Die Nachwehen im El-Mala-Poker: Dortmunds Rückzug hat Kessler nicht überrascht 

Am Freitag erklärten die Verantwortlichen von Borussia Dortmund ihr Werben um Said El Mala für beendet. Thomas Kessler war das schon vorher klar. Kölns Sport-Geschäftsführer erlebt einen „total stolzen“ 19-Jährigen.

Bewegung auf Kölns Zugangsseite

Ein Antritt über links, der Zug vorbei am Gegenspieler in den Strafraum: So holte Said El Mala bei der verlorenen Generalprobe mit der potenziellen Stamm-Elf bei Aufsteiger SC Paderborn (2:3) einen Strafstoß raus, den er selbst verwandelte. Qualitäten, die man gerne auch bei Borussia Dortmund gesehen hätte.

Doch dazu wird es vorerst nicht kommen. Am Freitag hatten die Dortmunder verkündet, dass ein Wechsel des Linksaußen zum BVB in diesem Sommer vom Tisch ist – über ihn gesprochen wird dennoch weiter. Für Thomas Kessler jedenfalls kam das Aus alles andere als überraschend. „Es war schon mehrere Tage vorher klar, dass wir nicht zu einer Einigung kommen werden“, schilderte der Sport-Geschäftsführer am Sonntag seine Sichtweise.

„Ich habe nie einen Said bei mir sitzen gehabt, der mir gesagt hat: Es ist mein absoluter Traum, für Borussia Dortmund zu spielen.“ (Thomas Kessler)

Der FC blieb konsequent bei seiner Forderung von 50 Millionen Euro als Fixsumme. Eine, die der BVB nicht hinlegen wollte – und sich schließlich für den Rückzug entschied. „Das war keine Eilmeldung, die bei uns im Geißbockheim eingegangen ist“, erklärte Kessler. „Es war das Resultat von sehr respektvollen Gesprächen zwischen zwei Klubs. Und wie es im Fußball so ist, man einigt sich eben nicht immer.“

Dass der ausbleibende Transfer einen negativen Einfluss auf den 19-Jährigen haben könnte, davon geht man beim FC nicht aus – auch wenn er zumindest nach dem Gefühl von BVB-Boss Carsten Cramer gerne in Schwarz-Gelb aufgelaufen wäre. „Wir hätten Said El Mala gerne zum BVB geholt. Ich glaube, er hätte auch Bock gehabt“, sagte er am Samstag bei Sky. Kesslers Antwort: „Ich habe nie einen Said bei mir sitzen gehabt, der mir gesagt hat: Es ist mein absoluter Traum, für Borussia Dortmund zu spielen.“

„Wie er sich verhält und unser Trikot trägt, ist er total stolz, Spieler des 1. FC Köln zu sein“ (Thomas Kessler über Said El Mala)

Schon über die gesamte Vorbereitung ließ sich der Youngster die Situation nicht anmerken. „Ich bin mit Said fast täglich im Austausch und wir reden da auch sehr offen über die Thematik. Und so wie er sich verhält, so wie er unser Trikot trägt, ist er total stolz, Spieler des 1. FC Köln zu sein“, schilderte Kessler, der „keinen Anlass“ dafür geben konnte, dass er das nicht auch in der anstehenden Bundesliga-Saison tut.

Dass das Interesse an dem Top-Torjäger groß ist und voraussichtlich auch nicht kleiner wird, wundert in der Domstadt selbstverständlich niemanden. „Das wird in den nächsten Jahren auch der Weg des 1. FC Köln sein, dass Spieler, die sich hier gut entwickeln, natürlich auch auf dem Markt für Begehrlichkeiten sorgen werden“, betonte Kessler, der mit einem Lächeln auch in Richtung des BVB blickte. „Wir werden bestimmt nicht das letzte Mal in unserem Leben an einem Verhandlungstisch mit Borussia Dortmund gesessen haben.“

In der kommenden Woche soll „auf jeden Fall was passieren“

Zunächst aber sind es andere Klubs, mit denen sich die FC-Verantwortlichen an diesen begeben – und zwar vor allem als aufnehmender Verein. „Grundsätzlich glaube ich, dass in der kommenden Woche auf der Zugangsseite auf jeden Fall was passieren wird“, sagte Kessler, ohne dabei konkreter zu werden. Weiterhin gilt es die Lücke auf der Sechs zu schließen. Als Konkurrent zu Ragnar Ache steht eine Leihe von Bolognas Thijs Dallinga vor dem Abschluss. Zudem fehlt der Ersatz für Jakub Kaminski und ein zweiter Linksverteidiger im Profikader.

Andererseits werde es in der letzten Vorbereitungswoche vor dem Pflichtspielstart aber mit Blick auf den Kader und die Rollen der Profis auch die „ersten harten Entscheidungen“ geben, kündigte Kessler an. „Und dann werden wir schauen, wie der eine oder andere auf diese reagieren wird.“ Weitere Abgänge sind entsprechend nicht auszuschließen, wenn die Erwartungshaltung auf der Spielerseite nicht mit der des Vereins übereinstimmt.

 Am Freitag erklärten die Verantwortlichen von Borussia Dortmund ihr Werben um Said El Mala für beendet. Thomas Kessler war das schon vorher klar. Kölns Sport-Geschäftsführer erlebt einen „total stolzen“ 19-Jährigen. 

 

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