Paradox: Der FC Augsburg ist mit sieben Punkten gut gestartet, muss sich aber ärgern, dass es nicht mindestens zehn sind. Die 2:3-Niederlage in Bremen bietet Trainer Manuel Baum die Chance für Änderungen an der Startelf. Wer bietet sich an?
Rolle der Augsburger Reservisten
Die Platte „Manuel Baum wechselt nicht gerne“ kommt daher wie ein Stones-Album aus den 1960ern: Nicht neu, aber gut genug, um immer wieder aufgelegt zu werden. Dagegen spricht zunächst nichts, der Trainer hat den Erfolg nach Augsburg zurückgebracht. Gleichzeitig verfügt er über den Luxus des vermutlich besten FCA-Kaders in der Klubgeschichte und wäre gut beraten, einigen Bank-Alternativen auch mal eine Startelf-Chance zu geben, vielleicht schon im nächsten Spiel, dem Kracher gegen den FC Bayern. Ein Überblick:
Alexis Claude-Maurice: Der Zehner ist prinzipiell zu gut für die Bank, er ist und bleibt ein Unterschiedsspieler. Der Franzose sollte gemeinsam mit Anton Kade, wenn dieser wieder fit ist, die Doppelzehn bilden. Das Aber: Der 28-Jährige wollte wechseln und tat es doch nicht, verpasste zudem angeschlagen große Teile der Vorbereitung. Nun sollte er jedoch fit sein und spielen. Will der 28-Jährige spätestens im nächsten Sommer als dann ablösefreier Spieler zu einem größeren Klub wechseln, muss er liefern. Statistisch trifft er in jedem vierten Bundesligaspiel, 15 Tore in 60 Partien.
Juma Bah: Von der 20-jährigen Leihgabe von Manchester City schwärmen alle im Klub. Der Innenverteidiger kam zwar spät, dürfte sich nun aber akklimatisiert haben und ist für die Bank qua seiner Anlagen zu gut. Wann sieht auch Baum das so? Gegen einen Startelfeinsatz schon gegen die Bayern sprechen allerdings zwei Argumente: Bah ist aktuell mit dem Nationalteam von Sierra Leone unterwegs. Und Baum müsste die Dreierkette wohl umstellen. Bah ist am stärksten im Zentrum, Chrislain Matsima müsste von dort nach rechts, Noahkai Banks auf links für Calvin Brackelmann oder auf die Bank.
Was Gregoritsch Ribeiro voraus hat
Young-Woo Seol: Den Nachteil Reise zur Nationalelf hat auch Young-Woo Seol, Neuzugang von Roter Stern Belgrad. Der 27-Jährige für die rechte Schiene ist international erfahren, Baum könnte ihn jederzeit anstelle von Marius Wolf bringen. Allerdings könnte das Gedränge rechts noch größer werden, wenn Baum Robin Fellhauer von der Zehn dorthin beordert, um Platz für Claude-Maurice und/oder Kade zu schaffen.
Rodrigo Ribeiro: Der Portugiese gilt als riesiges Talent, FCA-Insider sehen ihn vor dem Durchbruch. Der 21-Jährige traf zum Auftakt gegen Schalke, muss sich derzeit hinter Michael Gregoritsch anstellen. Der hat schon drei Saisontore erzielt und ist als freier Mann zudem wichtig bei gegnerischen Standards.
Yannik Keitel: Der Defensiv-Allrounder wird von allen im Klub geschätzt, sportlich wie menschlich. Dennoch bleibt er wohl eine der ersten Alternativen. In der Innenverteidigung ist die Konkurrenz auch ohne ihn groß, auf der Doppelsechs sind Fabian Rieder und Han-Noah Massengo gesetzt.
Uchenna Ogundu: Der 20-Jährige hat in dieser Saison noch keine Minute gespielt, ist ein bisschen Opfer des gescheiterten Claude-Maurice-Abgangs. Auch im Sturm nur Option Nummer drei und zu Geduld verdammt.
Paradox: Der FC Augsburg ist mit sieben Punkten gut gestartet, muss sich aber ärgern, dass es nicht mindestens zehn sind. Die 2:3-Niederlage in Bremen bietet Trainer Manuel Baum die Chance für Änderungen an der Startelf. Wer bietet sich an?
