Einen Grund zu feiern gab es für den FC Augsburg beim 1:1 gegen Union Berlin dann doch: Kapitän Jeff Gouweleeuw stieg mit seinem 275. Bundesligaspiel zum Rekordmann des Klubs auf.
Augsburgs Kapitän löst Baier ab
Jeffrey Gouweleeuw wirkt auf Außenstehende oft knorrig, distanziert und eher kühl. Dabei ist der 34-Jährige aber auch stets korrekt, Meinungsverschiedenheiten, auch mit Medienvertretern, werden ausdiskutiert, dann geht es weiter. Gehört wird der Niederländer immer gerne, wenn es um den FC Augsburg geht, sein Wort hat Gewicht, denn irgendwie gehört er längst zum Inventar. Und mit nun 275 Bundesligaspielen ist der Kapitän und Innenverteidiger seit dem 1:1 gegen Union Berlin am Samstag Rekordspieler des Klubs.
„Das bedeutet mir sehr viel, ich habe ein bisschen auf diesen Moment warten müssen. Ich freue mich, der Holländer mit den meisten Bundesligaspielen zu sein und jetzt der vom FCA. Das macht mich sehr stolz“, sagte Gouweleeuw und verwies dabei gleich auf eine andere Bestmarke. Das „Niederländer-Ranking“ führt er vor Heinz van Haaren (MSV Duisburg, Schalke, 249 Spiele) schon länger an.
Beim FC Augsburg löste er Daniel Baier ab, der als Aufstiegsheld zwischen 2011 und 2020 auf 274 Bundesligaspiele für die Fuggerstädter kam. Ab 2016 mit Gouweleeuw an seiner Seite, der in bald elf Jahren zehn Trainer kommen und gehen sah, Markus Weinzierl und aktuell Manuel Baum je zweimal als Chef erlebt hat.
Gregoritsch nähert sich Platz drei
Hinter Gouweleeuw und Baier klafft eine große Lücke, André Hahn hält mit 159 Einsätzen noch Platz drei. Aus dem aktuellen Kader rangiert Michael Gregoritsch mit 143 Partien als Siebter in den Top 10, kann also noch in dieser Spielzeit an Hahn vorbei aufs „Stockerl“ ziehen, wie in Gregoritschs Heimatland Österreich das Siegertreppchen genannt wird.
Gouweleeuw stand in dieser Saison übrigens noch nicht einmal in der Startelf, wurde an sechs von sieben Spieltagen eingewechselt. Keine leichte Situation für den Routinier, der fast immer Stammspieler beim FCA gewesen ist. Gegen Union kam er schon nach zwölf Minuten für den verletzten Calvin Brackelmann. „Es gab nicht viel Zeit zum Überlegen, man muss bereit sein. Ich habe mich gefreut, dass ich mal etwas mehr spielen durfte“, sagte der neue Rekordmann.
Gut möglich, dass er wegen Brackelmanns Verletzung und Juma Bahs Rotsperre seinen Platz erstmal behält, die Dreierkette von der Mitte aus dirigiert. Das nächste Ziel steht auch schon fest: Die 300. 290 Pflichtspiele für den FCA hat Gouweleeuw auf dem Buckel, machbar. Und die 300 Bundesligaspiele? „Dafür muss ich öfter spielen“, lautete die Antwort mit dem Verweis: „Ich habe es heute ordentlich gemacht und immer den Anspruch zu spielen.“ Bei noch 27 Spieltagen in dieser Saison wird diese Marke dennoch schwierig, Gouweleeuws Vertrag läuft am Saisonende aus, sieht eine Anschlusstätigkeit im Klub vor. Der Generationenwechsel ist angelaufen. Aber wer weiß, vielleicht packt er die 300 ja doch.
Einen Grund zu feiern gab es für den FC Augsburg beim 1:1 gegen Union Berlin dann doch: Kapitän Jeff Gouweleeuw stieg mit seinem 275. Bundesligaspiel zum Rekordmann des Klubs auf.
