züge. Aus mehreren Perspektiven.

Dzekos Ü-40-Kollegen

Insgesamt nur elf Spieler jenseits der 40 liefen in der Bundesliga auf. Dzeko wird dabei der sechste Feldspieler sein. Auch der Rekordhalter bei den Ü40-Profis ist ein Schalker: Klaus „Tanne“ Fichtel (552 Bundesligaspiele) bestritt im Mai 1988 seine letzte Partie im Oberhaus im Alter von 43 Jahren und 184 Tagen. Ihm folgen auf den Plätzen zwei und drei gleich zwei Torhüter: Uli Stein (stand für Arminia Bielefeld mit 42 Jahren und 170 Tagen im Kasten) und Toni Schumacher (Borussia Dortmund, 42 Jahre und 73 Tage).

Die vier anderen Feldspieler sind Claudio Pizarro (Werder Bremen, 41 Jahre und 268 Tage), Miroslav Votava (Werder Bremen, 40 Jahre und 225 Tage), Manfred Burgsmüller (Werder Bremen, 40 Jahre und 141 Tage) sowie Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt, 40 Jahre und 121 Tage). Würde Dzeko am ersten Bundesligaspieltag bei Schalkes Start in Augsburg (Sonntag, 30. August) zum Einsatz kommen, wäre der Stürmer 40 Jahre und 166 Tage alt.

Rekordverdächtig, aber eben doch kein Bundesligarekord, ist Dzekos 15-jährige Pause zwischen zwei Bundesligaspielen. Bei einem Einsatz am ersten Bundesligaspieltag würde Dzeko sein erstes Bundesligaspiel nach 5734 Tagen bestreiten. Zuletzt stand er bei Wolfsburgs 2:2 gegen Hoffenheim am 18. Dezember 2010 auf dem Platz. Die Zeitspanne zwischen zwei Bundesligaeinsätzen war nur bei Wolfgang Böhni länger. Im Dezember 1966 kam Böhni für den Karlsruher SC im Oberhaus zum Einsatz und dann erst wieder im August 1983 für Waldhof Mannheim. Die Spanne dazwischen: Über 16 Jahre, genau 6089 Tage.

Für Rekorde und Bestmarken hat Dzeko aber nicht auf Schalke verlängert, sondern um dem Aufsteiger mit seiner Qualität zu helfen und möglichst viele Tore zum Erfolg beizusteuern. Die Rolle des Routiniers könnte sich dabei verändern. Von einer Stammplatzgarantie darf Dzeko nicht ausgehen, stattdessen ist zu erwarten, dass der Torjäger häufiger von der Bank kommen wird. „Ich weiß, dass ich nicht mehr der Jüngste bin. Aber wenn man einmal die Woche spielt, dann ist es etwas anderes, als wenn man alle drei Tage spielt. Jetzt muss ich mich erstmal vorbereiten“, sagt Dzeko zu seiner Rolle. Er verweist auf sein „Top-Verhältnis“ zu Trainer Miron Muslic und erklärt weiter: „Er weiß, was ich kann. Er wird die besten Entscheidungen für Schalke treffen. Und natürlich will ich als Stürmer immer Tore schießen – egal, ob ich 20 oder 40 Jahre alt bin. So muss auch jeder Stürmer denken.“

Aber wie ist es eigentlich um Dzekos Jokerqualitäten bestellt? Der kicker hat sich die Zahlen auf seinen Stationen in den verschiedenen Ligen – 1. Bundesliga (VfL Wolfsburg), 2. Bundesliga (Schalke 04), Premier League (Manchester City), Serie A (AS Rom, Inter Mailand, AC Florenz) und türkische SüperLig (Fenerbahce) – angeschaut.

Über Dzekos gesamte Karriere in diesen fünf Ligen hinweg beträgt der Anteil seiner Jokereinsätze an den Gesamteinsätzen nur 26 Prozent. 447 Spielen mit 236 Toren in der Startelf stehen dabei 157 Begegnungen mit 28 Toren als Einwechselspieler gegenüber. Interessant: Als Startelfspieler benötigte Dzeko im Schnitt 160 Minuten für einen Treffer, während er als Joker nur 125 Minuten brauchte. Von der Bank ist der Angreifer sogar noch etwas effizienter als von Beginn an.

Besonders in der Premier League in der Zeit bei Manchester City (Januar 2011 bis August 2015) hat sich Dzeko den Ruf eines Top-Jokers erworben. 13 Treffer gelangen ihm in 56 Jokereinsätzen, im Schnitt benötigte er da nur 88 Minuten für ein Tor. Passend dazu liegt er in der Premier League im Alltime-Ranking mit diesen 13 Jokertoren sogar auf dem geteilten neunten Platz. Und: Betrachtet man die Joker, die die meisten Tore in den Top-5-Ligen Europas erzielt haben, liegt Dzeko mit 24 Jokertoren auf dem geteilten 13. Platz. Gute Nachrichten für Schalke also, denn die Zahlen belegen: Joker kann Dzeko auf jeden Fall auch.

 Edin Dzeko hängt beim FC Schalke 04 eine Saison dran. Der kicker wirft einen Blick auf historische Bestmarken und nähert sich der Bundesliga-Rückkehr des Torjägers nach über 15-jähriger Pause aus verschiedenen Blickwinkeln. 

 

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