„Der wäre für mich der falsche Kandidat“: Benaglio spricht über die Wolfsburger Boss-Suche 

Die Wolfsburger Suche nach einem Nachfolger des gescheiterten Sport-Geschäftsführers Peter Christiansen läuft auf Hochtouren. Aufsichtsrat Diego Benaglio gibt einen Einblick.

Wer wird Geschäftsführer?

Der VfL Wolfsburg lebt. Und am Sonntag machte er nach Wochen auf einem Abstiegsrang sogar mal wieder einen Schritt. Ein kleiner auf dem Weg zum großen Ziel Klassenerhalt. Das 1:1 beim SC Freiburg genügte, um am FC St. Pauli vorbeizuziehen und den angestrebten Relegationsplatz zu belegen.

„Es war wieder ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Aufsichtsrat Diego Benaglio, „wenn man sich die letzten drei Spiele anschaut, sieht man, dass es insgesamt stabiler geworden ist. Das ist ein positives Zeichen.“ 2:1 bei Union Berlin, 0:0 gegen Mönchengladbach, nun das Remis im Breisgau – erstmals seit dem Saisonstart ist der VfL wieder drei Spiele ungeschlagen, sammelte in den sieben Partien unter Trainer Dieter Hecking zwar nur sechs Punkte, aber dennoch vier mehr als Konkurrent St. Pauli in diesem Zeitraum.

Wolfsburg wehrt sich nach Kräften gegen den Abstieg und treibt parallel die Planungen für die Zukunft voran, in welcher Liga auch immer diese stattfindet. Dabei muss ein neuer Geschäftsführer Sport her, die Fahndung nach dem neuen starken Mann und Nachfolger des Dänen Peter Christiansen läuft auf Hochtouren.

„Wir sind in guten Gesprächen“, bestätigt Benaglio, der gemeinsam mit Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph federführend ist in dieser Angelegenheit. Auch wenn die Zeit drängt, ist Sorgfalt das oberste Gebot bei dieser Personalie. „Für uns ist es wichtig, dass wir den Richtigen finden. Es nützt nichts, wenn wir jetzt nur schnell irgendetwas machen, damit die Situation geklärt ist. Wir wollen den Richtigen, und dafür nehmen wir uns die Zeit. Wir sind aber natürlich nicht abgeneigt, wenn es ein paar Tage früher klappt.“

Die Wolfsburger Kandidaten stehen unter Vertrag

Die Tatsache, dass schon wieder viele Wochen seit der Entlassung von Ex-Boss Christiansen, der im März freigestellt wurde, ins Land gezogen sind, ist auch dem Umstand geschuldet, dass die Wolfsburger Kandidaten wohl unter Vertrag stehen. Gehandelt wird weiterhin Marcel Schäfer, wenngleich es kompliziert erscheint, die Vereinslegende von Königsklassen-Kandidat RB Leipzig loszueisen. Das ist bei Andreas Schicker (TSG Hoffenheim) schon im Winter gescheitert, bei Fabian Wohlgemuth (VfB Stuttgart), früherer VfL-Akademie-Chef, sieht es nicht nach einer Rückkehr nach Wolfsburg aus.

Benaglio bestätigt: „Es gibt sicher Kandidaten, die noch unter Vertrag stehen. Es ist ganz selten, dass auf dieser Position viele Leute ohne Job auf dem Markt sind. Es liegt in der Natur der Sache, dass die meisten, gerade die Qualifizierten, irgendwo unter Vertrag stehen.“

„Ein Kandidat, der von Anfang an signalisiert, dass es nur für die 1. Liga ist, wäre für mich der falsche Kandidat.“ (Wolfsburgs Aufsichtsrat Diego Benaglio)

Inwiefern spielt es für die Kontaktierten eine Rolle, ob der VfL erst- oder zweitklassig spielt? Da hat Benaglio eine klare Meinung: „Ein Kandidat, der von Anfang an signalisiert, dass es nur für die 1. Liga ist, wäre für mich der falsche Kandidat.“ Entweder habe jemand die Bereitschaft, das Projekt VfL Wolfsburg ligaunabhängig voranzutreiben, so der 42-Jährige, „oder er passt nicht“. Benaglio deutlich: „Wenn einer klar signalisieren würde, er spielt auf Zeit, weil er erst wissen will, ob es die 1. Liga ist, dann wäre das ein Kriterium, das gegen ihn spricht.“

Der VfL baut um: „Es wird auf jeden Fall Veränderungen geben“

Parallel zur sportlichen Führung arbeitet der VfL schon jetzt an der Umgestaltung des Kaders, mit Elvis Rexhbecaj steht bereits ein Neuzugang fest, zudem wird intensiv um St. Paulis Innenverteidiger Hauke Wahl geworben. „Es wird auf jeden Fall Veränderungen geben“, kündigt Benaglio an, „ligaunabhängig werden wir an der Mannschaft Veränderungen vornehmen.“

Zu weit nach vorn wolle der frühere Schlussmann bei Kaderfragen aber noch nicht blicken: „Das macht keinen Sinn. Im Moment geht es darum, mit der Mannschaft das Beste zu machen und die restlichen Spiele so zu bestreiten, dass wir in der Liga bleiben.“ Dagegen hätte auch der neue Geschäftsführer ganz sicher nichts einzuwenden.

 Die Wolfsburger Suche nach einem Nachfolger des gescheiterten Sport-Geschäftsführers Peter Christiansen läuft auf Hochtouren. Aufsichtsrat Diego Benaglio gibt einen Einblick. 

 

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