Julian Brandt genießt die letzten Wochen im Trikot von Borussia Dortmund vor dem Ende nach sieben Jahren – mit Spielfreude und ohne zu viele Gedanken an die Zukunft.
Dortmunds Mittelfeldspieler spricht über seinen Abgang und die Pläne
Viele Gelegenheiten sind es nicht mehr, und vielleicht war Julian Brandt die Spielfreude gerade deswegen so deutlich anzumerken. Gegen seinen Ex-Klub Bayer Leverkusen stand Dortmunds Regisseur nach gut einem Monat mal wieder in der Startelf, noch einmal einlaufen und winken, noch einmal den Nachnamen aus 80.000 Kehlen gebrüllt hören.
Es war das drittletzte Heimspiel des 29-Jährigen für den BVB. Der Abschied im Sommer nach sieben gemeinsamen Jahren ist längst beschlossen. Und so wirbelte Brandt vor allem in der ersten Halbzeit über seinen Rasen wie er es eben tut: mit wehenden Haaren, viel Gefühl im Fuß und immer auf der Suche nach Räumen, Mitspielern und Möglichkeiten. Ein etwas verzogener Abschluss hier, eine gute Verlagerung da, alles mit der Leichtfüßigkeit, die nur Spieler haben, deren Freundschaft mit dem Ball schon lange innig ist.
„Irgendwann spürt man bestimmt ein bisschen Wehmut, aber ich fühle mich jetzt nicht wie auf einer Abschiedstournee.“ (Julian Brandt)
Es wäre leicht, nach so einem Spiel sentimental zu werden, völlig unabhängig von Ergebnis, Leistung und sonstigen Begleitumständen. Doch noch überwiegt die Freude am Fußball. „Irgendwann spürt man bestimmt ein bisschen Wehmut, aber ich fühle mich jetzt nicht wie auf einer Abschiedsreise oder auf einer Abschiedstournee“, findet Brandt bei Sky, im Gegenteil: „Mir macht es Spaß, hier zu spielen, mir macht es Spaß, in anderen Stadien zu spielen, mir macht es grundsätzlich Spaß, diesen Beruf auszuüben, solange ich fit bin.“
Und dann, ganz poetischer Pragmatiker, ein Satz für die Sprüchesammlung: „Am Ende geht im Leben irgendwann alles einmal zu Ende.“ Und das ist bekanntermaßen immer auch ein Neubeginn. Die Suche nach dem kommenden Verein hat der Nationalspieler a.D. allerdings noch nicht besonders intensiv vorangetrieben. Eile besteht nicht, und noch fühlt es sich für ihn offenbar auch nicht richtig an.
Seine Zukunft? Brandt schließt nichts aus und hat „viele Ideen“
„Man muss das auch nicht überstürzen“, beschließt Brandt: „Wir nähern uns jetzt langsam dem Saisonende, aber wir haben noch wichtige Spiele vor uns. Es wäre dem Verein auch nicht gerecht, jetzt auf einmal überall Gespräche zu führen.“ Der klare Plan lautet also: „Das muss man sauber beenden, und dann hat man genug Zeit, sich Gedanken zu machen, wie es weitergeht.“ Und über dieses „Wie“ mache er sich „überhaupt keine Sorgen“.
Europäisches Ausland, Bundesliga, transkontinentale Abenteuer: Die Türen stehen offen und Brandt will keine vorzeitig zumachen. „Grundsätzlich schließe ich gar nichts aus“, sagt er also: „Aber es gibt schon Dinge, die ich bevorzuge, und es gibt Dinge, die ich mir zum jetzigen Zeitpunkt eher nicht vorstellen kann.“ Also sind es doch schon „ein, zwei Gedanken“ und ebenso doch der Wunsch, erst das Kapitel Dortmund zu beenden und dann ein neues aufzuschlagen: „Alles der Reihe nach.“
Und deswegen will er wenige Tage vor seinem 30. Geburtstag auch gar nicht konkreter werden. „Lass dich überraschen“, lautet die schelmische Antwort auf die Sky-Nachfrage. Nur so viel: „Es gibt viele Ideen. Nicht jede Idee ist gut, aber es gibt viele Ideen.“
Julian Brandt genießt die letzten Wochen im Trikot von Borussia Dortmund vor dem Ende nach sieben Jahren – mit Spielfreude und ohne zu viele Gedanken an die Zukunft.
