Beim Hamburger SV punktete Nicolas Capaldo in der vergangenen Saison als Neuling mit seiner enormen Flexibilität – genau diese könnte dem Argentinier nun noch ein Last-Minute-Ticket für den WM-Kader des Weltmeisters bescheren.
HSV-Verteidiger bei den Weltmeistern
Die Hanseaten hatten Nicolas Capaldo im vergangenen Sommer in erster Linie für das Mittelfeldzentrum von Red Bull Salzburg verpflichtet, ihn aber auch als Backup für die rechte Außenbahn angekündigt. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten und einem personellen Engpass spielte er schließlich als Innenverteidiger und stieg als Vize-Kapitän zum unverzichtbaren Leistungsträger auf. „Nico“, schwärmt Merlin Polzin, „gibt unserem Spiel unheimlich viel, vor allem mit seiner enormen Energie.“
Capaldo ist in den USA mehr als ein Trainingsgast
Sein Vereinstrainer setzt bedingungslos auf den 27-Jährigen. Nationaltrainer Lionel Scaloni hat ihn vorerst in die USA mitgenommen und ihm mit einer Einwechslung im Testspiel gegen Honduras (2:0) am vergangenen Wochenende zum Debüt verholfen und gleichzeitig einen Lebenstraum erfüllt. Nach dem Einstand für die Albiceleste freilich träumt Capaldo nun auch von mehr. Und die Chance auf eine WM-Teilnahme besteht noch, obwohl er aktuell nicht nominiert ist.
Capaldo war zunächst auf der 55er-Liste, die Scaloni bekannt gegeben hatte, bei der Nominierung des endgültigen 26-Mann-Kaders aber war der HSV-Profi dann nicht mehr dabei. Zu den Testspielen gegen Honduras (in Texas) und Island (Alabama), reiste er dennoch mit – und ist mehr als nur ein Trainingsgast. Denn: Innenverteidiger Leo Balerdi fällt mit Wadenverletzung für das Turnier aus, auch auf der Rechtsverteidigerposition bestehen zumindest Fragezeichen – die große Chance für Capaldo?
Konkurrent Giay hatte im letzten Test die Nase vorn
Den letzten Härtetest, den 3:0-Erfolg gegen Island, verfolgte Capaldo 90 Minuten auf der Bank, statt ihm spielte mit Agustin Giay ein Mitbewerber um das letzte freie Ticket, und der Nationaltrainer zeigte sich danach sehr einverstanden mit dem Gesamtauftritt seiner Mannschaft: „Diese Leistung hat mich sehr zufrieden gestellt und viele meiner Zweifel ausgeräumt.“
Für Capaldo muss dieser Satz noch keine endgültige Absage bedeuten. Die in Hamburg demonstrierte Vielseitigkeit könnte ihm dennoch die Tür öffnen. Erst am kommenden Mittwoch um 3 Uhr deutscher Zeit startet der Weltmeister gegen Algerien in das Turnier, bis 24 Stunden vor dem Anpfiff muss Scaloni eine endgültige Entscheidung über seine Nachnominierung getroffen haben. Er kündigt an: „Es kann noch ein oder zwei Tage dauern, bis wir Balerdis Ersatz bekannt geben.“ So lange hofft Capaldo noch, nach Luka Vuskovic (Kroatien) und Miro Muheim (Schweiz) der dritte WM-Fahrer des HSV werden zu können.
Beim Hamburger SV punktete Nicolas Capaldo in der vergangenen Saison als Neuling mit seiner enormen Flexibilität – genau diese könnte dem Argentinier nun noch ein Last-Minute-Ticket für den WM-Kader des Weltmeisters bescheren.
