Der Hamburger SV hat zum Abschluss des Trainingslagers auf dem Weg zum Flughafen nach Innsbruck im nahegelegenen Kematen den 1. FC Heidenheim mit 3:1 (1:0) geschlagen, und vor allem ein Neuling hat einen starken Eindruck hinterlassen: Patson Daka.
Neuer Stürmer mit Traum-Debüt gegen Heidenheim
Aus Hamburgs Trainingslager in Längenfeld berichtet Sebastian Wolff
Erst seit Mittwoch ist Patson Daka Teil der Hamburger Trainingsgruppe gewesen und hat bereits mehrfach angedeutet, dass er keine Anlaufzeit benötigt. Während der drei Trainingstage wirkte der 27-jährige Angreifer aus Sambia vom ersten Moment an hungrig, aufgeweckt und wissbegierig. Und nur vier Tage nach seiner Ankunft beim HSV legte er auch bei der Premiere einen Blitzstart hin.
Polzin freut sich über die Erfüllung der Zielvorgabe
Der Einstand von Daka im Hamburger Trikot war nicht nur generalstabsmäßig durchgeplant, er verlief auch sportlich voll und ganz nach Plan. Wie am vergangenen Samstag bei Rapid Wien (2:3) war Yussuf Poulsen aus Gründen der Belastungssteuerung nach rund einer halben Stunde, dieses Mal nach exakt 34 Minuten, ausgewechselt worden. Der für ihn gekommene Zugang von Leicester City benötigte nicht einmal eine Zeigerumdrehung, um an der Führung beteiligt zu sein: Nach einem tiefen Laufweg konnte ihn FCH-Keeper Frank Feller nur per Foul stoppen, Albert Grönbaek verwandelte den fälligen Strafstoß (35.).
Daka blieb auch nach dem Wechsel komplett im Spiel, hatte unmittelbar nach Wiederbeginn einen starken Abschluss, bediente dann Rayan Philippe mustergültig zum 2:0 (50.), und traf nach dem zwischenzeitlichen Heidenheimer Anschlusstreffer durch Mhamdi (54.) selbst zum 3:1. Kurz darauf war planmäßig wieder Schluss für den Neuling nach nur drei Trainingstagen – und 28 Minuten haben gereicht, um die Hoffnungen zu nähren, dass Sportdirektor Claus Costa mit dem Nationalstürmer Sambias ein guter Griff gelungen sein könnte.
Merlin Polzin jedenfalls war hochzufrieden mit dem Traum-Debüt des Angreifers. „Es war ein richtig guter Auftakt“, lobte der Coach und beurteilt nicht allein die drei Scorerpunkte Dakas, sondern ordnet dessen erste Tage in ihrer Gesamtheit ein: „Es ist schön zu sehen, wie Patson sich einbringt. Mir ist ja die Verbindung untereinander immer sehr wichtig. Die kann mit ihm in der Kürze der Zeit noch gar nicht so ausgeprägt sein, er ist aber total lebendig, sehr kommunikativ.“ Und effektiv.
Daka ist jedoch nicht der einzige Grund für die Zufriedenheit des Trainers vor der Heimreise nach Hamburg. Der 35-Jährige verriet: „Wir hatten während des Trainingslagers acht Themenfelder, die uns wichtig waren.“ Eines war die Intensität. Auch deshalb wurde ganz gezielt der 1. FC Heidenheim, bekanntermaßen ein Maßstab in Sachen Intensität, als Gegner ausgewählt. Polzin: „Wir wollten dieses Testspiel gewinnen und mehr laufen als der Gegner. Beides ist uns gelungen, deshalb bin ich sehr zufrieden.“
Seinen Einstand gab am Samstag in Kematen auch Bilal Nadir. Der 22-jährige Marokkaner war erst am späten Donnerstagabend im Teamquartier Aqua Dome in Längenfeld eingetroffen, hatte tags darauf dann eine Einheit mit den neuen Kollegen absolviert und gegen den Bundesliga-Absteiger eine knappe Viertelstunde gespielt. Für ihn nur der Anfang: Während das Gros des HSV-Kaders nach der Rückkehr aus Österreich Sonntag und Montag frei bekommt, soll Nadir beide Tage trainieren. Der Grund: Er ist seit zwei Monaten ohne Mannschaftstraining.
Das gleiche Handicap wie Nadir hatte nach dem Abstieg und seinem Abschied von Leicester City auch Daka – drei Tage und 28 Minuten haben ihm gereicht für einen Traum-Einstand beim neuen Klub.
Der Hamburger SV hat zum Abschluss des Trainingslagers auf dem Weg zum Flughafen nach Innsbruck im nahegelegenen Kematen den 1. FC Heidenheim mit 3:1 (1:0) geschlagen, und vor allem ein Neuling hat einen starken Eindruck hinterlassen: Patson Daka.
